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Nach den Emotionen am Spielfeldrand steht für Florian Kohfeldt jetzt die Analyse an.

Werders Probleme mit den Kellerkindern

Suchend in den Sommerurlaub

Bremen – Virgil Misidjan und Mikael Ishak haben in dieser Bundesliga-Saison wahrlich keine Bäume ausgerissen. Gemeinsam bringen es die beiden Stürmer, die mit dem 1. FC Nürnberg als Tabellenletzter abgestiegen sind, gerade einmal auf fünf Tore.

Ausbeute, so mager, dass sie eigentlich nicht weiter erwähnenswert wäre, hätten nicht zwei dieser Treffer rückblickend eine so große Wirkung gehabt – nicht auf Nürnberg, dafür aber umso mehr auf Werder. Stehen diese Tore doch stellvertretend für ein Problem, das die Bremer unter dem Strich um Platz sieben, um das große Ziel Europa gebracht hat.

„Wir haben Europa gegen die Teams von unten verspielt. Das tut schon weh“, sagte Maximilian Eggestein, der sich mit seinem Team trotz eines 2:1-Erfolgs am letzten Spieltag gegen Leipzig mit Platz acht begnügen musste, weil sich Wolfsburg (8:1 gegen Augsburg) nicht mehr überholen ließ. Auch Niklas Moisander hielt fest: „Unsere Entwicklung war gut, aber wir haben das Problem, dass wir gegen Mannschaften wie Hannover und Nürnberg Punkte verloren haben.“

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Kohfeldt hat sein Thema für den Sommerurlaub

Sportchef Frank Baumann sah es genauso wie seine Profis – und war ebenfalls schnell beim Thema Nürnberg angekommen: „Es liegt auf der Hand, dass zwei Punkte gegen Nürnberg nach jeweiliger Führung zu wenig sind.“ Jeweils kurz vor Schluss hatte Werder den 1:1-Ausgleich kassiert – Misidjan und Ishak lassen grüßen.

Insgesamt holten die Bremer gegen die letzten Drei der Tabelle – Stuttgart, Hannover und eben Nürnberg – aus sechs Spielen nur sieben Punkte. Es ist ein Thema, das Trainer Florian Kohfeldt am Freitag, wenn seine letzte Arbeitswoche endet, definitiv mit in den Sommerurlaub nehmen wird. „Ich werde mich auf der Liege vielleicht das eine oder andere Mal dabei ertappen, dass ich eine dieser Szenen vor Augen habe“, sagte er.

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Kohfeldt will Saison systematisch auseinandernehmen

Ein Trainer auf der Suche also? Nach den verlorenen Punkten, die am Ende Europa gekostet haben? Nein, sagt Kohfeldt, „das bringt mich nicht weiter.“ Auf der Suche, das zwar schon – aber nach etwas anderem: „Nach Dingen, die systematisch nicht geklappt haben. Das ist wichtig, um unser Spiel verbessern zu können. Einzelne Ergebnisse für etwas verantwortlich zu machen, ist kein sinnvoller Weg.“

Gemeinsam mit seinen Co-Trainern Tim Borowski und Thomas Horsch wird Kohfeldt die Saison analysieren, sie systematisch auseinandernehmen – und bestenfalls Antworten auf die Frage finden, warum Werder gegen Teams von oben zum Teil geglänzt, gegen die von unten aber regelmäßig geschwächelt hatte. Leverkusen in der Liga, Dortmund im Pokal – „wir haben Top-Teams geschlagen, aber was hat das damit zu tun, dass diese Mannschaften oben stehen?“, fragt Kohfeldt. Er will es herausfinden und hat bereits einen ersten Ansatz: „Dass es mental eine andere Anspannung gab, glaube ich nicht.“

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Werder Bremen gegen RB Leipzig
Werder Bremen gegen RB Leipzig © gumzmedia
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Noch einen Schritt machen, keine Riesensprünge erwarten

Insgesamt, so hielt es der Trainer fest, „haben wir unser Spiel in dieser Saison definitiv verbessert“. Raumbesetzung, weniger zufällige Tore, weil klare Angriffsmuster, auch die individuelle Qualität habe Werder im Spieljahr 2018/2019 steigern können. „Auf diesem Niveau wollen wir aufbauen und im nächsten Jahr nochmal einen Schritt gehen.“ 

Zu schnell allzu Großes erwarten, dürfe man aber nicht: „Wir bewegen uns so langsam auf einem Level, von dem aus wir keine Riesensprünge mehr machen werden.“ Ein Satz, der schnell zur Frage nach dem Ziel für die kommende Saison führte. Wieder Europa, eigentlich klar, oder? Moisander hatte das nach dem Spiel schließlich direkt so gesagt – Kohfeldt bremste seinen Profi später aber aus. „Man hat Privilegien als Spieler, kann impulsiv antworten, aber als Trainer sollte man sich zurücknehmen“, schmunzelte er – und erklärte: „Wir werden es halten wie letztes Jahr, werden den Kader zusammenstellen und uns dann wieder ein realistisches aber durchaus ambitioniertes Ziel setzen.“ 

Das hatte beim ersten Mal in der Tat sehr gut funktioniert. Das Ziel Europa League sei für die Mannschaft nur in ganz wenigen Momenten der Saison eine Belastung und meistens großer Ansporn gewesen, hielt Kohfeldt fest. Die Richtung für die neue Spielzeit dürfte damit ziemlich klar sein.

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