Klaus Filbry
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Klaus Filbry präsentierte bei der Mitgliederversammlung über die wirtschaftliche Entwicklung von Werder Bremen.

Gute Zahlen, schlechte Zahlen

Kommentar:  Ein Traum ist besser als ein Albtraum

Ein Kommentar von Björn Knips. Ein Fast-Umsatzrekord, dazu ein leichter Gewinn – Werders Zahlen hören sich erst mal ganz gut an.

Vor allem, wenn man die Ohren gen Berlin richtet. Dort hat die Hertha zwar ebenfalls einen Umsatzrekord (erstmals über 100 Millionen Euro) verkündet, aber gleichzeitig auch ein Minus von 7,6 Millionen Euro. Damit haben sich die Verbindlichkeiten des Hauptstadtclubs auf 37,5 Millionen Euro erhöht. Das soll dort aber kein Problem sein, heißt es – und der Laie fragt sich: Wie geht das nur?

Werder spricht da lieber von der Schuldenfalle, in die der Club auf keinen Fall tappen will. Deswegen wurde ein harter Konsolidierungskurs gefahren und in allen Bereichen gespart. Böse Zungen behaupteten damals, Werder würde sich direkt in die Zweite Liga sparen. Doch der Club ist weiterhin im Oberhaus, hätte es vergangene Saison sogar fast ins internationale Geschäft geschafft.

Nur war diese Entwicklung mal wieder nicht nachhaltig, sportlich ging es wie eigentlich in jedem Sommer bergab. Und auch der zweite Blick auf die Finanzen bereitet leichte Sorgen. Denn viele Zahlen sind eher schlecht. In fast allen Bereichen hat Werder ein Minus gemacht gegenüber der Vorsaison: Spielbetrieb, Medien, Werbung.

Sportliche Ziele klingen wie ein schöner Traum

Das unterstreicht einmal mehr Werders Abhängigkeit von Transfererlösen und vom sportlichen Erfolg. Gefährlich wird es dann, wenn sich die Fans und die Sponsoren abwenden. Beides ist im großen Stil noch nicht passiert, aber es gibt eine gewisse Tendenz. Die Treue zum Club ist nicht unendlich – vor allem nicht für die Großzahler, also die Vip-Gäste. Und das Geschäft mit den Sponsoren scheint bei Werder zu stagnieren oder sogar rückläufig zu sein. Das ist angesichts des Bundesliga-Booms und der erdrückenden Macht des Fußballs im Sport schon verwunderlich.

Natürlich wollen Unternehmen am liebsten mit Gewinnern werben. Da hatte es Werder in der Vergangenheit nicht leicht. Immerhin geht Geschäftsführer Klaus Filbry nun zuversichtlich voran, verkündet auf der Mitgliederversammlung klare Ziele. Der Umsatz soll in den nächsten Jahren um 50 Prozent steigen. Dabei dürften die stark steigenden TV-Gelder sehr helfen. Mutiger sind da schon die sportlichen Ziele: besser als Platz neun, Europa angreifen, attraktiven Fußball spielen. Klingt wie ein schöner Traum. Ob es realistisch ist, das müssen die Beteiligten nun beweisen. Und dafür muss der Albtraum Abstieg unbedingt verhindert werden.

Fotostrecke: Werder-Mitgliederversammlung 2017

Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen © Gumz
Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen © nordphoto
Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
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