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Das Erfolgs-Team des SV Werder darf von Europa träumen.

Kommentar

Dieses Team lässt Bremen träumen

Bremen - Und plötzlich, da ist Europa ganz nah! Nach dem 2:1-Derbysieg gegen den Hamburger SV bieten sich Werder Bremen vor dem Saisonfinale auf einmal ganz neue Möglichkeiten. Ein Kommentar von Daniel Cottäus.

39 Zähler hat die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri nach nunmehr neun Spielen ohne Niederlage auf dem Konto - das ist nur einer weniger, als der Tabellensiebte 1. FC Köln aufweist, und genau dieser Rang könnte am Ende zur Europa-League-Qualifikation reichen.

Internationales Geschäft - wer diesen Begriff, sagen wir, im Februar im oder am Bremer Weserstadion laut ausgesprochen hätte, der wäre vermutlich ausgelacht oder noch wahrscheinlicher: mitleidig angesehen worden. Abstiegskampf lautete die triste Realität, aus der sich Werder inzwischen eindrucksvoll befreit hat. Beeindruckend: Trainer Nouri ist sich und seiner Linie auch in harten Zeiten treu geblieben und wird dafür nun belohnt. Nur zur Erinnerung: Vor dem Auswärtsspiel in Mainz stand der 37-Jährige kurz vor dem Rauswurf. Hätte Werder die Partie verloren - Nouri wäre heute nicht mehr da.

Nouri hat Werders Baustellen weitgehend geschlossen

Mittlerweile ist es dem Coach jedoch gelungen, Werders Baustellen weitestgehend zu schließen. Die Abwehr steht durch die neu eingeführte Dreierkette plötzlich stabil, vorne besticht das Team durch eine bisweilen fast unheimliche Effizienz, und auch mit Rückschlägen kann der SVW inzwischen gut umgehen. Dass seit Wochen immer wieder Leistungsträger verletzt fehlen? Kein Problem!

Den seit Wochen anhaltenden Aufschwung hat Werder nun sogar noch mit dem Derbysieg gegen den HSV veredelt - es war ein perfekter Ostersonntag, den die Mannschaft ihren Fans damit bescherte. Danach waren die Spieler natürlich entsprechend ausgelassen, zeigten dann aber gleich wieder eine weitere, ganz wichtige Werder-Qualität: Ruhe.

Bescheidene Spieler: Unverschämt will ja keiner werden

„Klar wollen wir uns nach oben orientieren, aber wir wissen auch, wie schnell es wieder nach hinten losgehen kann“, sagte etwa Kapitän Zlatko Junuzovic. Es war eine Aussage, die deutlich machte: Werder weiß, was es kann, aber auch, dass jede Serie einmal endet, und dass die Qualifikation für das internationale Geschäft in einem Jahr, in dem es lange sehr, sehr finster aussah, am Ende vielleicht doch etwas zu viel des Guten wäre. Unverschämt will ja keiner werden.

Ob es am Ende dann klappt, oder nicht - im Grunde kann Werder die Sache entspannt sehen. Rutscht die Nouri-Elf tatsächlich noch den ein oder anderen Tabellenplatz hoch, es wäre die fast surreale Pointe einer denkwürdigen Spielzeit. Schafft sie es nicht und wird am Ende „nur“ Zehnter oder Elfter - es würde auch keinen stören. Die Mannschaft hat nämlich schon jetzt etwas erreicht, was viele Bremer Mannschaften vor ihr in den vergangenen Jahren nicht erreicht haben: Sie hat die Fans wieder träumen lassen, ihnen das Gefühl gegeben: Mit Werder, das läuft ziemlich gut.

Riesenjubel! Kruse und Kainz drehen das Derby

106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Werder-Anhänger bescherten dem HSV einen feindseligen Empfang, warfen Farbbeutel, ... © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
...Flaschen, Bierbecher und Eier auf den Mannschaftsbus. Auch die patrouillierenden Einsatzkräfte bekamen was ab. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Insgesamt waren geschätzt 750 Polizisten im Einsatz, um das 106. Nordderby zu sichern. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Das Nordderby gilt ohnehin als Hochrisikospiel. Gerade nach der Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist die Polizei in Alarmbereitschaft. © nordpho to
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Das Spiel begann mit einem dicken Ausrufezeichen! Werder überfiel den HSV, Max Kruse scheiterte mit seinem Schuss nach 33 Sekunden am stark reagierenden Keeper Christian Mathenia. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Dann aber die kalte Dusche: Michael Gregoritsch köpfte den HSV in Führung (6. Minute). © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Vorlagengeber Aaron Hunt feierte das Tor mit dem anderen Ex-Bremer Dennis Diekmeier. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Filip Kostic hätte die Gäste sogar mit 2:0 in Führung bringen können. Felix Wiedwald parierte aber gut. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Werder (mit Maximilian Eggestein) und der HSV (mit Michael Gregoritsch) liefern sich ein äußerst unterhaltsames Fußballspiel. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Werder hatte mehrere hochkarätige Chancen zum Ausgleich. Erst verfehlte Florian Grillitsch das Tor knapp, kurz darauf zwirbelte Zlatko Junuzovic einen Freistoß an den Pfosten. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Vor der Pause schaffte Werder aber noch den verdienten Ausgleich: Max Kruse schloss eine tolle Direktpass-Kombination mit dem Kopf ab (41.). © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Die Freude beim SV Werder war riesengroß. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Schrecksekunde bei Werder: Dennis Diekmeier greift Santiago Garcia ins Gesicht und fällt auf ihn... © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
...Garcia verletzte sich dabei offenbar schwerer... © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
...und musste vom Feld getragen werden. Für ihn kam Robert Bauer, der sein Blitz-Comeback feierte, zwölf Tage nach einem Außenbandriss. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Das Weserstadion bebte! Florian Kainz schoss aus spitzem Winkel das 2:1 für Werder. Das Spiel war gedreht - und gewonnen! © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Nach dem Spiel stürmte ein freudetrunkener Alexander Nouri aufs Feld... © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
...herzte seinen Siegtorschützen Florian Kainz... © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
... und landete dann in den Armen von Abwehrchef Lamine Sane, der nach auskurierter Verletzung durchspielte. © nordphoto
106. Nordderby: Werder Bremen gegen Hamburger SV
Das Banner sagt, was die Stunde geschlagen hat: Derbysieg! © nordphoto

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