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Trainer Florian Kohfeldt geht mit Werder Bremen einen Weg zwischen Mut und Demut.

Nach Saisonfinale und HSV-Abstieg

Kommentar: Werders Zukunft – der gesunde Mittelweg

Ein Kommentar von Björn Knips. Schadenfreude ist wie der Videobeweis: Wer gerade auf der richtigen Seite steht, kann damit sehr gut leben.

Nur sollte jedem bewusst sein, dass sich die eigene Position ziemlich schnell ändern kann. Freiburgs weiser Coach Christian Streich hat mit Blick auf den Abstieg des Hamburger SV ganz nüchtern festgehalten: „Irgendwann erwischt es halt fast jeden.“

Dessen sollte sich jeder bewusst sein – vor allem jeder Werder-Fan. Wer heute über den HSV lacht, kann in einem Jahr vielleicht schon selbst weinen. Wenngleich die Aussichten bei Werder alles andere als traurig sind. Und es ist auch richtig, dass der Club nach der starken Rückrunde unter dem neuen Coach Florian Kohfeldt nicht in Demut verfällt oder in Zurückhaltung verweilt, sondern mutig in die Zukunft blickt. Denn wer sich klein macht, bleibt auch klein.

Vernünftiger Umgang mit dem Abstieg des HSV

Alexander Nouri ist vor einem Jahr nach den guten Ergebnissen in der zweiten Saisonhälfte den sicheren Weg gegangen und hat dabei die Weiterentwicklung der Mannschaft vergessen. Das will Kohfeldt nun anders machen. Er bastelt weiter, versucht seine offensive Spielphilosophie noch prägender zu machen. Dabei verbietet er den Blick nach unten und fordert den Blick nach oben. Aber er baut keine Luftschlösser, nimmt das Wort Europa nicht in den Mund. Das ist der gesunde Mittelweg zwischen Demut und Mut.

Genauso wird Werder wahrscheinlich auch auf dem Transfermarkt handeln. Sportchef Frank Baumann scheut es nicht, mal tiefer in die Tasche zu greifen – wie im Winter bei Milot Rashica. Bei Davie Selke hat er dagegen vor einem Jahr die Handbremse gezogen, als ihm die Ablöse zu hoch wurde. Das mag in dem Moment enttäuschend gewesen sein, ist aber langfristig gesehen vernünftig.

Genauso wie der Umgang mit dem Abstieg des HSV. Keine Häme von einem Werder-Offiziellen, auch nicht von den Spielern. Das wirkte zwar schon etwas abgesprochen, verkehrt war es aber sicher nicht. Denn Schadenfreude ist immer nur eine kurze Freude und macht einen selbst schon gar nicht besser – und das sollte doch eigentlich das Ziel eines jeden sein.

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Werder Bremen gegen Mainz 05.
Werder Bremen gegen Mainz 05. © dpa
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