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Der Weg von von Idrissa Toure (li.) führt vorerst nach Italien.

Werder bestätigt Leihe zu Juventus Turin

Werders Toure trainiert jetzt mit Ronaldo

Bremen - Es ist gar nicht so lange her, da vereinbarten der SV Werder und Juventus Turin eine Kooperation. Die Italiener sollten die Bremer fortan mit Talenten versorgen. Eine Idee vom damaligen Werder-Sportchef Thomas Eichin, die allerdings kein neues Personal an die Weser brachte. Und jetzt leiht Werder in Idrissa Toure selbst ein Talent an Juventus aus. 

Bereits am Donnerstag wurde der Wechsel in der italienischen Transfermeldeliste hinterlegt, jetzt hat auch der SV Werder die Leihe mit Kaufoption bestätigt.

Baumann erklärt die Hintergründe

Der 20-Jährige trainiert fortan mit keinem Geringeren als Cristiano Ronaldo. Etwas ungewöhnlich ist das schon. Für Werder ist Toure nicht gut genug, für Juventus schon. Sportchef Frank Baumann hat der „DeichStube“ die Hintergründe erklärt. „Juventus findet den Spieler spannend“, berichtet Baumann: „Aus Italien gab es bei Idrissa schon viele Gerüchte, AS Rom, Inter Mailand. Anscheinend hat er dort einen sehr guten Ruf, vielleicht liegt es an den Länderspielen in der Jugend.“ 

Der gebürtige Berliner war eines dieser Riesentalente im deutschen Fußball. Mit 17 Jahren wechselte er zu RB Leipzig, durfte im Winter 2016 sogar mit ins Trainingslager der Profis. Er war Kapitän der U18-Nationalmannschaft, stieg dann auch in die U19-Auswahl aus. Doch im Oktober 2016 suspendierte ihn der DFB. Toure hatte auf einer Länderspielreise mit einem Teamkollegen eine Shisha geraucht und dadurch sein Hotelzimmer in Brand gesetzt. Auch bei RB Leipzig war Toure danach außen vor. 

Im Winter wechselte er zur U23 des FC Schalke, im Sommer 2017 dann zu Werder. „Idrissa ist ein Spieler mit Potenzial, der in der Dritten Liga immer seine Einsätze hatte und ordentliche Leistung gezeigt hat“, sagt Baumann. Den Abstieg in die Regionalliga konnte aber auch Toure nicht verhindern. Dort in dieser Saison zu spielen, hätte für den 20-Jährigen keinen Sinn gemacht. Für die Bundesliga-Truppe reichte es aber auch noch nicht. Was also tun? Werder stattete Toure mit einem Profi-Vertrag aus und strebte eine Ausleihe an - am liebsten in der Zweiten Liga oder in einer kleineren ersten Liga. 

Toure spielte beim holländischen Erstligisten VVV Venlo vor und fiel durch. Dann meldete sich Juventus. „Für uns und für ihn ist es dort sehr interessant, weil er auf sehr hohem Niveau trainieren kann“, erklärt Baumann: „Idrissa soll schon regelmäßig bei den Profis trainieren – und dann in der zweiten Mannschaft spielen. Da kann er einiges lernen, in Italien vor allem im taktischen Bereich. Da hat er schon noch etwas Nachholbedarf.“ Und Baumann nennt noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: „Wenn man als Spieler im Kader von Juventus war, wird der Marktwert sicher nicht sinken. Das kann für uns und ihn interessant werden.“ 

Kommt Toure viel besser zurück?

Bleibt nur die Frage, was hat eigentlich Juventus davon? Die Turiner würden einen Spieler ausbilden und müssten ihn dann erst noch kaufen, um von ihm zu profitieren. Europäische Spitzenclubs arbeiten eigentlich anders. Baumann sieht das ganz entspannt. Juventus werde schon die Mittel haben, um dann Toure auch verpflichten zu können. Und möglicherweise bekommt Werder in einem Jahr auch einen dann viel besseren Spieler zurück – Dank Ronaldo und Co.. Vielleicht lebt die Kooperation dann sogar wieder auf.

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