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Martin Harnik bei Fortuna Düsseldorf, Max Kruse beim FC St. Pauli: Die beiden Angreifer haben über Umwege wieder zu Werder Bremen gefunden.

Zwei Freunde wiedervereint

Harnik und Kruse: Fast wie Zwillinge

Bremen - Wer es schmalzig mag, wird sich möglicherweise an diesem Intro erfreuen: Max und Martin – endlich vereint! So wird eine Geschichte fortgeschrieben, die tatsächlich ungewöhnlich ist im deutschen Profi-Fußball und in der nun bei Werder Bremen das möglicherweise letzte Kapitel geschrieben wird.

Max und Martin, mit Nachnamen Kruse und Harnik, spielen künftig wieder Seite an Seite. So wie früher beim SC Vier- und Marschlande, einem Club aus dem Randbezirk Hamburgs. Als Piefkes kickten die beiden dort schon zusammen, als Profis erfüllen sie sich jetzt einen gemeinsamen Wunsch.

In seiner via „hannover96.de“ verbreiteten Video-Botschaft an die Fans des nunmehr Ex-Clubs nannte Harnik die Wiedervereinigung mit „meinem ehemaligen Weggefährten und alten, dicken – im wahrsten Sinne dicken – Kumpel Max Kruse“ als einen Hauptgrund des Wechsels.

Martin Harnik: Seine Karriere in Bildern

Martin Harnik wechselte im Januar 2006 von seinem Jugendverein SC Vier- und Marschlande in die U23 des SV Werder Bremen.
Martin Harnik wechselte im Januar 2006 von seinem Jugendverein SC Vier- und Marschlande in die U23 des SV Werder Bremen. © imago
Harnik ist gut mit Max Kruse befreundet. Die beiden Angreifer kamen gemeinsam an die Weser und kickten von 2006 bis 2009 zusammen für Werder.
Harnik ist gut mit Max Kruse befreundet. Die beiden Angreifer kamen gemeinsam an die Weser und kickten von 2006 bis 2009 zusammen für Werder. © imago
Der Österreicher Harnik debütierte im August 2007 in der Bundesliga und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Es war ein Einstand nach Maß!
Der Österreicher Harnik debütierte im August 2007 in der Bundesliga und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Es war ein Einstand nach Maß! © imago
2009 feierte Harnik seinen ersten und bisher einzigen Titel. Er gewann mit Werder den DFB-Pokal. Der Durchbruch bei den Profis gelang ihm aber nicht.
2009 feierte Harnik seinen ersten und bisher einzigen Titel. Er gewann mit Werder den DFB-Pokal. Der Durchbruch bei den Profis gelang ihm aber nicht. © imago
Werder lieh Harnik für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf aus. Dort lief‘s gut: In 30 Zweitliga-Spielen traf er 13 Mal.
Werder lieh Harnik für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf aus. Dort lief‘s gut: In 30 Zweitliga-Spielen traf er 13 Mal. © imago
In der Zweiten Liga traf er auch seinen Kumpel Max Kruse wieder, der Werder Richtung FC St. Pauli verlassen hatte.
In der Zweiten Liga traf er auch seinen Kumpel Max Kruse wieder, der Werder Richtung FC St. Pauli verlassen hatte. © Witters
Zur Saison 2010/11 verkaufte Werder Harnik an Bundesliga-Konkurrent VfB Stuttgart. In sechs Jahren dort (173 Bundesliga-Spiele, 53 Tore) wurde der Stürmer ein gestandener Bundesliga-Profi.
Zur Saison 2010/11 verkaufte Werder Harnik an Bundesliga-Konkurrent VfB Stuttgart. In sechs Jahren dort (173 Bundesliga-Spiele, 53 Tore) wurde der Stürmer ein gestandener Bundesliga-Profi. © imago
Harniks Zeit in Stuttgart endete 2016 mit dem Abstieg des VfB in die Zweite Liga.
Harniks Zeit in Stuttgart endete 2016 mit dem Abstieg des VfB in die Zweite Liga. © imago
Harnik wechselte zum anderen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Mit dem Club schaffte er den direkten Wiederaufstieg.
Harnik wechselte zum anderen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Mit dem Club schaffte er den direkten Wiederaufstieg. © imago
Nach einer Bundesliga-Saison in Hannover zieht es Harnik wieder zurück zu Werder. Der robuste und flexible Angreifer gilt als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt.
Nach einer Bundesliga-Saison in Hannover zieht es Harnik wieder zurück zu Werder. Der robuste und flexible Angreifer gilt als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt. © gumzmedia
Zehn Jahre Nationalmannschaft: Harnik spielte zwischen 2007 und 2017 68 Mal für Österreich, schoss 15 Tore und nahm 2008 sowie 2016 an der EM teil.
Zehn Jahre Nationalmannschaft: Harnik spielte zwischen 2007 und 2017 68 Mal für Österreich, schoss 15 Tore und nahm 2008 sowie 2016 an der EM teil. © imago

„Das war von uns beiden ein großer Traum, dass wir nicht nur im Amateurbereich gemeinsam gespielt haben, sondern auch auf Profi-Ebene. Diese Chance nochmal zu bekommen, darauf freuen wir uns sehr.“ Auch Kruse hatte unlängst die Frage, mit wem er noch einmal gerne zusammenspielen würde, klipp und klar so beantwortet: Martin Harnik. Mit dem Jugendfreund sei einfach „eine besondere Freundschaft“ gewachsen.

Im Internet finden sich Fotos, die die frühe Phase dieser Freundschaft dokumentieren. Milchgesichter mit frechem Grinsen sind darauf zu sehen. Bubis in Fußball-Trikots. Die Milchgesichter sind gewichen, das Grinsen ist sowohl Kruse als auch Harnik erhalten geblieben. Und Trikots tragen sie, beide mittlerweile knapp über 30, auch immer noch. Ab dem 1. Juli wird es für beide wieder das Trikot des SV Werder sein.

Viele Parallelen in den Karrieren von Harnik und Kruse

Erstaunlich ist, wie ähnlich die Karrieren der beiden Freunde vom Weggang aus der Heimat bis zur bevorstehenden Wiedervereinigung verlaufen sind. Ein paar Parallelen: Gemeinsam kamen Harnik und Kruse 2006 vom SC Vier- und Marschlande nach Bremen. Als der Durchbruch im Profi-Team trotz guter Ansätze nicht gelang, wechselten beide 2009 in die Zweite Liga – Kruse zum FC St. Pauli, Harnik zu Fortuna Düsseldorf.

Doch die Rückkehr in Liga eins gelang jeweils schnell. Die Wege waren zwar andere, das Ergebnis ist aber vergleichbar. Martin Harnik hat bislang 220 Bundesliga-Spiele bestritten, Max Kruse 218. Der eine erzielte dabei 62 Tore (Harnik), der andere 63 (Kruse). Auch die Anzahl der Zweitliga- und Regionalliga-Einsätze ist mit 60 und 63 beziehungsweise 46 und 45 beinahe identisch.

Hier jubeln Max Kruse und Martin Harnik gemeinsam im Trikot des SV Werder.

Harnik und Kruse – fast wie Zwillinge? Auch in ihrer Spielweise ähneln sich die beiden Freunde. Obwohl in den Profilen der meisten Fußballportale im Internet als Mittelstürmer geführt, hat Harnik zuletzt bei Hannover 96 eine Rolle gespielt, die Kruse bei Werder ebenfalls interpretiert. Man könnte beide als Drumherum-Stürmer bezeichnen – also als Angreifer, die sich nicht ganz vorne ins Zentrum stellen, sondern sich in den Randbereichen als Initiatoren versuchen. Harnik hat so viel Arbeit für 96-Spitze Niclas Füllkrug (14 Saisontore) erledigt. Kruse ist auf seine Art der Tausendsassa in der Bremer Offensive.

Es gehört nun nicht viel dazu, sich die Frage zu stellen, wie die Twins überhaupt zusammen in der Offensive bei Werder Bremen funktionieren können. Am einfachsten wohl mit einer ständigen Positionsrochade zur Gegnerverwirrung – mal rückt der eine weiter vorne rein, mal der andere. Harnik und Kruse werden schon wissen, wie es gehen kann, sollten sie als Doppelspitze gemeinsam auf dem Feld stehen. Sie kennen sich schließlich lange und gut genug.

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