Max Kruse verwandelte gegen Hertha BSC auch den zwölften Elfmeter seiner Bundesliga-Karriere.
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Max Kruse verwandelte gegen Hertha BSC auch den zwölften Elfmeter seiner Bundesliga-Karriere.

Zwölfter Bundesliga-Treffer vom Punkt

Kruse auf der Jagd nach Elfmeter-Rekorden

Bremen - Ball hinlegen, konzentriert gucken, anlaufen, schießen, jubeln – wenn Max Kruse zum Elfmeter antritt, wirkt alles so selbstverständlich. So, als ob es das Leichteste der Welt wäre, Strafstöße zu verwandeln.

Beim 3:1-Sieg des SV Werder über Hertha BSC hat Kruse mal wieder bewiesen, dass er Nervenstärke und Sicherheit wie kaum ein anderer auf den Punkt bringen kann. In der 66. Minute verwandelte er einen Elfmeter und baute damit seine beeindruckende Bilanz weiter aus. Zwölf Mal ist der Werder-Kapitän in der Bundesliga zu einem Elfmeter angetreten, zwölf Mal hat er auch getroffen, nie verschossen – dennoch fehlt bis zu den Strafstoß-Rekorden der Liga jeweils noch ein gutes Stück.

Eine Bestmarke hält ein gewisser Hans-Joachim Abel. Der mittlerweile 66 Jahre alte Ex-Stürmer spielte zwischen 1973 und 1983 für Fortuna Düsseldorf, den VfL Bochum und Schalke 04 in der Bundesliga. Insgesamt waren es 183 Spiele, in denen Abel 16 Mal zum Elfmeter antrat. Und jedes Mal erfolgreich war. Damit führt er die Liste der „100-Prozenter“ – also der Schützen ohne einen Fehlversuch – an.

Fotostrecke: Max Kruses Elfmeter-Serie

Nummer 1: Kruses erster Streich war am 20. September 2013 im Gladbach-Trikot gegen Eintracht Braunschweigs Marjan Petkovic. Am Ende gab es einen 4:1-Sieg.
Nummer 1: Kruses erster Streich war am 20. September 2013 im Gladbach-Trikot gegen Eintracht Braunschweigs Marjan Petkovic. Am Ende gab es einen 4:1-Sieg. © imago
Nummer 2: Danach verlud er Dortmunds Roman Weidenfeller am 5. Oktober 2013 und brachte seine „Fohlen“ mit der 1:0-Führung auf die Siegerstraße (2:0).
Nummer 2: Danach verlud er Dortmunds Roman Weidenfeller am 5. Oktober 2013 und brachte seine „Fohlen“ mit der 1:0-Führung auf die Siegerstraße (2:0). © imago
Nummer 3: Als Nächstes musste Ralf Fährmann dran glauben. Beim 2:1-Erfolg am 7. Dezember 2013 lies er dem Schalker Schlussmann keine Chance.
Nummer 3: Als Nächstes musste Ralf Fährmann dran glauben. Beim 2:1-Erfolg am 7. Dezember 2013 lies er dem Schalker Schlussmann keine Chance. © imago
Nummer 4: Auch am 5. April 2014 zeigte Kruse keine Gnade. Diesmal konnte Raphael Schäfer vom 1. FC Nürnberg nur dem Ball hinterhergucken. Obendrauf gab es eine 0:2-Niederlage gegen Kruse und Co.
Nummer 4: Auch am 5. April 2014 zeigte Kruse keine Gnade. Diesmal konnte Raphael Schäfer vom 1. FC Nürnberg nur dem Ball hinterhergucken. Obendrauf gab es eine 0:2-Niederlage gegen Kruse und Co. © imago
Nummer 5: Werder konnte sich selbst am 17. Dezember 2014 vom eiskalten Kruse überzeugen. Nach dem Schäfer kommt der Wolf. Werders Schlussmann konnte den Elfer nicht halten, so setzte es eine deftige 1:4-Niederlage.
Nummer 5: Werder konnte sich selbst am 17. Dezember 2014 vom eiskalten Kruse überzeugen. Nach dem Schäfer kommt der Wolf. Werders Schlussmann konnte den Elfer nicht halten, so setzte es eine deftige 1:4-Niederlage. © imago
Nummer 6: Aber nicht immer bringen Kruses Elfmeter den Sieg. Gegen Augsburgs Alexander Manninger traf er zwar, konnte aber nicht die 1:2-Niederlage am 20. Dezember 2014 verhindern.
Nummer 6: Aber nicht immer bringen Kruses Elfmeter den Sieg. Gegen Augsburgs Alexander Manninger traf er zwar, konnte aber nicht die 1:2-Niederlage am 20. Dezember 2014 verhindern. © imago
Nummer 7: Hier schaut Oliver Baumann im Trikot von Hoffenheim noch konzentriert, kann aber wenige Sekunden später nur dem Ball hinterhergucken. 4:1 heißt es am 4. April 2015 für Elfer-Monster Kruse und seine Gladbacher.
Nummer 7: Hier schaut Oliver Baumann im Trikot von Hoffenheim noch konzentriert, kann aber wenige Sekunden später nur dem Ball hinterhergucken. 4:1 heißt es am 4. April 2015 für Elfer-Monster Kruse und seine Gladbacher. © imago
Nummer 8: Kruses erster Elfer für Werder. Am 5. Februar 2017 steht Marwin Hitz im Kasten, aber das ist Kruse egal. Er trifft. Trotzdem verliert Bremen 2:3.
Nummer 8: Kruses erster Elfer für Werder. Am 5. Februar 2017 steht Marwin Hitz im Kasten, aber das ist Kruse egal. Er trifft. Trotzdem verliert Bremen 2:3. © imago
Nummer 9: Einen knappen Monat später, am 4. März 2017, klappt es auch wieder mit dem Doppelpack - Elfer verwandeln und gewinnen. Daniel Heuer Fernandes ist auf dem Weg ins falsche Eck und Kruse zum nächsten Elfer-Treffer. Werder gewinnt am Ende 2:0 gegen Darmstadt 98.
Nummer 9: Einen knappen Monat später, am 4. März 2017, klappt es auch wieder mit dem Doppelpack - Elfer verwandeln und gewinnen. Daniel Heuer Fernandes ist auf dem Weg ins falsche Eck und Kruse zum nächsten Elfer-Treffer. Werder gewinnt am Ende 2:0 gegen Darmstadt 98. © imago
Nummer 10: Kruse und Fährmann im Duell, zwei alte Bekannte mit dem altbekannten Ergebnis. Kruse netzt, Fährmann kann nur gucken. Werder gewinnt mit 3:0 gegen Schalke 04 am 4. April 2017.
Nummer 10: Kruse und Fährmann im Duell, zwei alte Bekannte mit dem altbekannten Ergebnis. Kruse netzt, Fährmann kann nur gucken. Werder gewinnt mit 3:0 gegen Schalke 04 am 4. April 2017. © imago
Nummer 11: Torwart Martin Hansen vom FC Ingolstadt versucht alles, kann den Einschlag aber nicht verhindern. In einem torreichen Spiel am 22. April 2017 gewinnen Werder und Kruse mit 4:2.
Nummer 11: Torwart Martin Hansen vom FC Ingolstadt versucht alles, kann den Einschlag aber nicht verhindern. In einem torreichen Spiel am 22. April 2017 gewinnen Werder und Kruse mit 4:2. © imago
Nummer 12: Kapitän Kruse übernimmt die Verantwortung und erhöht am 25. September 2018 auf 3:1 gegen Hertha BSC. Thomas Kraft hat das Nachsehen. Kruses zwölfter Streich vom Punkt. Damit zieht er übrigens mit Otto Rehhagel gleich.
Nummer 12: Kapitän Kruse übernimmt die Verantwortung und erhöht am 25. September 2018 auf 3:1 gegen Hertha BSC. Thomas Kraft hat das Nachsehen. Kruses zwölfter Streich vom Punkt. Damit zieht er übrigens mit Otto Rehhagel gleich. © imago
Nummer 13: Erst holt Kruse den Strafstoß heraus, dann trifft er gegen Torwart Alexander Nübel zum zwischenzeitlichen 2:1 beim 4:2-Sieg gegen den FC Schalke 04 am 8. März 2019.
Nummer 13: Erst holt Kruse den Strafstoß heraus, dann trifft er gegen Torwart Alexander Nübel zum zwischenzeitlichen 2:1 beim 4:2-Sieg gegen den FC Schalke 04 am 8. März 2019. © gumzmedia
Nummer 14: Davy Klaassen kommt zu Fall und der VAR sagt Bescheid: Elfmeter. Kruse trifft gewohnt sicher zum 1:2-Anschlusstreffer bei der 1:4 Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf am 27. April 2019.
Nummer 14: Davy Klaassen kommt zu Fall und der VAR sagt Bescheid: Elfmeter. Kruse trifft gewohnt sicher zum 1:2-Anschlusstreffer bei der 1:4 Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf am 27. April 2019. © gumzmedia

Platz zwei belegt Ludwig Nolden (82), der in den 60er-Jahren für den MSV Duisburg 15 von 15 Elfmetern verwandelte. Und dann kommt auch schon Max Kruse mit seinen zwölf Elfmetern ohne Fehlschuss. Seit Dienstagabend liegt er gleichauf mit der Bremer Trainer-Legende Otto Rehhagel, der es als Spieler ebenfalls auf zwölf verwandelte Strafstöße ohne Niete brachte.

Woher die Elfmeter-Qualität bei Kruse kommt? Gute Frage, meint der 30-Jährige: „Ich habe das in den vergangenen Jahren sicher mal trainiert. Aber es ist nicht so, dass ich ständig Elfmeter übe. Wichtig ist einfach, dass die Konzentration da ist.“ Und das ist sie bei Kruse. Jedenfalls bisher.

Erster Werder-Elfmeter seit 17 Monaten

Mit seinen zwölf Elfmetertreffern jagt der Bremer nicht nur den Uralt-Abel-Rekord, sondern auch Elfmeter-König Hans-Jörg Butt. Als Torhüter des Hamburger SV verwandelte der gebürtige Oldenburger von April 1999 bis Februar 2001 17 Elfmeter in Serie – es ist ein seither nie wieder erreichter Wert in der Bundesliga. Allerdings verschoss Butt in seiner Karriere auch fünf Elfmeter, weshalb er nicht in der Rubrik der „100-Prozenter“ gelistet wird.

Kruse kann beide Bestmarken knacken – und wer weiß, ob er es nicht schon längst geschafft hätte, wenn Werder in der vergangenen Saison nicht etwas ziemlich Seltenes widerfahren wäre. Nicht einen Elfmeter bekamen die Bremer in der gesamten Saison zugesprochen – übrigens als einziger Club der ganzen Liga. Kruses Elfmeterquote stagnierte folglich, von April 2017 (beim 4:2 gegen Ingolstadt) bis Dienstagabend tat sich nichts. Jetzt hat er die Jagd nach den Rekorden wieder aufgenommen.

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