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Max Kruse hat Werder bereits signalisiert, dass er kommende Saison in Bremen spielen wird.

Zukunft des Werder-Stars

Kruses Treue-Signal: Kein Wechsel im Sommer

Bremen - Werder ist auf dem Weg nach oben, hofft auf nachhaltig bessere Zeiten – und schon geht die Angst um, dass sich die besten Spieler im Sommer verabschieden könnten. So läuft das im knallharten Fußball-Geschäft.

Bei Thomas Delaney ist diese Sorge auch absolut berechtigt, der Däne flirtet offen mit einem Wechsel nach England, sieht die WM in Russland als Sprungbrett an. Max Kruse wäre auch gerne bei dem Turnier dabei, allerdings nicht, um sich für andere Clubs interessant zu machen. Denn nach Informationen der DeichStube hat der 30-Jährige dem SV Werder bereits signalisiert, dass er nächste Saison definitiv in Bremen spielen wird.

Kruses Treue-Signal ist für Werder extrem wichtig. Denn um ihn herum soll die Mannschaft der Zukunft aufgebaut werden. Da wäre es wenig hilfreich, wenn der Bundesligist den ganzen Sommer über um den Verbleib des besten Spielers bangen müsste. So wie vor knapp einem Jahr. Damals gab es viele Gerüchte, Kruse könnte vorzeitig gehen – auch dank einer Ausstiegsklausel. Letztlich blieb der Spielmacher. Er hoffte nach der starken Rückrunde unter Alexander Nouri auf bessere Zeiten in Bremen. Doch die kamen nicht. Werder rutschte wieder in den Keller. Nouri musste gehen, Florian Kohfeldt übernahm – und Kruse lobte schnell, dass Werder endlich wieder Fußball spielt. Eine neue Zufriedenheit machte sich breit.

Kohfeldt gibt Kruse noch mehr Verantwortung

Ohnehin: Kruse und Kohfeldt – das passt. Der junge Coach, der mit seinen 35 Jahren nur fünf Jahre älter als Kruse ist, machte den Angreifer sofort zu seinem verlängerten Arm auf dem Platz. Dort dirigiert Kruse vor allem das Angriffsspiel und das Pressing. Wenn Kapitän Zlatko Junuzovic nicht spielt, trägt Kruse die Binde und wechselt sich nicht mehr wie früher mit Niklas Moisander ab. So wollte es der Coach.

Er gibt seinem wichtigsten Spieler noch mehr Verantwortung und noch mehr Freiheiten auf dem Platz. Dafür bekommt er einen loyalen, hart arbeitenden Kruse, der extrem viel unterwegs ist, sich weit fallen lässt, um dann wieder nach vorne durchzustarten. Kruse ist sich auch nicht zu schade, nach hinten zu arbeiten, Zweikämpfe zu führen. Und mit sechs Treffern und sieben Assists ist er natürlich Werders bester Torschütze und Vorbereiter. Kurz gesagt: Werder braucht Kruse.

Kruse zögert bei vorzeitiger Vertragsverlängerung

Gerne würde Sportchef Frank Baumann Kruses bis 2019 laufenden Vertrag vorzeitig verlängern, doch da hat die Treue dann ihre Grenzen. Der Profi will noch nicht entscheiden, ob er auch über die Saison 2018/19 hinaus in Bremen bleibt. Da ist zum einen sicher die Skepsis, ob sich Werder tatsächlich dauerhaft aus dem Tabellenkeller verabschiedet. Zum anderen geht es darum, ob Kruse noch einmal etwas Neues erleben will – vielleicht auch einen Club im Ausland. 2019 wäre dafür eigentlich die letzte Chance, ehe sich die Karriere dem Ende zuneigt.

Werder kann damit aber ganz gut leben, befindet sich dank des Treue-Signals in einer guten Position. Denn mit einem Kruse im Kader lässt sich auch mit anderen Spielern besser verhandeln. Vielleicht überzeugt das auch einen Delaney, weiterhin im Weserstadion aufzulaufen. Beim 26-Jährigen geht es ohne Frage auch um die sportliche Perspektive. Denn der Däne weiß nur zu gut: Je erfolgreicher er mit Werder ist, desto besser sind die Angebote aus England. Dann wird Delaney vielleicht sogar für Topclubs interessant. Die Aussichten für Werder sind also gar nicht so schlecht – dank Kruse.

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