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Max Kruse ist nicht nur Werders Dirigent mit dem Fuß, sondern auch mit dem Mund.

Max Kruse bekommt Star-Behandlung

Dirigent mit (fast) allen Freiheiten

Algorfa - Es gab da diese eine Szene im Training des SV Werder, als Florian Kohfeldt intensiv mit Max Kruse diskutierte – mitten in einer Übungsform.

Es wirkte so, als wären sich Trainer und Spieler uneinig. Ohnehin machte Kruse auf dem Platz von Algorfa mit seinen hängenden Schultern, gesenktem Kopf und fehlender Körperspannung häufiger mal den Eindruck, ihm würde diese taktische Arbeit nicht so recht schmecken. Alles falsch. Beim 4:0-Testspielsieg gegen Twente Enschede war ein ganz anderer Kruse zu sehen. Der 29-Jährige ist nicht nur Werders Dirigent mit dem Fuß, sondern auch mit dem Mund.

Lautstarke Hilfe unter Kollegen

„Sechser besetzen, Sechser besetzen“, immer wieder war Kruse auf der Sportanlage in San Pedro del Pinatar zu hören. Auch im Training war der Angreifer nicht still gewesen, da klangen seine Worte aber eher genervt, weil etwas nicht funktioniert hatte. Nun waren es helfende Hinweise – und die Kollegen sofort zur Stelle. Selbst für Kohfeldt war das etwas neu. Das lag aber mehr an der besonderen Atmosphäre. Die 100 Zuschauer waren alles andere als laut. „Bei Bundesligaspielen höre ich nicht, wie die Jungs miteinander kommunizieren. Das hat mir gut gefallen, dass sie sich immer wieder geholfen haben“, fand Kohfeldt und meinte speziell zu Kruse: „Max ist da auch auffällig, weil er dieses Verständnis für freie Räume hat.“

Dorthin schickt Kruse nun nicht nur seine Bälle, sondern auch seine Mitspieler – hinten wie vorne. Der Angreifer hatte richtig Spaß an seiner Rolle. Natürlich auch wegen seiner beiden Tore. Er ist einfach Werders Lebensversicherung im Abstiegskampf. Nicht auszudenken, was passiert, wenn er wieder länger ausfallen sollte. Wie schon in der Hinrunde. Der damalige Coach Alexander Nouri fand kein Mittel, den besten Spieler im Kader zu ersetzen. Eine direkte Alternative gibt es im Aufgebot nicht, kann es auch nicht geben. Ein zweiter Kruse in der Hinterhand ist für Werder unbezahlbar. Diesen Luxus können sich nur Top-Clubs leisten.

„Max soll seine Rolle sehr frei interpretieren“

Kruse ist Werders Star – und wird auch entsprechend behandelt. Er genießt einige Sonderrechte, muss zum Beispiel nicht mit den Medien sprechen. Auch auf dem Platz hat er mehr Freiheiten als andere Spieler. „Ich will ihn in nichts einspannen. Max soll seine Rolle sehr frei interpretieren – in dem Sinne, dass er einen hohen Bewegungsradius hat“, erklärte Kohfeldt in Algorfa: „Er ist nicht der klassische Stürmer – er ist für mich auch nicht darauf festgelegt, dass er in der Rückrunde immer als nominelle Sturmspitze spielt. Er kann auch auf anderen Positionen spielen.“

Aber Kohfeldt kuscht keineswegs vor Kruse. Alles hat seine Grenzen. „Jeder muss sich bewusst sein, welche Aufgaben er offensiv und defensiv hat. Das gilt für Max Kruse wie für jeden anderen Spieler“, betont der Trainer. Und wenn ihm etwas nicht gefällt, dann spricht er es bei Kruse offen an. So wie bei besagtem Gespräch im Training. Dort hatte Kruse mit dem Rücken zum Tor den Ball fast immer auf die linke Seite abgelegt. „Ich habe ihn gefragt, warum er das so macht“, erzählte Kohfeldt. Und Kruse habe ihm erklärt, dass dies für ihn die sicherere Variante sei. „Dann ist das auch okay für mich“, sagte der Coach. Von Uneinigkeit konnte also keine Rede sein. Im Gegenteil: Kohfeldt und Kruse helfen sich gegenseitig. Für Werder kann das nur gut sein.

Fotostrecke: Abschluss in Algorfa

Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
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Werder Bremen in Algorfa
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Werder Bremen in Algorfa
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Werder Bremen in Algorfa
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Werder Bremen in Algorfa
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Werder Bremen in Algorfa
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Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz
Werder Bremen in Algorfa
Die Profis von Werder Bremen absolvierten am Montag die letzte Einheit des Trainingslagers im spanischen Algorfa. © Gumz

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