+
„Das war schon verdammt eng“, sagt Max Lorenz über seine Herz-OP. Jetzt geht es ihm wieder „relativ gut“.

Werder-Legende nach Herz-OP auf dem Weg der Besserung

Lorenz: „Ich habe um zehn Jahre verlängert“

Bremen - Vor zwei Monaten ist Werder-Legende Max Lorenz am Herzen operiert worden, es folgte eine „sehr, sehr schwere Zeit“, wie der 79-Jährige nun der DeichStube erzählt: „Aber ich habe erst mal um zehn Jahre verlängert. Der da oben muss ja planen können.“

Lorenz ist so humorvoll wie eh und je. „Mir geht es auch relativ gut“, sagt der Ex-Profi. Mehrere Wochen hat er nach der Operation im Koma gelegen, es folgte die Reha, aktuell befindet er sich in der Kur.

„Das war schon verdammt eng“, berichtet Lorenz. Im Bremer Klinikum Links der Weser hatte er mehrere Stunden auf dem OP-Tisch gelegen. „Ohne diese tollen Ärzte und die ganzen Menschen drumherum wäre ich vielleicht gar nicht mehr da. Ich möchte einfach mal Danke sagen.“ Stellvertretend nennt er die Professoren Dieter Hammel und Rainer Hambrecht. „Auch meiner Familie bin ich sehr dankbar.“

Lorenz: „Kohfeldt gefällt mir als Trainer“

Jetzt gilt es für den Deutschen Meister von 1965, Kräfte zu sammeln. „Ich habe noch einiges vor mir, Bäume kann ich nämlich noch nicht ausreißen.“ In die Öffentlichkeit wagt er sich noch nicht, schon gar nicht zu Heimspielen seines SV Werder. „Das ist mir zu anstrengend. Ich müsste dann auch viel zu oft erzählen, wie es mir geht. Und ich rede doch nicht so gerne über Krankheiten.“

Werder verfolgt er trotzdem und wünscht sich für Freitag einen Sieg gegen Düsseldorf: „Wir müssen aber höllisch aufpassen, dass wir nicht unten reinrutschen. Aber ich bin optimistisch. Florian Kohfeldt gefällt mir als Trainer – und Frank Baumann macht auch einen guten Job.“

Von Bernard bis Zebrowski: Das sind die Meister-Spieler

Die deutsche Meisterschaft 1965 hat sie zu Werder-Helden gemacht: Hans Schulz und Max Lorenz beschreiben ihre einstigen Teamkollegen. © Imago
Werder Bremen
Torwart: Günter Bernard - Spiele 1964/65: 30 – Tore: 0. Kam 1963 vom 1. FC Schweinfurt. Bestritt in der Meistersaison als einziger alle Spiele. Ging 1974 zu Atlas Delmenhorst. Lebt in Lilienthal. „Günter war sehr mutig, und er hatte einen guten Mutterwitz.“ (Hans Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 2014
Werder Bremen
Abwehr: Wolfgang Bordel - Spiele 1964/65: 1 – Tore: 0. Stammte aus der Werder-Jugend, wechselte 1967 zu Phönix 83 Lübeck. Lebt in Bremen. „Ein eleganter Abwehrspieler.“ (Hans Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1963
Werder Bremen
Abwehr: Horst-Dieter Höttges - Spiele 1964/65: 29 – Tore: 1. Kam 1964 von Borussia Mönchengladbach. 1974 beendete der „Eisenfuß“ seine Karriere. Lebt in Achim. „Als Horst zu uns kam, sprach er nur Gladbacher Platt und war kaum zu verstehen. Aber auf dem Platz haben wir ihn alle sofort verstanden.“ (Max Lorenz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1971
Werder Bremen
Abwehr: Helmut Jagielski (Mitte, 2002 im Alter von 68 Jahren gestorben) - Spiele 1964/65: 26 – Tore: 1. Kam 1961 vom FC Schalke 04. Wurde nach seinem Karriereende 1967 Werder-Vereinswirt und Amateurtrainer. „Der hat einen Libero gespielt – unglaublich. Und das mit seinen dünnen Beinchen und kleinen Füßchen.“ (Lorenz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1963
Werder Bremen
Abwehr: Josef Piontek - Spiele 1964/65: 28 – Tore: 3. Kam 1960 von Germania Leer – für einen „Wintermantel“ (Lorenz). Beendete 1972 seine Karriere. Schon davor und auch danach Werder-Trainer. Später Nationaltrainer von Haiti, Dänemark und der Türkei. Lebt in Dänemark. „Eigentlich war der Sepp ja Mittelstürmer, aber ihm sprangen immer die Bälle weg. Da wurde er einmal als rechter Verteidiger ausprobiert – und war überragend.“ (Lorenz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1964
Werder Bremen
Abwehr: Heinz Steinmann - Spiele 1964/65: 26 – Tore: 0. Stammt aus Essen und kam 1964 vom 1. FC Saarbrücken. Beendete 1970 seine Karriere. Lebt in Achim. „Eine Bank. Er war nie verletzt – oder er hat es einfach nicht gesagt.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1966
Werder Bremen
Mittelfeld: Diethelm Ferner - Spiele 1964/65: 29 – Tore: 1. Kam 1963 vom VfB Bottrop. Ging 1969 zu RW Essen. Später Trainer unter anderem von RW Essen, St. Pauli, Hannover, Schalke, in Zypern, Ägypten und Libyen. „Der hatte keine Angst. Er war frech und 90 Minuten unterwegs.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1965
Werder Bremen
Mittelfeld: Max Lorenz - Spiele 1964/65: 27 – Tore: 2. Wechselte 1960 vom SV Hemelingen zu Werder – und 1969 zu Eintracht Braunschweig, wo er 1972 seine Karriere beendete. Lebt in Bremen. „Max hatte Nerven ohne Ende.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1966
Werder Bremen
Mittelfeld: Helmut Schimeczek - Spiele 1964/65: 6 – Tore: 0. Kam 1958 aus Fallersleben. Beendete 1970 seine Karriere. „Er lebt in Bremen und auf Mallorca, denn er war schon immer clever.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1961
Werder Bremen
Mittelfeld: Hans Schulz - Spiele 1964/65: 19 – Tore: 4. Spielte schon als Elfjähriger für Werder. Wechselte 1966 als erster Werder-Profi zum HSV, ging 1971 zu Fortuna Düsseldorf, beendete 1976 bei Alemannia Aachen seine Karriere. Seit 1999 Aufsichtsratsmitglied bei Werder. Lebt in Bremen. „Uwe Seeler hat ihn uns weggeholt.“ (Lorenz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1965
Werder Bremen
Mittelfeld: Dieter Thun - Spiele 1964/65: 2 – Tore: 0. Kam 1962 vom VfV Hildesheim. Ging 1965 zum VfL Wolfsburg, beendete dort 1971 seine Karriere. Lebt in Wolfsburg. „Er hat einen schönen Ball gespielt.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1965
Werder Bremen
Sturm: Klaus Hänel - Spiele 1964/65: 7 – Tore: 1. Kam 1953 von der BTS Neustadt. Beendete 1968 seine Karriere. Lebt in Bremen. „Ein brillanter Fußballer, gut aussehend, imposanter Körperbau. Weißer Brasilianer haben sie ihn genannt.“ (Lorenz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1964
Werder Bremen
Sturm: Theo Klöckner - Spiele 1964/65: 17 – Tore: 4. Kam 1963 von SW Essen, wohin er 1965 auch zurückging. Beendete seine Karriere 1969. Lebt in Essen. „Ein abgewichster Spieler und ein Einzelgänger.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1964
Werder Bremen
Sturm: Klaus Matischak - Spiele 1964/65: 19 – Tore: 12. Kam 1964 vom FC Schalke 04. Beendete 1967 seine Karriere. War 1976/77 Finanzmanager bei Werder (unter Assauer). Lebt in New York. „Matti war immer sehr direkt. Seinem besten Kumpel und Mannschaftskollegen Jack White, der bei Weihnachtsfeiern gesungen hat, hat er mal gesagt: Sing’ lieber, Fußball spielen kannst du nicht.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1964
Werder Bremen
Sturm: Arnold Schütz (Am 14. April 2015 im Alter von 80 Jahren gestorben) - Spiele 1964/65: 28 – Tore: 10. Kam 1955 vom TuS Walle und wurde mit über 800 Spielen eine Werder-Legende. Karriereende 1972. „Der beste Kapitän, den man sich wünschen kann. Es ist einfach tragisch, dass ,Pico’ kurz vor unserem Jubiläum gestorben ist. Er wird uns fehlen.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1965
Werder Bremen
Sturm: Willi Soya (1990 im Alter von 54 Jahren verstorben) - Spiele 1964/65: 8 – Tore: 2. Kam 1961 vom FC Schalke. Ging 1966 zu Bergedorf 85. „,Bohne’ war technisch überragend.“ (Lorenz) © Imago / Bild aus dem Jahr
Werder Bremen
Sturm: Gerhard Zebrowski - Spiele 1964/65: 28 – Tore: 11. Kam schon als Jugendlicher vom TuS Walle. 1969 wechselte er zu Bremerhaven 93, 1972 zum SV Hemelingen. Lange Herausgeber der Stadion-Zeitung Werder-Echo. Lebt in Bremen. „,Zebro’ war eine Stimmungskanone. Ihn konntest du fünf Mal umhauen, er ist immer wieder aufgestanden.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1964
Werder Bremen
Trainer Willi Multhaup (1982 im Alter von 79 Jahren gestorben). Kam 1963 vom Meidericher SV. Ging nach der Meisterschaft zu Borussia Dortmund und holte gleich den Europapokal der Pokalsieger. 1968 wurde er mit Köln Pokalsieger und hörte auf. Im Herbst 1971 noch mal Interimscoach bei Werder. Betrieb in Dortmund und Essen ein Fachgeschäft für Herrenmode. „Er hat gesagt, ich brauche zwei Jahre, um aus Werder eine klasse Mannschaft zu machen. Das Versprechen hat er gehalten.“ (Schulz) © Imago / Bild aus dem Jahr 1965

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare