Wenn dieses Trio gut drauf ist, dann geht es auch Werder gut: Philipp Bargfrede (Mitte), Thomas Delaney (links) und Maximilian Eggestein.
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Wenn dieses Trio gut drauf ist, dann geht es auch Werder gut: Philipp Bargfrede (Mitte), Thomas Delaney (links) und Maximilian Eggestein.

Mittelfeldspieler für Balance verantwortlich

Eggestein, Bargfrede und Delaney - das entscheidende Trio

Bremen - Seit Jahren geht es bei Werder um die Balance. Viele Trainer haben sie gesucht, so richtig gefunden hat sie schon lange keiner mehr. Alexander Nouri setzte auf viel Defensive und vergaß dabei die Offensive.

Das ging auf Dauer nicht gut. Nachfolger Florian Kohfeldt wählt einen mutigeren Weg und vertraut in Sachen Stabilität vor allem einem Trio: Philipp Bargfrede (28), Maximilian Eggestein (20) und Thomas Delaney (26). Das ist Werders neues Herzstück und extrem wichtig im Abstiegskampf – also auch am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr).

„Das funktioniert gut, ich fühle mich sehr wohl in diesem Verbund“, sagt Eggestein über das Zusammenspiel mit seinen beiden Kollegen und erklärt: „Keiner hat eine feste Position, wir wechseln viel.“ Wenngleich Bargfrede schon als Sechser beginnt und vor ihm Delaney und Eggestein als Achter agieren. „Ich spiele offensiver als unter Alex“, sagt Eggestein. Er mag seine neue Rolle, fühlt sich freier. Genau das ist es, was der Trainer von ihm sehen will.

„Maxi macht das wirklich stark“, sagt Kohfeldt und zählt auf: „Läufe hinter die Kette, von da in den Strafraum gehen, dort anspielbereit sein, mutiges Aufdrehen – und im Ballverlust schon den Ballgewinn vorbereiten.“ Letzteres ist die neue Denke bei Werder. Zog sich die Mannschaft früher unter Nouri nach einem Ballverlust meistens reflexartig zurück, wird nun sofort attackiert. Keine reine Spezialität von Eggestein – Bargfrede und Delaney seien darin ebenfalls sehr stark.

Genauso wie beim Herausstechen auf den Ballführenden. Als Alternative bringt Kohfeldt dabei auch Zlatko Junuzovic ins Spiel. Der Kapitän könne ebenfalls die Rolle des Achters übernehmen. Aktuell ist das aber eher unwahrscheinlich. Dazu hat sich das Trio zu gut eingespielt. „Mit den Dreien funktioniert das wirklich sehr gut“, sagt Frank Baumann. Und der Sportchef hat einen ganz speziellen Blick auf diesen Mannschaftsteil, war er doch selbst jahrelang Werders Sechser.

Konkurrenzkampf hat keine Spuren hinterlassen

Als Baumann 2009 aufhörte, rückte Bargfrede nach. Der inzwischen 28-Jährige galt im Mittelfeld immer als gesetzt, wenn er denn gesund war. Unter Nouri änderte sich das, da bekam häufig Eggestein den Vorzug. Gemeinsam standen sie nie in der Startelf. Kohfeldt änderte das. Abstimmungsprobleme gab es da keine. „Wir kennen uns ja gut aus dem Training“, sagt Eggestein und grinst. Sie können schon sehr gut miteinander. „Wir schätzen uns und haben ein sehr gutes Verhältnis.“ Der direkte Konkurrenzkampf hat keine Spuren hinterlassen. Nun genießen sie die gemeinsamen Auftritte.

Einen Makel gibt es aber doch bei dem Trio: Nur Delaney hat in dieser Saison bislang getroffen. Ein bisschen wenig für ein Mittelfeld, das nun auch wesentlich offensiver denken darf. Doch Kohfeldt bleibt da ganz entspannt und behauptet: „Sie sind schon torgefährlich und werden auch bald Tore schießen.“

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