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Milos Veljkovic schlüpft bei Werder Bremen mehr und mehr in eine verantwortungsvollere Rolle.

Deutliche Worte des Werder-Verteidigers

Veljkovic: „Wir sind keine Verlierer-Typen“

Bremen - Bislang war Milos Veljkovic eher für leise und eher unverbindliche Töne bekannt. Doch diese Vorsicht hat der Werder-Profi abgelegt – irgendwie passend zu seiner rasanten sportlichen Entwicklung.

Bei Werder ist er längst Stammspieler, mit Serbien hat er sich gerade für die WM qualifiziert. Und so fand er nach der Rückkehr von seiner Länderspielreise deutliche Worte zur Situation in Bremen: „Wir sind keine Verlierer-Typen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Es ist nicht die einzige interessante Aussage des 22-Jährigen in einer Medienrunde vor dem Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach (18 Uhr).

Kritik am Trainer ist Veljkovic zu einfach

„Klar, man kann dem Trainer die Schuld geben“, sagt Veljkovic mit Blick auf nur vier Punkte aus sieben Spielen und Platz 17 in der Tabelle: „Aber es liegt doch an uns. Wir müssen effektiver sein auf dem Platz.“ Alexander Nouri sei da kein Vorwurf zu machen, denn bis auf die Punkteausbeute sei eigentlich alles okay. „Wir können zuversichtlich sein. Wir stehen hinten gut, wir haben viele Chancen – wir haben in fast allen Spielen eine gute Leistung gezeigt“, behauptet der Innenverteidiger: „Uns fehlt das Torglück. Es muss endlich mal der Knoten platzen.“

Möglichst schon am Sonntag gegen Mönchengladbach. Den ersten Saisonsieg zu versprechen, das hält Veljkovic nicht für seriös. „So etwas kann man doch nicht zu 100 Prozent vorhersagen.“ Versprechen kann er aber vollen Einsatz, volle Konzentration. Die sei gegen Mönchengladbach auch bitter nötig. Borussia-Angreifer Rafael sei ein „Weltklassespieler, den ich natürlich nicht vorbeikommen lassen will“.

Sorgen, dass er aus der Startformation rutschen könnte, weil nun alle Innenverteidiger fit sind, macht er sich nicht. Warum auch? Nouri hat ihn zuletzt sogar zum Abwehrchef gemacht. Möglicherweise sorgte auch das dafür, dass ihn Nationalcoach Slavoljub Muslin für die entscheidenden WM-Qualifikationsspiele nominierte. Zum Einsatz kam Veljkovic zwar nicht, aber der 22-Jährige kehrte schwer beeindruckt nach Bremen zurück.

Rein theoretisch könnte Veljkovic immer noch für die Schweiz auflaufen, das Land, in dem er aufgewachsen ist. „Das ist aber kein Thema mehr“, stellt Veljkovic nun erstmals ausdrücklich klar. „Ich bin sehr glücklich“, sagt er und strahlt über das ganze Gesicht: „Das war ein Riesenerfolg für unser Land. Nicht allen Serben geht es gut. Wir sind für die ein Vorbild, deswegen war der Druck auch sehr groß.“ Die Freude auch. Nach der Qualifikation blieb keine Zeit mehr für ein Gespräch mit dem Coach. Der hatte ihm aber schon vorher gesagt, dass Veljkovic einfach zusehen solle, weiterhin im Verein regelmäßig zu spielen. Dann klappe es auch mit der WM in Russland.

Serbe bestellt Grüße von Ex-Bremer Dusko Tosic

Aber Veljkovic hat nicht nur diese Worte noch im Ohr. Der Ex-Bremer Dusko Tosic ließ zum Beispiel „liebe Grüße nach Bremen ausrichten“. Beeindruckt haben ihn aber vor allem seine Teamkollegen Nemanja Matic und Kapitän Branislav Ivanovic. „Was sie in der Halbzeit der Mannschaft rüberbringen, ist wirklich stark. Sie sprechen etwas an – und das hat einen Effekt auf alle.“ Daran will sich Veljkovic nun orientieren. „Ich werde nicht genau das gleiche sagen. Ich mache es auf meine Art“, erklärt der Abwehrspieler und kündigt an: „Wenn man etwas sagen muss, dann werde ich es sagen.“

Der junge Serbe schlüpft also mehr und mehr in eine verantwortungsvollere Rolle. Er demonstriert Selbstvertrauen. Genau das fehlt seinen offensiven Kollegen zurzeit. Doch Veljkovic ist weit davon entfernt, die Mannschaft deshalb in gut und gerade nicht so gut zu spalten. „Wir Abwehrspieler sind doch auch für Tore verantwortlich und können mal treffen“, betont er und grinst, als er an das Pokalspiel gegen Würzburg erinnert wird: Mit seinem ersten Tor im Werder-Trikot hatte er sein Team auf die Siegerstraße geschossen. Eine Wiederholung ist aus Bremer Sicht am Sonntag sehr erwünscht.

Milos Veljkovic: Seine Karriere in Bildern

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