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Milos Veljkovic hat sich in der Werder-Abwehr als Stammspieler etabliert.

Serbe plant Zukunft bei Werder

Veljkovic: Neuer Vertrag als Bastion gegen „Angriffe“ von außen

Bremen - Es war der Sommer vor zwei Jahren, als Trübsal das Fußballer-Leben von Milos Veljkovic bestimmte. Seit einem halben Jahr stand der U20-Weltmeister zu diesem Zeitpunkt bei Werder Bremen unter Vertrag und war kreuzunglücklich.

Der damalige Trainer Viktor Skripnik setzte nicht auf den jungen Serben. Und der wollte am liebsten nichts wie wieder weg. „Ich habe gedacht, dass es besser wäre, ausgeliehen zu werden“, verriet Veljkovic einmal. Dass die Situation von damals überhaupt nicht mehr in Einklang zu bringen ist mit der aktuellen Lage, zeigt, wie steil die Entwicklung des Innenverteidigers verlaufen ist. Nun hat Veljkovic seinen Vertrag bei Werder langfristig verlängert und steigt vom Lehrling, der er einmal war, zur etablierten Kraft auf.

Der SV Werder verkündete die Einigung mit dem serbischen WM-Teilnehmer am Freitagmittag. Eine genaue Angabe zur Vertragslaufzeit machte der Club zwar nicht, doch die Formulierung „langfristig“ deutet auf 2022 oder gar 2023 als neue Jahreszahl im neuen Vertrag hin. Auf jeden Fall sind die Bremer jetzt auf der sicheren Seite und haben aus dem ursprünglich bis 2019 laufenden und nur spärlich dotierten Kontrakt eine Bastion gegen Angriffe von außen gemacht.

Baumann: „Es gab konkretes Interesse anderer Clubs“

Veljkovic, der bislang noch sein Anfang 2016 ausgehandeltes Einstiegsgehalt im unteren sechsstelligen Bereich bezog, wird nun üppiger bezahlt und ist nicht mehr so leicht von anderen Clubs zu verführen. Baumann: „Natürlich ist der Vertrag mit einem Gehaltssprung verbunden. Das hat sich Milos auch verdient.“ Und auf Abwerbungsversuche anderer Interessenten mussten die Bremer auch gar nicht erst warten, sie waren schon da.

„Es war nicht so schwer, Milos von der Vertragsverlängerung bei uns zu überzeugen, weil er sich zuletzt sehr gut bei uns entwickelt hat, sich wohlfühlt und ein gutes Umfeld vorfindet. Aber es war auch kein Selbstläufer. Wenn es ihm nur ums Geld gegangen wäre, wäre er wohl woanders hingegangen. Es gab konkretes Interesse anderer Clubs.“

Werder hat dieses Interesse pariert und einen Spieler gebunden, der in der abgelaufenen Saison zur Stammkraft in der Innenverteidigung und zum Nationalspieler Serbiens aufgestiegen ist. 30 Mal stand Veljkovic bei Bundesliga-Spielen in der Startelf, 29 Mal spielte er über 90 Minuten. In der durchschnittlichen Bewertung der DeichStube erhielt er die Note 3,18 – als Feldspieler schnitten nur Niklas Moisander (3,06) und Philipp Bargfrede (3,17) besser ab.

„Obwohl Milos noch sehr jung ist, spielt er sehr clever, sehr geschickt und sehr abgebrüht. Seine Entwicklung ist dabei noch längst nicht am Ende angelangt. Milos will immer weiter dazulernen, da ist noch viel Potenzial vorhanden“, urteilt Baumann und gibt zu, erleichtert zu sein, Veljkovic halten zu können: „Wir sind froh, dass wir hinter diese Personalie einen Haken machen können.“ Und das sogar noch vor der WM, die für Veljkovic natürlich eine Chance zur weiteren Marktwertsteigerung werden könnte.

Vertragsverlängerung nicht zur reinen Preissteigerung gedacht

Zur Wiedervorlage wird sein Name in diesem Sommer bei Werder aber definitiv nicht mehr kommen. Auch nicht, wenn Veljkovic durch WM-Einsätze weitere Interessenten anlocken sollte. Der Vertrag sei nicht mit dem Ziel geschlossen worden, den Preis in die Höhe zu treiben, sondern um die Zukunft miteinander zu gestalten, erklärt Baumann. „Ein Wechsel wäre Quatsch. Das ist von Milos nicht gewollt und von uns auch nicht.“

Er freue sich auf die nächsten Jahre in Bremen, sagt Veljkovic in einer Vereinsmitteilung: „Ich bin mit Werder zuletzt große und wichtige Schritte in meiner Karriere gegangen. Diesen Weg möchte ich fortsetzen.“ Dieser Weg begann, als Baumann-Vorgänger Thomas Eichin das damals 20 Jahre alte Talent im Januar 2016 verpflichtete. 350.000 Euro überwiesen die Bremer damals an Tottenham Hotspur. Auch diese Summe ist – wie Veljkovics Sommer-Frust vor zwei Jahren – mit der Aktualität überhaupt nicht mehr in Einklang zu bringen. Mittlerweile wird sein Marktwert auf mehr als sechs Millionen Euro geschätzt.

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Milos Veljkovic: Seine Karriere in Bildern

Milos Veljkovic
Milos Veljkovic spielte zunächst in der Jugend des FC Basel, seiner Heimatstadt. 2011 folgte der Wechsel nach England zur U18 von Tottenham Hotspurs. © imago
Milos Veljkovic
Bei den Profis von Tottenham hatte er 2014 zwei Premier-League-Einsätze. In der Saison 2014/15 wurde er zuerst an den FC Middlesbrough und dann an Charlton Athletic verliehen. © imago
Im Februar 2016 verpflichtete Werder Bremen den damals 20-jährigen Verteidiger.
Im Februar 2016 verpflichtete Werder Bremen den damals 20-jährigen Verteidiger. © gumzmedia
Veljkovic absolvierte drei Spiele für Werders U23...
Veljkovic absolvierte drei Spiele für Werders U23... © gumzmedia
...und stand im März 2016 in drei Erstligaspielen auf dem Platz.
...und stand im März 2016 in drei Erstligaspielen auf dem Platz. © gumzmedia
Milos Veljkovic
Es folgte eine vierwöchige Verletzungspause nach einem Zehenbruch im Training. Als er wieder fit war, wurde er zum Stammspieler in Werders zweiter Mannschaft. © Gumz
Milos Veljkovic
Ende des Jahres 2016 bekam Veljkovic wieder Einsatzzeit im Bundesliga-Team und wurde von da an zu einer festen Größen in Werders Abwehrkette. © Gumz
Sein erstes Tor für die Grün-Weißen erzielte er 2017 in der ersten DFB-Pokalrunde gegen die Würzburger Kickers. Werder gewann das Spiel 3:0.
Sein erstes Tor für die Grün-Weißen erzielte er 2017 in der ersten DFB-Pokalrunde gegen die Würzburger Kickers. Werder gewann das Spiel 3:0. © gumzmedia
Milos Veljkovic
Der gebürtige Schweizer läuft für die serbische Nationalmannschaft auf. Mit der U19 gewann er 2013 die Europameisterschaft, zwei Jahre später wurde er sogar U20-Weltmeister. Bei der U21-Europameisterschaft 2017 schied sein Team jedoch in der Vorrunde aus. © imago
Milos Veljkovic
Im Oktober 2017 wurde er erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert. Serbien siegte gegen Georgien und qualifizierte sich für die WM 2018 in Russland, Veljkovic kam aber nicht zum Einsatz. © imago
Beim 3:1-Erfolg über den 1. FC Köln am 12. März 2018 erzielte Veljkovic seinen ersten Treffer in der Bundesliga.
Beim 3:1-Erfolg über den 1. FC Köln am 12. März 2018 erzielte Veljkovic seinen ersten Treffer in der Bundesliga. © gumzmedia
Veljkovic wurde für die WM 2018 nominiert und durfte im Gruppenspiel der Schweiz gegen Brasilien ran. Hier ist der Bremer mit Gabriel Jesus im Zweikampf. Im Achtelfinale ging es gegen Schweden nach Hause (0:1).
Veljkovic wurde für die WM 2018 nominiert und durfte im Gruppenspiel der Schweiz gegen Brasilien ran. Hier ist der Bremer mit Gabriel Jesus im Zweikampf. Im Achtelfinale ging es gegen Schweden nach Hause (0:1). © imago

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