+
Werder-Trainer Florian Kohfeldt hat sich vor dem Abflug nach Spanien den Fragen der DeichStube gestellt. 

Werder ins Trainingslager aufgebrochen

Neustart für Kohfeldts schwere Mission

Bremen - Hinter den Trainingsplätzen des „La Finca Golf Resort“ im spanischen Algorfa erheben sich zwei mächtige gelbe Baukräne. Sie sind der klare Hinweis darauf, dass dort, in dem kleinen Ort nahe der Mittelmeerküste, etwas Neues entsteht. Und das ist wiederum der perfekte Brückenschlag zu Werder Bremen.

Der Bundesligist ist am Neujahrs-Abend Richtung Algorfa aufgebrochen und wird dort für sieben Tage am Fuße der Kräne sein ganz eigenes Bauprojekt vorantreiben. Trainer Florian Kohfeldt hat diese eine Woche Zeit, um das Team weiter zu stabilisieren und das Fundament für den Klassenerhalt zu legen. „Wir wollen uns in der Rückrunde möglichst schnell aus dem Abstiegskampf verabschieden. Das ist das oberste Ziel“, sagt Kohfeldt. Es ist eine ziemlich große Aufgabe.

Erstes Training am Dienstag um 11 Uhr

Als Tabellen-16. hatte sich Werder Bremen aus der Hinrunde verabschiedet – die schwere Mission Klassenerhalt wird nun nach nur zehn Tagen Urlaub fortgesetzt. Erstmal gehe es jetzt darum „als Gruppe wieder schnellstmöglich zusammenzufinden“, so Kohfeldt vor dem Abflug aus Bremen um kurz nach 20.00 Uhr. Die Gruppe der Reisenden, zu der der Chefcoach gehörte, war allerdings alles andere als komplett. Neben dem Trainerteam und einigen Physiotherapeuten waren lediglich zehn von 25 für das Trainingslager eingeplanten Spieler mit dabei. Der große Rest hatte die Erlaubnis, auf eigene Faust aus den Urlaubs- oder Heimatorten nach Algorfa zu reisen. Einzige Vorgabe: Bis ein Uhr in der Nacht mussten alle im Hotel sein. Um 9.00 Uhr ist am Dienstag das gemeinsame Frühstück angesetzt, um 11.00 Uhr geht es das erste Mal raus auf den Platz. Und dann gibt es nur eine Devise: Vollgas!

Volle Dosis Arbeitseifer

„Auch wenn die Pause nur kurz war, ist es wichtig, jetzt schnell wieder den Rhythmus aufzunehmen“, meint Kohfeldt, der vor seiner ersten Vorbereitung als Trainer eines Bundesligisten steht. Nervosität sei dabei nicht im Spiel, sagt er, dafür aber die volle Dosis Arbeitseifer. Seine To-do-Liste für die Tage in Spanien: „Inhaltlich wird es zunächst um das offensive Positionsspiel gehen und um die Frage: Wie wollen wir mit dem Ball agieren, wenn der Gegner in der defensiven Ordnung steht? Das ist der eine große Schwerpunkt. Und dann werden wir uns auch um unser Defensivverhalten kümmern – beginnend mit dem Gegenpressing.“ Grundlagenarbeit wie Konditionstraining mittels Morgenläufen steht nicht auf dem Arbeitsplan. Kohfeldt: „Dafür fehlt uns die Zeit. Das haben die Spieler hoffentlich alle in ihrem Urlaub erledigt.“

Kohfeldt: „Alle sind fit“

Entsprechende Aufträge waren erteilt worden, ob alle mitgezogen haben, wird im Trainingslager überprüft. Die ersten Rückmeldungen seien aber positiv gewesen, so der Chefcoach: „Alle sind fit, alle konnten ihre Läufe absolvieren. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft fit ins Trainingslager kommt und wir sofort fußballerisch arbeiten können.“

Bei Florian Kohfeldt verbirgt sich hinter „fußballerisch arbeiten“ allerdings nicht nur die Tätigkeit auf dem Trainingsplatz, sondern auch ganz viel Theorie. Besprechungen, Analysen, Videostudium – „es wird auch viel abseits des Rasens gearbeitet werden“, sagt der 35-Jährige, dessen Vorbereitung auf die Rückrunde stärker noch als unter anderen Trainern „ein Mix aus verschiedenen Methoden“ sein soll.

Ohne Neuzugang ins Trainingslager

Dabei kann und muss Kohfeldt auf das bekannte Personal bauen. Weder hat Sportchef Frank Baumann ihm bislang einen Neuzugang präsentiert – gesucht wird vor allem ein schneller Außenstürmer als Ersatz für den langzeitverletzten Fin Barrels – noch wurde ein Spieler transferiert. So ist auch Luca Caldirola als Spitzenreiter der Wackelkandidaten-Hitliste im Trainingslager dabei. „Ich habe ja gesagt, dass ich keinen Spieler abgeben möchte“, wiederholt Kohfeldt, der sich übrigens auf den Arbeitsbeginn an Neujahr nach eigener Aussage „sehr ruhig“ und top-professionell vorbereitet hat. Als zum Jahreswechsel das Feuerwerk am Himmel über Bremen explodierte, „lag ich schon im Bett“.

Schon gelesen?

Die DeichStube sucht die beste Werder-Elf aller Zeiten

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare