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Die Kollegen beim HSV feiern den Ex-Bremer Aaron Hunt (3.v.r.) - und das kurz vor dem Nordderby.

HSV feiert Ex-Bremer

Hunt nicht länger verkannt

Hamburg - Als Trainer Markus Gisdol seinen Matchwinner in der Nachspielzeit vom Platz nahm, geschah Bemerkenswertes: Die Fans des Hamburger SV feierten Aaron Hunt mit Standing Ovations.

Eine Form der Zuneigung, die der Mann mit 14 Jahren Bremer Vergangenheit an der Elbe so noch nicht kannte. Hunt hatte mit seinem Doppelpack beim 2:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim den wichtigen Dreier eingetütet – und ganz nebenbei war es ein perfektes Warm-up für sein erstes Nordderby als Werder-Gegner (Sonntag, 15.30 Uhr).

„Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in diesem Stadion schon mal so gefeiert wurde. Ein sehr schönes Gefühl“, sagte Hunt, sichtlich erfreut. Es war sein erster Doppelpack im HSV-Trikot. Zwei Treffer in einem Spiel hatte er zuletzt im November 2014 für Wolfsburg geschafft, in der Europa League gegen Krasnodar.

Topform rechtzeitig zum ersten Nordderby gegen Werder

Hunt, der Held. Was für eine Wende in seiner HSV-Zeit. Im Winter galt der 30-jährige Angreifer als aussortiert. Und im Frühling ist der oft skeptisch Beäugte plötzlich ein Leistungsträger, gewinnt Spiele für den HSV. Für Lewis Holtby ist das allerdings keine Überraschung: „Er war für mich immer ein Top-Fußballer. Das war schon die letzten zehn Jahre so.“ Und Dennis Diekmeier schwärmte: „Er ist ein überragender Spieler. Was der am Ball kann, können nur wenige.“

Hunt erblüht in Hamburg genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn jetzt kommt das Nordderby. Noch nie ist er in der Bundesliga dort als Gegner angetreten. Mit Wolfsburg und dem HSV hat er bislang alle Duelle in Bremen verletzt verpasst. Nun sagt er: „Ich hoffe, es passiert in der nächsten Woche nichts mehr, und ich bin endlich dabei. Auf uns wartet dort ein richtig geiles Spiel, da freuen wir uns alle drauf. Und wir wollen natürlich nachlegen.“

Papadopoulos fehlt in Bremen gelbgesperrt

Hunt hatte die Stimmung im Volkspark überkochen lassen. Erst mit seinem Freistoß in der 25. Minute, als 1899-Keeper Oliver Baumann mit einem Schritt nach rechts die Torwart-Ecke frei machte, und dann eine Viertelstunde vor Schluss, als ihn Bobby Wood vor dem leeren Tor bediente. Gisdol hatte ein Sonderlob für Hunt parat, verpackt in seine eigene Sicht der Dinge: „Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass er so gut ist, weil er so gut verteidigt“, erklärte der Coach: „Man hat ja manchmal Spieler, die auch im fortgeschrittenen Alter noch Entwicklungsschritte machen.“

Für Hunt selbst hat seine Topform viel mit der lautstarken Unterstützung der Fans zu tun: „Das ist zum großen Teil Kopfsache. Natürlich fühlt man die Müdigkeit. Aber man muss über diesen Punkt hinwegkommen, darf sich damit nicht beschäftigen. In jedem Spiel hat man einmal das Gefühl, total kaputt zu sein. Aber gerade in Heimspielen werden wir durch das Publikum noch einmal beflügelt.“

Auch Julian Nagelsmann war beeindruckt von der besonderen Atmosphäre: „Wir hatten Probleme, auf das emotionale Niveau des HSV zu kommen. Das war dem Publikum geschuldet“, sagte Hoffenheims Trainer. Bis auf den Foulelfmeter von Andrej Kramaric (35.) blieb die seltsam gebremste TSG in der Offensive vieles schuldig. Der Wermutstropfen für den HSV: Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos fehlt in Bremen gelbgesperrt. sid

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