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Aaron Hunt hat den HSV gegen Hoffenheim mit einem Doppelpack zum Sieg geschossen.

„Werder wird noch in seinem Herzen sein“

Das mulmige Hunt-Gefühl

Bremen - Am Ostersonntag kommt der langjährige Werderaner Aaron Hunt erstmals als Gegner ins Weserstadion. Seine Ex-Mitspieler vermuten, dass er Werder immer noch im Herzen trägt.

Der Betroffene selbst schweigt: Aaron Hunt gibt keine Interviews – oder besser gesagt: fast keine. Denn nach seinen beiden Toren zum Hamburger 2:1-Sieg gegen Hoffenheim wurde er am vergangenen Wochenende vom Verein quasi genötigt, sich den Medien zu stellen. Viel gesagt hat er dabei aber trotzdem nicht. Und so ist unklar, wie sich Hunt vor seinem ersten Auftritt im Weserstadion als Nicht-Werderaner fühlt. Doch seine Ex-Kollegen haben da so eine Ahnung – und auch eine Hoffnung.

„Ich denke schon, dass er ein bisschen ausgepfiffen wird“, sagt Santiago Garcia – und seine Frau Carla ergänzt: „Das gehört zum Fußball dazu, die Fans nehmen das sehr persönlich.“ Schließlich trägt Hunt jetzt aus Werder-Sicht die falscheste Raute, die ein Spieler nur tragen kann: die Hamburger. Doch Carla hofft, dass es eher „nette Pfiffe“ werden, denn gerade bei Hunt leidet sie besonders mit: „Ich bin eine sehr gute Freundin seiner Frau.“

Auch Zlatko Junuzovic wünscht sich, „dass es human wird. Die Fans sollten nicht vergessen, was Aaron Großes für den Verein geleistet hat. Aber natürlich tut es weh, dass er jetzt im HSV-Dress aufläuft.“

Mit gerade einmal 14 Jahren war Hunt 2001 aus Goslar ins Werder-Internat gezogen. Nur drei Jahre später feierte er sein Bundesliga-Debüt. Es folgten 214 weitere Partien im Bundesliga-Oberhaus mit 46 Toren. Der Pokalsieg 2009 war dabei sein größter Werder-Erfolg. Nach 13 Jahren folgte er 2014 Manager Klaus Allofs zum VfL Wolfsburg, den er aber nur ein Jahr später schon wieder Richtung HSV verließ.

„Er hat von der Jugend an so lange für diesen Verein gespielt, da wird Werder noch in seinem Herzen sein“, ist Junuzovic überzeugt – und nicht nur davon: „Aaron wird ein mulmiges Gefühl haben, zum ersten Mal als Gegner und dann noch als Hamburger ins Weserstadion zu kommen.“

Hunt zum ersten Mal als Gegner im Weserstadion

Zwei Mal bewahrte ihn in der Vergangenheit eine Verletzung vor dem schwierigen Gang an der Ostkurve vorbei auf den Rasen seines alten Wohnzimmers. Nun ist der 30-Jährige aber fit – und dazu in absoluter Topform. Schon vor seinen beiden Toren gegen Hoffenheim trumpfte der Ex-Nationalspieler (drei Einsätze) groß auf.

Dabei hatte er den Club im Winter eigentlich verlassen sollen. Doch nun ist er für HSV-Trainer Markus Gisdol ein richtig wichtiger Mann. „Es freut mich für ihn, dass es so gut läuft“, sagt Junuzovic: „Aber gegen uns muss er keinen Stich machen.“ Bange machen gilt nicht – und so stellt Garcia klar: „Klar müssen wir auf ihn aufpassen, aber wir haben keine Angst vor ihm.“ Auch Claudio Pizarro freut sich für Hunt über dessen Aufschwung, stellt aber klar: „Am Sonntag wird er nicht nach dem Spiel jubeln – sondern wir.“

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