Nuri Sahin setzt sich für seinen langjährigen Weggefährten Mario Götze ein.
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Nuri Sahin setzt sich für seinen langjährigen Weggefährten Mario Götze ein.

Werder-Profi verteidigt Dortmunder Ex-Kollegen

Sahins Appell an alle: „Lasst Götze in Ruhe!“

Bremen - Sie waren beide noch als Teenager in die Bundesliga gekommen, sie spielten gemeinsam viele Jahre für Borussia Dortmund. Nun steckt der eine in der Krise, und der andere versucht zu helfen.

Nuri Sahin hat deshalb eine bemerkenswerte Botschaft in die Bundesliga gesendet, in der er sich für mehr Zurückhaltung im Umgang mit Borussia Dortmunds Mario Götze stark macht. „Lasst den Jungen doch einfach mal in Ruhe“, fordert der Werder-Profi in einem Interview mit Eurosport. Obwohl der BVB derzeit ausreichend positive sportliche Schlagzeilen produziert, ist das Thema Götze dennoch nicht kaputtzukriegen. Ist er dabei – ja oder nein? Spielt er? Spielt er nicht? Wieso, weshalb, warum? Immer Götze, Götze, Götze. Für Sahin ist längst der Punkt des Erträglichen überschritten.

„Es ist offensichtlich, dass Mario im Moment sportlich etwas hinterherhinkt. Das ist aber absolut menschlich, jeder hat diese Phase schon mal durchgemacht. Aber lasst ihn doch einfach mal machen. Man muss auch mal aufhören damit, die ganze Zeit über Mario Götze zu reden. Das tut dem Jungen nicht gut. Er ist sehr stark, ich kenne ihn. Aber immer mit der Lupe auf ihn zu halten, da kannst du nicht funktionieren. Könnte ich auch nicht“, sagt Sahin, der vor allem ehemalige Profis, die sich in Medien negativ über Götzes Situation äußern, ins Visier nimmt: „Gerade die müssen solche Situationen doch kennen. Dass ausgerechnet die draufhauen, kann ich nicht verstehen.“

Nuri Sahin kritisiert den öffentlichen Umgang mit Mario Götze: „Bei Mario gibt es nur saustark oder sauschlecht. Ich finde das extrem unfair.“

Sahin kennt Götze seit dessen 16. Lebensjahr, seit er als großes Talent erstmals beim BVB-Training auftauchte. Ein besonderer Moment für alle, die dabei gewesen waren, meint Sahin: „Ich weiß es noch genau: Ich stand neben Jürgen Klopp und wir haben 4-gegen-4 gespielt. Der Junge hat keinen Zweikampf geführt, aber auch keinen Ball verloren, und seine Mannschaft hat immer gewonnen. Da habe ich zu Jürgen gesagt: ,Trainer, was ist das?‘ Ich war in meiner Karriere – abgesehen von Cristiano Ronaldo, der über allen steht – bei vier Spielern baff, als ich sie das erst Mal habe spielen sehen: bei Götze, Marco Reus, Angel Di Maria und bei Marcelo. Bei denen habe ich im ersten Moment gesagt: Wow!“

Das Wow wurde bei Mario Götze noch größer, weil er 2014 im WM-Finale das entscheidende Tor für Deutschland erzielte. Doch augenblicklich spielt der 26-Jährige bei BVB-Trainer Lucien Favre kaum eine Rolle. Und das sorgt für große mediale Aufregung.

„Bei Mario gibt es nur saustark oder sauschlecht. Ich finde das extrem unfair“, klagt Sahin und richtet einen Appell an alle: „Mario ist ein fantastischer Fußballer, ein fantastischer Mensch. Er wird wieder zu alter Stärke finden. Aber lasst ihn doch einfach mal in Ruhe. Lasst ihn doch das sein, was er noch nie in seiner Karriere war: Einfach ein Spieler, der mal ein bisschen Ruhe braucht.“

Werder erinnert an die „jungen Wilden“ in Dortmund

Auch über Werder Bremen findet Sahin beeindruckende Worte. Denn bei seinem neuen Club erkennt er durchaus Parallelen zum Aufschwung von Borussia Dortmund vor einigen Jahren: „Der ausschlaggebende Punkt für meinen Wechsel war, dass ich Fußballspielen, auf dem Platz stehen will und dass ich zu einem Verein komme, der mich sehr an die Zeit erinnert, wo es bei uns ‚jungen Wilden‘ in Dortmund losging. Die Ambitionen des Vereins waren mir auch sehr wichtig.“

Überzeugt hätten den ehemaligen türkischen Nationalspieler die Gespräche mit Sportchef Frank Baumann und vor allem Coach Florian Kohfeldt. „Als ich mit unserem Trainer gesprochen habe, habe ich direkt gemerkt: der will“, sagt Sahin. „Man merkt, dass er für diesen Verein brennt, dass er für seinen Job brennt. Das finde ich alles sehr interessant und ich bin mir sicher, dass er eine große Karriere vor sich hat.“

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