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2005 war ein Jahr für die Bundesliga-Geschichtsbücher, denn in dem Jahr tauchte Nuri Sahin auf der großen Bühne auf und brach gleich mehrere Rekorde.

29-Jähriger wechselt zu Werder

Rekordjäger Sahin: Über Madrid und Liverpool nach Bremen

Bremen - Nuri Sahin ist Werders letzter Neuzugang. Der 29-Jährige ist schon viel herumgekommen in Fußball-Europa, hat zudem einige Rekorde aufgestellt. Wir haben einen Blick auf seine Karriere geworfen.

Borussia Dortmund, Real Madrid und der FC Liverpool - alles große Vereine, für die der in Lüdenscheid geborene Sahin bisher gespielt hat. Wenngleich mit unterschiedlichem Erfolg. Angefangen hatte aber alles beim RSV Meinerzhagen, seinen Heimatclub im Westen des Sauerlands, den er nun trotz seines Wechsels ins rund 300 Kilometer entfernte Bremen weiterhin unterstützen möchte. 2001 verließ der Mittelfeldspieler den Verein aus der Kleinstadt Meinerzhagen (21.000 Einwohner) und wechselte zum BVB. Dort betrat er vier Jahre später erstmals die große Fußballbühne.

Gleich vier Rekorde hat Sahin als Jugendlicher aufgestellt: Der Deutsch-Türke ist jüngster Bundesliga-Spieler der Geschichte (16 Jahren, 355 Tagen), jüngster Torschütze der Liga (17 Jahre, 82 Tage), jüngster türkischer Nationalspieler sowie jüngster Torschütze im Dress der Türkei (8. Oktober 2005, Tor zum 2:0-Endstand gegen Deutschland).

In seinen ersten beiden Jahren als Fußball-Profi absolvierte Sahin 47 Bundesligaspiele für den BVB. Trotzdem zog es ihn zur Saison 2007/08 per Leihe zu Feyenoord Rotterdam - zu seinem Förderer und ehemaligen Dortmund-Trainer Bert van Marwijk. Denn Coach Thomas Doll - kam 2007 zum BVB - plante nicht mit Sahin. Mit dem niederländischen Club wurde Sahin Pokalsieger. Es war sein erster Titel im Herrenbereich.

Sahin unterschrieb für sechs Jahre bei Real Madrid

Im Sommer 2008 kehrte der türkische Nationalspieler (52 Einsätze, inzwischen zurückgetreten) zur Borussia zurück - und etablierte sich in der Rückrunde als Stammspieler. Eine Saison später brachte es Sahin in 33 Startelf-Einsätzen auf vier Tore und acht Torvorlagen. 2011 folgte der große Erfolg: Sahin führte den BVB zur Deutschen Meisterschaft und wurde zum Mittelfeldspieler der Saison gekürt. Da war es nur eine logische Konsequenz, dass noch größere Vereine bei ihm anklopften. So wechselte Sahin für zehn Millionen Euro zu Real Madrid. Dort unterschrieb er einen Sechsjahresvertrag - keine gute Entscheidung, wie sich ziemlich schnell herausstellte.

Beim spanischen Rekordmeister kam der Mittelfeldmann unter Jose Mourinho kaum zum Zug, absolvierte nur zehn Pflichtspiele. Zu groß war die Konkurrenz von Top-Stars wie Xabi Alonso, Lassana Diarra und Sami Khedira. Die Folge: Sahin verließ Madrid wieder und wechselte nach nur einer Spielzeit auf Leihbasis zum FC Liverpool. Doch auch in der Premier League lief es nicht besser. Sahin war oft nur Zuschauer, brachte es in 30 Pflichtspielen auf nur zwölf Einsätze. Deutlich zu wenig für ein Talent seines Kalibers.

Nuri Sahin: Seine Karriere in Bildern

Nuri Sahin hat im zarten Alter von 16 Jahren, elf Monaten und einem Tag sein Bundesliga-Debüt gefeiert - bis heute Rekord!
Nuri Sahin hat im zarten Alter von 16 Jahren, elf Monaten und einem Tag sein Bundesliga-Debüt gefeiert - bis heute Rekord als jüngster Fußballer in der deutschen Belle Etage! © imago
Die nächste Bestmarke gab es für das erste Bundesligator: Mit 17 Jahren, zwei Monaten und 21 Tagen ist Sahin der jüngste Torschütze.
Die nächste Bestmarke gab es für das erste Bundesligator: Mit 17 Jahren, zwei Monaten und 21 Tagen ist Sahin der jüngste Torschütze. © imago
Nach einer einjährigen Leihe zu Feyernoord Rotterdam (2007/2008) ging es zurück zum BVB, wo mittlerweile ein gewisser Jürgen Klopp das Zepter schwang.
Nach einer einjährigen Leihe zu Feyernoord Rotterdam (2007/2008) ging es zurück zum BVB, wo mittlerweile ein gewisser Jürgen Klopp das Zepter schwang. © imago
Unter „Kloppo“ war Sahin der Dirigent im Dortmunder Mittelfeld und trug mit seinen sechs Toren und acht Assists maßgeblich zur Meisterschaft 2010/2011 bei.
Unter „Kloppo“ war Sahin der Dirigent im Dortmunder Mittelfeld und trug mit seinen sechs Toren und acht Assists maßgeblich zur Meisterschaft 2010/2011 bei. © imago
Der Mittelfeldmotor wagte den größtmöglichen Schritt und wechselte am 1. Juli 2011 für 10 Millionen Euro zu Real Madrid. Unter Coach Jose Mourinho kam er nur viermal zum Zug...
Der Mittelfeldmotor wagte den größtmöglichen Schritt und wechselte am 1. Juli 2011 für 10 Millionen Euro zu Real Madrid. Unter Coach Jose Mourinho kam er nur viermal zum Zug... © imago
... und wurde nach nur einer Saison an den FC Liverpool ausgeliehen, wo der Türke jedoch nur siebenmal eingesetzt wurde. 
... und wurde nach nur einer Saison an den FC Liverpool ausgeliehen, wo der Türke jedoch nur siebenmal eingesetzt wurde.  © imago
Wieder aufwärts ging es nach seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund. Am 11. Januar 2013 wurde Sahin als Winterneuzugang offiziell vorgestellt und erreichte unter anderem das Champions-League-Finale 2013.
Wieder aufwärts ging es nach seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund. Am 11. Januar 2013 wurde Sahin als Winterneuzugang offiziell vorgestellt und erreichte unter anderem das Champions-League-Finale 2013. © imago
Nuri Sahin ist 52-mal für die türkische Nationalmannschaft aufgelaufen. Nach der verpassten Qualifikation für die WM in Russland hat Sahin seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Nuri Sahin ist 52-mal für die türkische Nationalmannschaft aufgelaufen. Nach der verpassten Qualifikation für die WM in Russland hat er seinen Rücktritt bekannt gegeben. © imago
Am Deadline Day, 31. August 2018, hat Werder Bremen den Transfer von Nuri Sahin fix gemacht. In Zukunft läuft der Mittelfeldmotor in Grün-Weiß auf.
Am Deadline Day, 31. August 2018, hat Werder Bremen den Transfer von Nuri Sahin fix gemacht. In Zukunft läuft der Mittelfeldmotor in Grün-Weiß auf. © gumzmedia
Sein Pflichtspieldebüt für Werder gab Sahin am dritten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg (1:1).
Sein Pflichtspieldebüt für Werder gab Sahin am dritten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg (1:1). © gumzmedia
Nuri Sahin erzielt am 10. November 2018 beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Tor für Werder Bremen.
Nuri Sahin erzielt am 10. November 2018 beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Tor für Werder Bremen. © imago

Trainer Jürgen Klopp holte Sahin im Januar 2013 zurück nach Dortmund - erst per Leihe für 18 Monate, dann fest für sieben Millionen Euro Ablöse. Der verlorene Sohn war wieder zu Hause, Sahin blühte zeitweise wieder auf, zog ins Champions-League-Finale ein und gewann 2017 den DFB-Pokal. Doch der unumstrittene Superstar war Sahin selten. Immer wieder wurde er von Verletzungen zurückgeworfen, immer wieder bekam er namhafte Neuzugänge vor die Nase gesetzt.

Unter Trainer Lucien Favre hatte Sahin zur neuen Saison schließlich gar keine Zukunft mehr. Bei Konkurrenten wie Axel Witsel, Julian Weigl, Mo Dahoud und dem Ex-Bremer Thomas Delaney hatte er keine realistische Chance mehr auf viel Einsatzzeit. Jetzt wagt Sahin also nochmal den Wechsel, tauscht Schwarz-Gelb gegen Grün-Weiß. In Bremen hofft er wieder auf bessere Zeiten. „Werder ist immer noch ein großer Verein, bei dem man aktuell auch das Gefühl hat, dass hier etwas heranwachsen wird“, sagt er auf „werder.de“. „Ich freue mich darauf, dabei mitwirken zu können.“

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