+
Max Kruse und seine Kollegen beim SV Werder feierten gemeinsam mit den Fans den Sieg gegen Hertha BSC.

Positives Torverhältnis

Plus 1! „Das sieht schön aus“

Bremen - Plus 1! Wie gut sich das liest! Erstmals seit sieben Jahren ist das Torverhältnis von Werder Bremen nach einem 31. Spieltag im positiven Bereich.

Max Kruse hatte den Zähler mit seinem Treffer zum 2:0 gegen Hertha BSC auf 52:51 gestellt und damit den Turnaround in der Bilanz der erzielten und kassierten Treffer geschafft. „Das sieht jetzt natürlich ein bisschen schöner aus“, sagte Sportchef Frank Baumann. Und weil es das sooo lange nicht gegeben hat, erhob Fin Bartels den Tag gleich zu einem „kleinen Feiertag“.

Im Saison-Endspurt: Bestes Torverhältnis seit Jahren

Das letzte Mal, dass eine Bremer Mannschaft drei Runden vor Saisonschluss mit einem positiven Torverhältnis glänzte, war im Frühjahr 2010. Damals stand ein sattes Plus von 28 Toren in der Bilanz, Werder rangierte auf Platz drei und zog am Ende der Saison zum bis dato letzten Mal in die Champions League ein.

Dazu wird es in der laufenden Spielzeit nicht mehr reichen, die Europa League ist aber drin. Weil Werder trifft und gut verteidigt. „Es ist ein Ergebnis der letzten Monate, dass wir defensiv stabiler stehen und trotzdem die Qualität nach vorne haben“, lobt Baumann die Entwicklung der Mannschaft. Die wird noch deutlicher, wenn man sich die Veränderung vom 20. Spieltag bis jetzt vor Augen führt. 24:42 Tore waren es Mitte Februar, danach erzielten die Bremer 28 Treffer, kassierten aber nur neun.

Einzelkritik: Applaus für Bartels, Junuzovic bleibt blass 

Felix Wiedwald: Ein Ibisevic-Kopfball, der genau in seine Arme flog, und eine verirrte Flanke – vor mehr Aufgaben wurde der Torhüter von der Hertha nicht gestellt. Es war ein außergewöhnlich ruhiger Tag für Wiedwald. Note 3,5
Felix Wiedwald: Ein Ibisevic-Kopfball, der genau in seine Arme flog, und eine verirrte Flanke – vor mehr Aufgaben wurde der Torhüter von der Hertha nicht gestellt. Es war ein außergewöhnlich ruhiger Tag für Wiedwald. Note 3,5 © nordphoto
Milos Veljkovic: Zuverlässig, aber unauffällig. Veljkovic erwies sich einmal mehr als stabiles Glied der Dreierkette. Note 3
Milos Veljkovic: Zuverlässig, aber unauffällig. Veljkovic erwies sich einmal mehr als stabiles Glied der Dreierkette. Note 3 © nordphoto
Lamine Sane: Lange ließ der zentrale Innenverteidiger Hertha-Torjäger Vedad Ibisevic keinen Stich. Doch in Minute 83 hatte Sane Glück, dass seine Grätsche im Strafraum nicht als elfmeterwürdiges Foul gewertet wurde – was es war. Der Gesamteindruck war aber positiv. Note 2,5
Lamine Sane: Lange ließ der zentrale Innenverteidiger Hertha-Torjäger Vedad Ibisevic keinen Stich. Doch in Minute 83 hatte Sane Glück, dass seine Grätsche im Strafraum nicht als elfmeterwürdiges Foul gewertet wurde – was es war. Der Gesamteindruck war aber positiv. Note 2,5 © nordphoto
Niklas Moisander: Seine Ruhe und Abgeklärtheit sind bemerkenswert. Moisander war immer Herr der Lage – nur als er einmal zum offensiven Dribbling ansetzte, wurde klar, dass Verteidiger für ihn die optimale Position ist... Note 2,5
Niklas Moisander: Seine Ruhe und Abgeklärtheit sind bemerkenswert. Moisander war immer Herr der Lage – nur als er einmal zum offensiven Dribbling ansetzte, wurde klar, dass Verteidiger für ihn die optimale Position ist... Note 2,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Schickes Tänzchen mit Ball vor dem Hertha-Strafraum gleich zu Beginn, danach ein Spiel mit vielen Aktionen für den Mann auf der rechten Seite. Gebre Selassie war gut in der Partie, vergab aber aus kurzer Distanz die Riesenchance zum 3:0. Note 3
Theodor Gebre Selassie: Schickes Tänzchen mit Ball vor dem Hertha-Strafraum gleich zu Beginn, danach ein Spiel mit vielen Aktionen für den Mann auf der rechten Seite. Gebre Selassie war gut in der Partie, vergab aber aus kurzer Distanz die Riesenchance zum 3:0. Note 3 © nordphoto
Robert Bauer: Einer der auffälligsten Spieler der ersten Halbzeit. Bauer war auf seiner linken Seite extrem viel unterwegs, pushte das Team. Nach der Pause nicht mehr so agil. Glücklos bei seinen zwei Schussversuchen aus der Distanz. Note 3
Robert Bauer: Einer der auffälligsten Spieler der ersten Halbzeit. Bauer war auf seiner linken Seite extrem viel unterwegs, pushte das Team. Nach der Pause nicht mehr so agil. Glücklos bei seinen zwei Schussversuchen aus der Distanz. Note 3 © nordphoto
Maximilian Eggestein (bis 73.): Obwohl Thomas Delaney nach Verletzungspause wieder zur Verfügung stand, bekam Eggestein im defensiven Mittelfeld den Vorzug. Das darf er als Anerkennung für seine gezeigten Leistungen werten. Gegen die Hertha anfänglich mit kleinen Fehlern, fand dann aber zur Sicherheit. Note 3
Maximilian Eggestein (bis 73.): Obwohl Thomas Delaney nach Verletzungspause wieder zur Verfügung stand, bekam Eggestein im defensiven Mittelfeld den Vorzug. Das darf er als Anerkennung für seine gezeigten Leistungen werten. Gegen die Hertha anfänglich mit kleinen Fehlern, fand dann aber zur Sicherheit. Note 3 © nordphoto
Florian Grillitsch (bis 45.): In seinem vorletzten Heimspiel im Weserstadion trat der künftige Hoffenheimer kaum in Erscheinung. Bei einer seiner besten Aktionen – einer riskanten Grätsche gegen Kalou – verletzte er sich leicht am Rücken. Blieb deshalb in der Kabine. Note 3,5
Florian Grillitsch (bis 45.): In seinem vorletzten Heimspiel im Weserstadion trat der künftige Hoffenheimer kaum in Erscheinung. Bei einer seiner besten Aktionen – einer riskanten Grätsche gegen Kalou – verletzte er sich leicht am Rücken. Blieb deshalb in der Kabine. Note 3,5 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Ein toller und ein missglückter Hackentrick – das ist das, was an Aktionen im Gedächtnis hängen blieb. Junuzovic kam diesmal über eine durchschnittliche Leistung nicht hinaus. Note 3,5
Zlatko Junuzovic: Ein toller und ein missglückter Hackentrick – das ist das, was an Aktionen im Gedächtnis hängen blieb. Junuzovic kam diesmal über eine durchschnittliche Leistung nicht hinaus. Note 3,5Berlin © nordphoto
Fin Bartels (bis 77.): Stark, wie er vor dem 1:0 den Berlinern Allan und Pekarik weglief und dann auch noch Keeper Jarstein tunnelte. Stark auch sein Riecher bei Jarsteins Fehlpass vor dem 2:0 und die Übersicht, für Kruse querzulegen. Völlig zurecht spendeten die Zuschauer bei Bartels‘ Auswechslung kräftig Applaus. Note 2
Fin Bartels (bis 77.): Stark, wie er vor dem 1:0 den Berlinern Allan und Pekarik weglief und dann auch noch Keeper Jarstein tunnelte. Stark auch sein Riecher bei Jarsteins Fehlpass vor dem 2:0 und die Übersicht, für Kruse querzulegen. Völlig zurecht spendeten die Zuschauer bei Bartels‘ Auswechslung kräftig Applaus. Note 2 © nordphoto
Max Kruse: Vorbereiter des 1:0 mit einem genialen Pass, Vollstrecker beim 2:0 – Kruse bestätigte in der ersten Halbzeit seine bestechende Form. Nach der Halbzeit begnügte er sich jedoch mit dem Nötigsten. Seine letzte Aktion war dann aber wieder top, nur schade, dass Gnabry Kruses Flanke nicht im Tor unterbrachte (89.). Note 2,5
Max Kruse: Vorbereiter des 1:0 mit einem genialen Pass, Vollstrecker beim 2:0 – Kruse bestätigte in der ersten Halbzeit seine bestechende Form. Nach der Halbzeit begnügte er sich jedoch mit dem Nötigsten. Seine letzte Aktion war dann aber wieder top, nur schade, dass Gnabry Kruses Flanke nicht im Tor unterbrachte (89.). Note 2,5 © nordphoto
Thomas Delaney (ab 46.): Comeback nach drei verpassten Spielen. Der Däne zeigte keine Anlaufschwierigkeiten, war in der insgesamt zerfahreneren zweiten Halbzeit eine auffällige Figur. Gute Übersicht bei der Vorbereitung der großen Gebre Selassie-Chance. Note 3
Thomas Delaney (ab 46.): Comeback nach drei verpassten Spielen. Der Däne zeigte keine Anlaufschwierigkeiten, war in der insgesamt zerfahreneren zweiten Halbzeit eine auffällige Figur. Gute Übersicht bei der Vorbereitung der großen Gebre Selassie-Chance. Note 3 © nordphoto
Philipp Bargfrede (ab 73.): Knappe 20 Minuten Spielpraxis für Bargfrede – das wird ihn weiter voranbringen. Note -
Philipp Bargfrede (ab 73.): Knappe 20 Minuten Spielpraxis für Bargfrede – das wird ihn weiter voranbringen. Note - © nordphoto
Serge Gnabry (ab 77.): Er muss sich erst wieder in die Startelf kämpfen. Dafür hätte ein Tor gut getan, doch sein artistischer Abschluss nach Kruse-Flanke strich knapp am Tor vorbei. Note -
Serge Gnabry (ab 77.): Er muss sich erst wieder in die Startelf kämpfen. Dafür hätte ein Tor gut getan, doch sein artistischer Abschluss nach Kruse-Flanke strich knapp am Tor vorbei. Note - © nordphoto

Wie dieser Wandel möglich war? Im Sport1-Doppelpass unternahm der verletzte Kapitän Clemens Fritz den Versuch der Erklärung. „Wir waren in der Hinrunde noch eine ziemlich große Schießbude. Klar haben wir dann an der Defensive gearbeitet, aber es hängt auch damit zusammen, dass wir nicht mehr diesen Hurra-Fußball spielen. Wir haben jetzt eine ganz gute Balance zwischen Defensive und Offensive. Wir können auch mal ein Spiel in Ruhe kontrollieren, aber dann auch wieder schnell umschalten. Das ist momentan eine große Stärke von uns“, sagte der 36-Jährige.

Gegen die Hertha hatten die Bremer zuvor die Anschauungsbeispiele für Fritz‘ Ausführungen geliefert. Das 1:0 entsprang einem von Max Kruse und Fin Bartels perfekt vorgetragenem Konter, und nach dem 2:0 schaltete Werder auf Spielkontrolle um. Am Ende stand das fünfte Zu-Null-Spiel aus den vergangenen elf Partien. Und der kaum geprüfte Keeper Felix Wiedwald konnte sich ernsthaft überlegen, ob er sein knallgelbes Trikot überhaupt in die Wäsche gibt. Wiedwald zufrieden: „Heimsieg ohne Gegentor – etwas Schöneres gibt es doch gar nicht.“

Bilanz nach 31 Spieltagen

Saison

Torverhältnis

Punkte

Platzierung

16/17

+1

45

6

15/16

-20

31

16

14/15

-12

42

7

13/14

-22

36

11

12/13

-15

32

14

11/12

-5

42

8

10/11

-14

38

11

09/10

+28

54

3

08/09

+15

42

10

07/08

+23

57

2

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare