Vor Werder gegen Frankfurt

Werder Bremens Fanmarsch vor Frankfurt-Partie von Polizei gestoppt - anschließend geht es als Demo doch weiter

Bremen – Für einige Momente herrschte Verwirrung. Die Ultras von „Infamous Youth“ hatten im Vorfeld des Heimspiels des SV Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt zu einem Fanmarsch in Bremen aufgerufen, vom Ziegenmarkt aus sollte es zum Wohninvest Weserstadion gehen. Doch ehe die schätzungsweise 3.500 erschienenen Personen wirklich starten konnten, war die Aktion auch schon wieder beendet. Die Polizei stoppte den sogenannten „Corteo“ aufgrund einer Allgemeinverfügung des Ordnungsamtes. Laute Pfiffe waren das Resultat, die Unzufriedenheit war groß. Statt in Kleingruppen ging es für die Fans letztlich aber doch geschlossen zur Arena – weil kurzerhand eine Demo angemeldet worden war.

Um genau zu verstehen, was da am Sonntagnachmittag im Bremer Viertel passierte, ist ein kleiner Tauchgang in die deutsche Bürokratie vonnöten. Schon seit einiger Zeit sind in der Hansestadt Fanmärsche eigentlich untersagt, nachdem es in der Vergangenheit diesbezüglich auch Probleme mit Anhängern gegnerischer Vereine gegeben hatte. Auch aus diesem Grund werden auswärtige Zuschauer vom Hauptbahnhof stets direkt per Bus-Shuttle zum Wohninvest Weserstadion gebracht. Der Erlass gilt aber eben nicht nur für Gäste-Fans, sondern auch für alle, die mit Werder Bremen sympathisieren. Eine entsprechende Allgemeinverfügung des Ordnungsamtes gibt es somit im Grunde vor jedem Heimspiel der Grün-Weißen, für Werders aktuelle Partie gegen Eintracht Frankfurt wurde das Dokument bereits am 22. August öffentlich gemacht.

Vor Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt: Polizei stoppt Fanmarsch der Bremer Anhänger zum Weserstadion

Somit kam der jetzige Stopp des Fanmarsches nicht überraschend – zumal am Sonntag obendrein auch noch pyrotechnische Gegenstände gezündet worden waren, wie ein Sprecher der Bremer Polizei auf Nachfrage der DeichStube erklärte. Die Beamten vor Ort verzichteten dennoch darauf, die Versammlung aufzulösen. Auch weil die anwesenden Fans des SV Werder Bremen zu reagieren wussten. „Aus Ihrem Kreise wurde eine Demo zum Thema ,Gegen Fanmarschverbote‘ angemeldet“, wurden die Marsch-Teilnehmer per Lautsprecherdurchsage der Polizei informiert. Dies ist in Deutschland aufgrund des Versammlungsrechtes auch derart kurzfristig möglich – sofern sich wie in diesem Fall vor Ort jemand findet, der die Verantwortung dafür übernimmt.

Somit konnte der Fanmarsch der Anhänger des SV Werder Bremen als Demo schließlich doch über die Hamburger sowie Verdener Straße zum Wohninvest Weserstadion gelangen, weitere Angaben zu den bisherigen Ereignissen konnte die Polizei auf Nachfrage jedoch noch nicht machen. Im Nachgang des Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt soll es eine bilanzierende Pressemitteilung geben. Auch die Frage, warum vor einigen Monaten der beeindruckende Fanmarsch vor dem entscheidenden Zweitliga-Spiel gegen Jahn Regensburg vermeintlich problemlos stattfinden durfte, blieb bislang unbeantwortet. (mbü) Schon gelesen? Gut für Werder-Bremen-Fans: Fanmärsche in der Stadt sind nicht grundsätzlich verboten! Die Bremer Innenbehörde erklärt die Gründe!

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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