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Die Werder-Fans feierten nicht nur den 2:1-Sieg gegen Mainz 05, sondern auch den Abstieg des Nord-Rivalen.

Nach dem letzten Bundesliga-Spieltag

HSV ist raus! Die Fans feiern, Werder zeigt dagegen Mitleid

Mainz - Als im knapp 400 Kilometer von Mainz entfernten Wolfsburg ein Tor fiel, ging es im Bremer Fan-Block so richtig los. Party-Time für alle! Der VfL Wolfsburg hatte gegen den 1. FC Köln das 3:1 (Endstand 4:1) erzielt und damit letzte Zweifel am Abstieg des Hamburger SV weggewischt.

Der HSV, der große Bremer Rivale, ist nicht mehr erstklassig. Die kommende Saison wird kein großes Nordderby mehr bringen, keine schönen Geschichten von früher und für Tim Wiese wird es keinen Anlass mehr geben, von den großen Duellen in 2009, als Werder die Hamburger in den Halbfinals von DFB- und Uefa-Pokal auf die Bretter geschmettert hatte, zu erzählen. Alles vorbei. Vorerst.

Darüber kann man traurig sein, wehmütig vielleicht. Oder man kann sich freuen. Wie die knapp 4.000 Werder-Fans in der Opel Arena. Der HSV war während des Spiels ihr Hauptthema, das Bremer Match beinahe schon Nebensache. Die Bremer Spieler und Verantwortlichen zeigten aber anders als der eigene Anhang weder Schadenfreude noch Häme. Was sie zum Thema HSV-Abstieg sagten, wirkte wie einmal durch den Vernunftfilter geschüttet.

Werder-Fans in Mainz

Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmedia
Werder-Fans in Mainz.
Werder-Fans in Mainz. © gumzmed ia

„Es ist grundsätzlich blöd, wenn eine Traditionsmannschaft absteigt. Das gilt auch für den 1. FC Köln. Da guckt man nicht mit Freude drauf“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt, der sich selbst einmal als Werder-Fan bezeichnet hatte. Fühlen wollte er sich am späten Samstagnachmittag aber nicht wie einer: „Da bin ich jetzt mal nur der Werder-Trainer.“ Um Korrektheit bemüht eben

Was würde es auch bringen, als Bremer Offizieller in Hamburger Wunden zu bohren? Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung tat es ebenfalls nicht. Der Abstieg des HSV sei „schade. Das Nordderby wird mir fehlen. Ich hoffe, dass es dieses Derby bald wieder geben wird.“ Auch Sportchef Frank Baumann zeigte Mitleid statt Häme. „Für den HSV und die Stadt Hamburg ist der Abstieg schlimm. Ich glaube aber, dass der HSV sich so aufstellen wird, dass der Aufenthalt in der Zweiten Liga nicht ganz so lange dauern wird und wir irgendwann wieder wunderschöne und hochemotionale Derbys haben werden.“

Das Nordderby wird den Bremern fehlen

Die Begleiterscheinungen wie die Konflikte zwischen Fans und Polizei sowie der Bremer Polizeikostenstreit wird sicher niemand vermissen. Aber sportlich ist die Bundesliga um eine Attraktion ärmer. 108mal haben sich die beiden Nord-Clubs in der Liga duelliert. 39 Siege hat Werder dabei eingefahren, 34 die Hamburger. Jeder, der einmal eines dieser Spiele bestritten hat, sagt, dass es elektrisierend gewesen sei. Werder-Profi Maximilian Eggestein hätte auch gerne mehr davon gehabt, bekommt es jetzt aber für unbestimmte Zeit nicht. Bedauerlich, wie er findet: „Ich kann mich nicht über den Abstieg des HSV freuen. Das Nordderby wird mir fehlen. Außerdem: An so einem Abstieg hängen Jobs und Existenzen, das darf man nicht vergessen.“

Jerome Gondorf sieht den Verlust des Erzrivalen einerseits als Abwertung der Liga („Der HSV ist ein großer Verein mit einer ebenfalls atemberaubenden Fan-Szene“), aber wer absteigt, sei eben nicht gut genug gewesen, meint der Mittelfeldmann: „Sportlich hat es nicht gereicht, dann muss man es auch sportlich nehmen.“ Max Kruse, in der Nähe von Hamburg geboren und aufgewachsen, betrachtet das Ganze mit maximaler Gleichgültigkeit: „Der HSV ist nicht mein Thema.“ Den Bremer Fans in Mainz ging es da ganz anders.

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