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Marco Reich (re.) in Aktion beim Hallenturnier der Traditionsmannschaften in Oldenburg.

Odyssee des Ex-Werder-Profis

Reichs Reise

Oldenburg – Der Name ist mehr als sperrig und dürfte auf kein Trikot der Welt passen. Für Marco Reich ist er seit einigen Jahren aber trotzdem das Zentrum der Fußballwelt: SG Schmittweiler-Callbach/Reiffelbach-Roth.

Hätte Loriot einen Verein erfunden, in etwa so dürfte er ihn genannt haben. Reich war Spielertrainer der SG, erste Herren, vier Mal in Folge ging es eine Liga rauf. Nun kümmert er sich um die Jugend, E-Junioren, B-Junioren, immer da, wo er gebraucht wird. „Das macht großen Spaß“, sagt Reich, der hin und wieder selbst noch in der Herren-Bezirksliga aushilft. Die Gegenspieler wissen allerdings schon lange nicht mehr, wer ihnen da gegenüber steht.

Es gab eine Zeit, da galt er als der kommende Star

Reich ist zweifacher Deutscher Meister. Einmal sensationell als Aufsteiger mit dem 1. FC Kaiserslautern (1998), einmal als in der Winterpause verliehener Ergänzungsspieler mit Werder Bremen (2004). Deswegen auch die Einladung zum Turnier der Traditionsmannschaft nach Oldenburg, der der 40-Jährige gerne gefolgt ist. „Ich freue mich total, dass ich dabei sein darf“, sagte er am Freitagabend. Am Ende sollte er das Turnier mit Werder gewinnen. Ein Titel. Nichts wert, für einen Fußballer aber irgendwie doch. Egal, wie unbedeutend er ist.

Es gab mal eine Zeit, da galt Marco Reich in der Bundesliga als der kommende Star. Im Lauterer Meisterjahr war er 19 Jahre alt, seine Spielweise aufregend, frisch, irgendwie anders. Halten konnte der Flügelstürmer das Niveau nicht. Drei Jahre nach dem Titel wechselte Reich nach Köln und stieg in die zweite Liga ab. Dann kam der Pfälzer nach Bremen. Der damalige Werder-Manager Klaus Allofs hoffte, Reich würde im zweiten Anlauf sein volles Potenzial ausschöpfen. Er schaffte es nicht. Im Januar 2004 dann die Leihe nach England, Derby County. Danach liest sich Reichs Reise wie eine Odyssee. Ein Auszug: Crystal Palace, Kickers Offenbach, Jagiellonia Bialystok , SK Austria Klagenfurt, Villacher SV. Da erscheint die SG Schmittweiler-Callbach/Reiffelbach-Roth plötzlich als logische Konsequenz, als passende Endstation einer alles andere als gradlinigen Laufbahn.

Zurück nach Meisenheim

Nach seinem Karriereende ging Marco Reich zurück in die Heimat: Meisenheim, knapp 3000 Einwohner, in der Region bekannt für die einzige Altstadt, die nicht im Krieg zerstört wurde. „Mein Schwiegervater hat mich gefragt, ob ich bei ihm im Betrieb anfangen möchte“, berichtete Reich, der sich kurzerhand zu diesem Schritt entschloss. Eine Lehre als Krankenpfleger, eine weitere als Kaufmann im Gesundheitswesen – dann stieg der Ex-Profi in den Krankenpflegedienst Meisenheim ein. Es ist Arbeit, die ihm Spaß macht, in diesem Jahr soll er die Geschäftsführung übernehmen.

Fotostrecke: Traditionsturnier in Oldenburg

Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © nordphoto
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © nordphoto

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