Santiago Garcia mit Ehefrau Carla im Krankenhau
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Santiago Garcia mit Ehefrau Carla im Krankenhaus

Werder-Profi hat Prellung der Wirbelsäule

Garcia gibt Entwarnung: „Mir geht’s gut“

Bremen - Es war der Schreckensmoment während des Nordderbys, doch noch vor Mitternacht gab der Betroffene am Ostersonntag selbst Entwarnung.

 „Vielen Dank für eure guten Wünsche. Ich bin schon zu Hause, und mir geht’s gut!!“, teilte Santiago Garcia via Instagram mit und war trotz seiner Nackenverletzung noch voll im Derbyfieber. „Es war ein geiles Spiel. Ey, ey Derbysieg“, fügte der Argentinier noch an. 

Garcia wird von Sanitätern aus dem Stadion gebracht

Dazu gab es noch ein Bild aus dem Krankenhaus, bei dem Garcia eine Halsmanschette trägt. Seine Frau Carla war natürlich bei ihm. Wie alle hatte auch Carla Garcia erschrocken auf den Rasen geschaut, als ihr Mann in der zweiten Halbzeit nach einem Foul von Dennis Diekmeier nicht wieder aufstand. 

Sah zunächst harmlos aus

Eigentlich sah es nur danach aus, dass der Hamburger dem Bremer bei einem Konter mit der Hand im Gesicht getroffen hatte. Was sollte da groß passiert sein? Doch die Mitspieler forderten sofort die medizinische Abteilung an - und die gab nach kurzer Behandlung umgehend das Zeichen zur Auswechslung. 

Einzelkritik: Kruses Konter eine Augenweide

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Irgendwie wirkte der Keeper etwas nervös, bis er ausgerechnet den Ex-Bremer Hunt im eigenen Fünfmeterraum (!) ganz cool austrickste und die brenzlige Situation klärte. Davor und danach mit starken Paraden, erst gegen Kostic (16.), dann gegen Ostrzolek (56.). Note 2 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Schwierige Partie für den Verteidiger. Beim 0:1 ließ er Torschütze Gregoritsch laufen. Ohnehin fehlte dem Bremer manchmal etwas die Geschwindigkeit. Doch das machte er im Laufe der Partie mit viel Cleverness wett, am Ende stark. Note 3 © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Hatte nach seiner Verletzungspause etwas Anlaufprobleme, war dann aber ein guter Abwehrchef, der den Hamburger nach der Pause fast nichts mehr gestattete. Note 2,5 © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Machte in der Mitte Platz für Rückkehrer Sane, sortierte aber auch von etwas weiter links aus das gute Bremer Defensivverhalten. Der coole Finne wusste wieder einmal ganz genau, wann er im Zweikampf ernst machen musste. Note 2 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Was für ein Kämpfer! Der Tscheche führte gleich 23 Duelle mit einem HSV-Profi – fast doppelt so viele wie jeder andere Spieler auf dem Platz. Mit 71,9 Prozent war die Erfolgsquote ordentlich für einen Außenverteidiger, der ungewohnt viel für die Offensive tat. Note 2 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Ihm fehlte zwar wie Veljkovic etwas das Tempo, trotzdem als Sechser wertvoll. Löste viele Probleme mit Geschick und Köpfchen. So oft war er wohl noch nie im Luftkampf und auch selten zuvor so erfolgreich. Das war bei den vielen langen HSV-Bällen wichtig. Note 3 © nordphoto
Santiago Garcia
Santiago Garcia (bis 73.): Spielte auf der linken Seite mit angezogener Handbremse, weil ihn Hunt so sehr beschäftigte. Doch ausgerechnet sein kluger, langer Ball auf Bartels leitete den Ausgleich ein. Das gab ihm Selbstvertrauen. Er wurde immer mutiger, bis ihn Diekmeier aus dem Spiel foulte. Erste Diagnose: Nacken gestaucht. Note 2,5 © nordphoto
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch (bis 63.): Es hätte auch sein Derby werden können, doch der Österreicher vergab beste Chancen. Trotzdem ein ordentlicher Auftritt mit viel Herz und Übersicht. Note 3 © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic: 12,6 Kilometer – der Kapitän war mal wieder der lauffreudigste Spieler. Vor dem Gegentor blieb er allerdings stehen, was Hunt zur Flanke nutzte. Viele richtig gute Pässe. Ärgerlich, dass sein feiner Freistoß vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang (22.). Wegen seiner fünften Gelben Karte im nächsten Spiel gesperrt. Note 2,5 © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Perfekte Vorlage zum Ausgleich. Der Stürmer wuselte sich mal wieder mit ganz viel Einsatz durch die gegnerische Abwehr. Nur beim Abschluss fehlte ihm dann etwas die Kraft. Note 2,5 © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse (bis 90.): Tor gemacht, Tor vorbereitet – wer denkt da noch an seine vergebene Riesenchance in der ersten Minute? Zumal es eine Augenweide war, ihm gerade bei den Kontern zuzuschauen. Traf mit dem Ball fast immer die richtige Entscheidung. Dadurch ließ er seine Kollegen ziemlich gut und den Gegner ziemlich schlecht aussehen. Note 1,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 63.): Dieser Joker sticht einfach. War sofort voll im Spiel und dann vor dem Tor eiskalt. Diesen Siegtreffer wird er nie vergessen – und damit macht er sich immer mehr zum Startelf-Kandidaten. Note - © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer (ab 73.): Wurde nur zwei Wochen nach seinem Außenbandriss wieder gebraucht – und funktionierte sofort. Note - © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 90.): Er ist wieder da – wenn auch nur mit einem Ballkontakt. Erster Einsatz in diesem Jahr nach diversen Verletzungsproblemen. Note - © nordphoto

Die TV-Bilder sorgten schließlich für Aufklärung – und ließen den Zuschauer sofort zusammenzucken und sich an den Nacken packen. Denn Diekmeier war bei dem Zweikampf unglücklich auf Garcias Kopf gelandet, der zur Seite wegknickte. Eine schaurige Szene. Garcias Gesichtsausdruck ließ erahnen, wie schmerzhaft das war. 

Der 28-Jährige wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht und dort laut Werder eine „Prellung der Halswirbelsäule“ festgestellt. Er müsse nun ein paar Tage pausieren, hieß es.

Er würde doch so gerne bleiben

Am Samstag beim Gastspiel in Ingolstadt dürfte der Außenverteidiger demnach wohl ausfallen. Das ist richtig bitter für Garcia. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Werder hat ihm nur eine Verlängerung um ein Jahr angeboten. Das ist Garcia zu wenig. 

Im Interview mit der DeichStube hatte der Südamerikaner kürzlich gesagt, dass er durch gute Leistungen im Bundesliga-Endspurt Werbung für ein besseres Angebot machen wolle. Das wird jetzt schwierig. Zumal Robert Bauer wieder fit ist. Der hatte zwei Wochen wegen eines Außenbandrisses gefehlt und damit Garcia erst die Rückkehr in die Startelf ermöglicht. Gegen den Hamburger SV ersetzte Bauer den Argentinier, machte seine Sache gut und dürfte damit seinen Stammplatz auf der linken Seite wieder sicher haben. 

Garcia darf sich immerhin damit trösten, dass seine Flanke auf Fin Bartels, kurz vor der Pause den Weg zu Max Kruses Tor zum 1:1 ebnete. Damit hatte der 28-Jährige durchaus großen Anteil am 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV. 

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