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Sebastian Langkamp konnte gegen Bayer Leverkusen nur unter Schmerzmitteln spielen.

Profis nehmen offenbar auch prophylaktisch Tabletten

Langkamp: „Schmerzmittel spielen im Fußball eine große Rolle“

Bremen – Es war nur ein kurzer Auftritt, fünf Minuten, länger stand Sebastian Langkamp während Werders 3:1-Erfolg bei Bayer 04 Leverkusen gar nicht auf dem Platz.

In der Schlussphase half der Innenverteidiger nach seiner Einwechslung dabei mit, den Sieg über die Zeit zu bringen. Ohne den Einsatz von Schmerzmitteln wäre das aber gar nicht möglich gewesen, wie Langkamp am Dienstag in einer Medienrunde verriet.

Nach einem Bänderriss in der Schulter, den sich Langkamp am 3. März während des Auswärtsspiels in Wolfsburg zugezogen hatte, war von Werder eigentlich verkündet worden, dass der 31-Jährige die Spiele gegen Schalke und eben Leverkusen definitiv verpassen werde. Gegen Schalke zählte Langkamp dann tatsächlich nicht zum Bremer Kader, Milos Veljkovic spielte für ihn – und stellte Werder prompt vor das nächste Problem. Weil sich der Serbe seine fünfte Gelbe Karte abholte, war er für die Partie in Leverkusen gesperrt, was die Situation in der Innenverteidigung weiter verschärfte. Und so kam es, dass Langkamp am Tag vor dem Leverkusen-Spiel überraschend beim Abschlusstraining mit auf dem Platz stand.

Langkamp nur dank Tablettenkur gegen Leverkusen dabei

„Wir hatten am Donnerstag besprochen, dass der Trainer mich gerne dabei haben will“, berichtete der Profi – und fügte an: „Nur als Alternative, nicht als Startelf-Kandidat. Das wäre gesundheitlich auch gar nicht möglich gewesen.“ Aber auch um die Rolle als Teilzeitkraft ausfüllen zu können, war Langkamp auf Medikamente angewiesen. „Wir haben es am Freitag mit einer örtlichen Betäubung probiert, das war aber suboptimal“, erklärte der Langkamp, der daraufhin eine zweitägige Tablettenkur begann, die „am Spieltag einen gewissen Pegel erreicht hatte, so dass es für mich erträglich war“. Langkamp konnte spielen, „bei 100 Prozent war ich aber sicher nicht“.

Dass in solchen Fällen im Fußball regelmäßig der Griff zum Schmerzmittel erfolgt, ist für Langkamp nichts Neues. Ganz im Gegenteil: Er erlebt es beinahe jeden Tag. „Schmerzmittel spielen im Fußball tagtäglich eine große Rolle“, sagte er. „Vielleicht nicht bei mir, aber manche Spieler nehmen schon vor dem Spiel prophylaktisch eine Tablette oder lassen sich eine Spitze geben.“

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Fall Klasnic zeigt Gefahren

Ungefährlich ist das freilich nicht, wie das Beispiel Ivan Klasnic zeigt. Der ehemalige Werder-Profi soll zu seiner Bremer Zeit auch regelmäßig Schmerzmittel genommen haben. Bei Untersuchungen wurden dann offenbar auffällige Blutwerte nicht richtig eingeordnet und die Einnahme nicht gestoppt. Klasnic erkrankte 2006 an einer Niereninsuffizienz. Der inzwischen 39-Jährige hat bereits drei Nierentransplantationen über sich ergehen lassen müssen. Seine Karriere war damals zwar nicht sofort beendet, doch der Stürmer musste früher aufhören, als er eigentlich wollte. Klasnic hat die aus seiner Sicht verantwortlichen Mediziner verklagt, aber es gibt noch immer kein endgültiges Gerichtsurteil.

Werder sollte aus diesem Fall gelernt haben. Langkamps Aussagen beweisen allerdings auch, dass Schmerzmittel zum Fußball weiterhin dazugehören – speziell bei und nach Verletzungen. Hunderprozentig genesen ist Langkamp noch nicht. „Das Band sollte wieder halbwegs angewachsen sein. Ich hatte in der vergangenen Woche deutlich weniger Probleme als davor“, sagte der Abwehrspieler zwar, meinte aber auch: „Man muss jetzt schauen, wie ich diese Woche verkrafte. Ich bin ganz ehrlich: Das ist eine sensible Geschichte.“

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