Serge Gnabry
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Werder-Star Serge Gnabry grübelt noch über seine Zukunft.

Baumann weiß nichts von angeblicher Einigung

Alles klar mit Hoffenheim? Nein, Gnabry grübelt noch

Bremen - Ist sich Serge Gnabry schon mit 1899 Hoffenheim über einen Wechsel einig? Nein! Aber der Nationalspieler wünscht sich Klarheit vor der U21-Europameisterschaft.

Es war mal wieder ein Gnabry-Tag. Der Werder-Profi gerät regelmäßig in die Schlagzeilen. Meistens unfreiwillig mit Wechselgerüchten. Damit ging es auch am Mittwoch los. Die „Sport Bild“ berichtete, Serge Gnabry habe sich grundsätzlich mit 1899 Hoffenheim auf einen Wechsel im Sommer geeinigt. Es fehlten nur noch Details. Ablöse: zehn Millionen Euro. Stimmt aber nicht! Nach Informationen der DeichStube ist Hoffenheim zwar ein heißer Kandidat, aber Gnabry grübelt noch. Werder-Sportchef Frank Baumann bestätigt das indirekt.

Ganz direkt wurde derweil beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) kommuniziert – und zwar in Sachen Confed-Cup in Russland und U21-EM in Polen. Gnabry ist beim Nachwuchsturnier dabei. Auf den ersten Blick könnte man von einem Rückschlag für Bremens Shootingstar der Hinrunde sprechen, der am 11. November vergangenen Jahres mit einem Dreierpack gegen San Marino (8:0) so famos im Nationalteam debütiert hatte. Bundestrainer Joachim Löw erklärte allerdings, dass er mit dem 21-jährigen Bremer persönlich gesprochen habe, um ihn für die Mission bei der U21-Nationalmannschaft zu überzeugen. „Ich habe gesagt: ‚Die brauchen dich, du kannst die mitziehen – bei uns bist du genauso im Fokus.‘ Wer jetzt im A-Kader oder U21-Aufgebot ist, das ist nicht richtungsweisend für die WM 2018!“

Gnabry glücklich über Nominierung für U21-EM

Es sei darum gegangen, speziell die Flügelspieler, die einen gleichen Typ verkörpern – wie etwa Leroy Sane (Manchester City), der für den Confed-Cup vorgesehen ist – vernünftig aufzuteilen. Löw: „Es bringt ja nix, wenn ich fünf, sechs dieser Spieler bei mir habe und Stefan (Kuntz, U21-Nationaltrainer, Anm. d. Red.) hat keinen!“ Der Bundestrainer stellte Gnabry und Sane ausdrücklich auf eine Stufe: „Beides sind Typen, die uns gutgetan haben.“

Mit Gnabry muss sich beispielsweise auch Max Meyer (FC Schalke 04) damit anfreunden, sich vorerst im Nachwuchsbereich weiter für höhere Aufgaben zu empfehlen. Zumindest Gnabry scheint damit überhaupt kein Problem zu haben. Er sei glücklich, nominiert zu sein, twitterte der 21-Jährige und ließ über seinen Club mitteilen: „Für Deutschland geht es immer um den Titel. Wir haben einen starken Jahrgang zusammen und wollen den Titel gewinnen.“

Serge Gnabry: Seine Karriere in Bildern

Serge Gnabry - ein Talent auf dem Weg zum Superstar. Das Leben des heutigen Bundesliga-Profis war früh auf Fußball ausgerichtet. Der gebürtige Stuttgarter schnürte die Fußballschuhe zuerst für den TSV Weissach, kam über mehrere weitere Stationen zum VfB Stuttgart...
Serge Gnabry - ein Talent auf dem Weg zum Superstar. Das Leben des heutigen Bundesliga-Profis war früh auf Fußball ausgerichtet. Der gebürtige Stuttgarter schnürte die Fußballschuhe zuerst für den TSV Weissach, kam über mehrere weitere Stationen zum VfB Stuttgart... © gumzmedia
... spielte dort B-Junioren-Bundesliga. Schon damals wurde der FC Arsenal auf ihn aufmerksam. Als 16-Jähriger wechselte er zum Weltklasse-Club nach London, trainierte später auch an der Seite des Ex-Bremers Per Mertesacker.
... spielte dort B-Junioren-Bundesliga. Schon damals wurde der FC Arsenal auf ihn aufmerksam. Als 16-Jähriger wechselte er zum Weltklasse-Club nach London, trainierte später auch an der Seite des Ex-Bremers Per Mertesacker. © imago
Mit 17 Jahren unterschrieb Gnabry im Sommer 2012 seinen ersten Profivertrag. Den Durchbruch schaffte der junge Dribbler beim Champions-League-Teilnehmer aber nicht. Er kam nur auf zehn Spiele (ein Tor) in der Premier League, wurde 2015/2016 zu West Bromwich Albion verliehen.
Mit 17 Jahren unterschrieb Gnabry im Sommer 2012 seinen ersten Profivertrag. Den Durchbruch schaffte der junge Dribbler beim Champions-League-Teilnehmer aber nicht. Er kam nur auf zehn Spiele (ein Tor) in der Premier League, wurde 2015/2016 zu West Bromwich Albion verliehen. © imago
Wie talentiert Gnabry aber ist, sah die Welt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, als er mit der deutschen Auswahl Silber holte. Gnabry erzielte sechs Tore im Turnier - keiner schoss mehr.
Wie talentiert Gnabry aber ist, sah die Welt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, als er mit der deutschen Auswahl Silber holte. Gnabry erzielte sechs Tore im Turnier - keiner schoss mehr. © imago
Plötzlich war Gnabry begehrt, sehr begehrt. Den Zuschlag bekam etwas überraschend der SV Werder. Für rund fünf Millionen Euro wechselte der Außenbahnspieler in die Bundesliga, um endlich mehr Einsatzzeiten zu bekommen und seiner Karriere mehr Schwung zu verleihen.
Plötzlich war Gnabry begehrt, sehr begehrt. Den Zuschlag bekam etwas überraschend der SV Werder. Für rund fünf Millionen Euro wechselte der Außenbahnspieler in die Bundesliga, um endlich mehr Einsatzzeiten zu bekommen und seiner Karriere mehr Schwung zu verleihen. © gumzmedia
Und Gnabry schlug voll ein, schoss alleine in der Hinrunde der Saison 2016/17 sieben Tore. Seinen ersten Doppelpack erzielte er am 22. Spieltag beim VfL Wolfsburg.
Und Gnabry schlug voll ein, schoss alleine in der Hinrunde der Saison 2016/17 sieben Tore. Seinen ersten Doppelpack erzielte er am 22. Spieltag beim VfL Wolfsburg. © gumzmedia
Gnabry zog wieder viele Augen auf sich - auch die des Bundestrainers. Joachim Löw nominierte ihn im November 2016 erstmals für die A-Nationalmannschaft. Bei seinem Debüt, einem 8:0 in der WM-Qualifikation gegen San Marino, schoss Gnabry drei Tore.
Gnabry zog wieder viele Augen auf sich - auch die des Bundestrainers. Joachim Löw nominierte ihn im November 2016 erstmals für die A-Nationalmannschaft. Bei seinem Debüt, einem 8:0 in der WM-Qualifikation gegen San Marino, schoss Gnabry drei Tore. © imago
Klarheit nach Wochen der Spekulationen: Am 8. Juni 2017 teilten Serge Gnabry und der SV Werder mit, dass der 21-Jährige den Verein nach nur einem Jahr wieder verlässt. Wenige Tage später wurde bekannt: Gnabry geht zum FC Bayern München.
Klarheit nach Wochen der Spekulationen: Am 8. Juni 2017 teilten Serge Gnabry und der SV Werder mit, dass der 21-Jährige den Verein nach nur einem Jahr wieder verlässt. Wenige Tage später wurde bekannt: Gnabry geht zum FC Bayern München. © gumzmedia
Von den Bayern wurde er allerdings direkt an 1899 Hoffenheim verliehen.
Von den Bayern wurde er allerdings direkt an 1899 Hoffenheim verliehen. © imago
Nach einem Jahr Leihe kehrte Gnabry dann zur Saison 2018/2019 zum FC Bayern zurück.
Nach einem Jahr Leihe kehrte Gnabry dann zur Saison 2018/2019 zum FC Bayern zurück. © imago
Am 01. Dezember 2018 ist es dann soweit. Serge Gnabry trifft mit dem FC Bayern im Bremer Weserstadion auf seinen Ex-Verein Werder.
Am 01. Dezember 2018 ist es dann soweit. Serge Gnabry trifft mit dem FC Bayern im Bremer Weserstadion auf seinen Ex-Verein Werder. © gumzmedia
Und er knipst auch noch! Bayern gewinnt mit 2:1 in Bremen und beide Tore erzielt Serge Gnabry.
Und er trifft auch noch! Bayern gewinnt mit 2:1 in Bremen und beide Tore erzielt Serge Gnabry. © imago

Ähnlich positiv bewertet auch Baumann Gnabrys EM-Nominierung: „Die U21-EM ist eine sehr gute Plattform für Serge, um auf sich aufmerksam zu machen.“ Moment mal, hofft da ein Sportchef etwa auf Interessenten für seinen Spieler? Nein, so war das natürlich nicht gemeint. Erstens gibt es ohnehin schon genügend vermeintliche Kandidaten, zweitens betont Baumann einmal mehr: „Ich bin zuversichtlich, dass Serge mindestens noch ein Jahr bei uns spielt.“ Zur neuesten Hoffenheim-Meldung meinte der Ex-Profi nur: „Die Gerüchte gibt es schon die ganze Saison und halten sich hartnäckig. Aber bislang hat sich noch keines als wahr erwiesen.“

Das gilt auch für das aktuelle, wenngleich ein Wechsel in den Kraichgau damit nicht vom Tisch ist. Gnabry sucht nach der optimalen sportlichen Perspektive, also den Ort, wo er sich am besten weiterentwickeln kann. Hoffenheim ist da nicht nur mit der sicheren Teilnahme am internationalen Geschäft, möglicherweise sogar in der Champions League eine gute Adresse. Dort arbeitet auch der derzeit angesagteste Trainer der Bundesliga: Julian Nagelsmann. Der erst 29-Jährige hat in dieser Saison bewiesen, dass er Mannschaften und vor allem Spieler besser machen kann. Und Nagelsmann hat mehr als ein Auge auf Gnabry geworfen, will ihn von einem Wechsel überzeugen.

Gnabry will Klarheit vor der U21-EM

Mit der Überzeugung in Bremen ist das so eine Sache. Alexander Nouri hat seinen Nationalspieler nach überstandener Verletzung vier Mal auf die Bank gesetzt. Ausgerechnet gegen Hoffenheim kehrte Gnabry in die Startelf zurück – und überzeugte nicht. Schon nach 54 Minuten musste er runter und sich dabei auch noch Pfiffe einiger Fans anhören. Das Klima war schon mal besser. Gleiches gilt für das Verhältnis zum Coach.

Eine Vorentscheidung könnte direkt nach der Saison fallen. Dann wird es Gespräche geben. Werder will Gnabry eine Gehaltsaufbesserung inklusive Vertragsverlängerung anbieten, das hat Baumann schon angekündigt. Von Gnabry ist zu hören, dass er gerne vor der U21-EM Klarheit über seine Zukunft hätte. Die Vorbereitung auf das Turnier beginnt am 1. Juni im bayrischen Grassau. In Polen geht es dann mit den EM-Gruppenspielen gegen Tschechien (18. Juni), Dänemark (21. Juni) und Italien (24. Juni) statt weiter.

kni/hel

+++Aktualisierung+++ Werder hat den Wechsel von Serge Gnabry bestätigt.

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