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Serge Gnabry kam gegen den 1. FC Köln erneut von der Bank.

Lob, aber keine Einsatzgarantie von Nouri

Gnabry will Kopfbälle üben

Köln - Auf dieses Tor hat Serge Gnabry etwas länger warten müssen - und es wird ihm in seiner speziellen Situation sicher gut tun. Doch der Werder-Profi gab sich nach der 3:4-Niederlage in Köln, die er beinahe mit seinem elften Saisontor noch verhindert hätte, hoch professionell und ließ sich nicht zu sehr in den Vordergrund schieben.

Natürlich wollte nach dem Spiel jeder Journalist wissen, wie sich Gnabry als Ersatzspieler fühlt. Schließlich war er der Star der Hinrunde, wurde von Bundestrainer Joachim Löw zum Nationalspieler befördert. Doch nach einer Verletzungspause setzte ihn Werder-Coach Alexander Nouri erst mal auf die Bank. In Köln schon zum vierten Mal in Folge. Das sorgt natürlich für Gesprächsstoff, zumal Gnabry bei vielen Bundesliga-Clubs ganz oben auf dem Zettel stehen soll.

Gnabry: „Schwer für jeden Spieler, der auf der Bank sitzt“

„Natürlich ist es schwer für jeden Spieler, der auf der Bank sitzt. Man versucht dann einfach, jede Minute zu nutzen, wenn man ins Spiel kommt“, meinte Gnabry zu seiner Situation. Das reichte den Fragestellern aber nicht, sie hakten nach. Doch Gnabry ließ sich nicht locken. „Jeder Spieler ist ambitioniert, nicht nur ich bin enttäuscht, wenn ich auf der Bank sitze. Der Trainer hat seine Entscheidung - und die akzeptieren wir“, meinte der 21-Jährige.

Ein Sky-Reporter wollte dann noch etwas zu Gnabrys Zukunftsplanung wissen. „Stand jetzt habe ich einen Vertrag bei Werder Bremen“, antwortete der Spieler. „Die Klassiker-Antwort“, erwiderte der Reporter und fing sich sofort einen rasanten Gnabry-Konter ein: „Ist ja auch eine Klassiker-Frage.“

Gnabry ärgert sich über vergebene Chance

Thema erledigt. Vorerst. Diese Spekulationen werden kaum abreißen. Dafür ist Gnabry ein viel zu interessanter Spieler. Der fest in Werder-Hand ist, wie Aufsichtsratschef Marco Bode vor der Party bei Sky noch einmal ausdrücklich betont hatte. Nur der Spieler und Club würden entscheiden, wie es weitergeht. Es gebe kein Vorkaufsrecht für irgendeinen Club – auch nicht für die Bayern, versicherte Bode. Nach der Saison werde sich zusammengesetzt und besprochen, was beide Parteien wollen. Der Vertrag läuft bis 2020. Aber eines ist klar: Planungssicherheit in Sachen Gnabry könnte Werder gut gebrauchen.

Umgekehrt geht es dem Spieler nicht anders. Gnabry will natürlich spielen – und zwar von Beginn an. Doch Nouri wollte dem Torschützen für das nächste Spiel keine Einsatzgarantie geben. Immerhin lobte er ihn: „Serge hat Energie reingebracht, er hat Impulse gesetzt. Ich finde, dass er seine Sache gut gemacht hat.“ Das musste reichen.

Vielleicht wären die Worte noch etwas wärmer gewesen, wenn Gnabry seine große Kopfballchance zum Ausgleich genutzt hätte (76.). Natürlich ärgerte sich der Werder-Profi über die vergebene Chance, aber er nahm es auch ein bisschen mit Humor: „Kopfbälle muss ich noch ein bisschen üben...“

Enttäuschte Bremer nach verrücktem Torfestival

1. FC Köln gegen Werder Bremen
Das letzte Freitagabend-Spiel der Saison sollte zu einem echten Torfestival werden, als der SV Werder mit Zlatko Junuzovic beim 1. FC Köln um Neven Subotic antrat. © nordphoto
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Anthony Modeste brachte den 1. FC Köln nach einer knappen Viertelstunde in Führung... © nordphoto
1. FC Köln gegen Werder Bremen
... und zeigte seinen typischen Brillen-Jubel. Es war sein 24. Saisontreffer. © dpa
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Und dann schlug Köln nochmal zu: Leonardo Bittencourt brachte die Hausherren nach nicht einmal einer halben Stunde mit 2:0 in Führung. © dpa
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Aber Werder kämpfte sich zurück! Erst war Fin Bartels da und ließ ein Ball über die Linie trudeln... © dpa
1. FC Köln gegen Werder Bremen
... und FC-Verteidiger Neven Subotic im Netz landen. © dpa
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Und damit nicht genug: Prompt schloss Theodor Gebre Selassie den nächsten Bremer Angriff ab... © dpa
1. FC Köln gegen Werder Bremen
... und ließ die Bremer über das plötzliche 2:2 jubeln. © nordphoto
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Der Ausgleich hielt aber nicht lange: Simon Zoller setzte mit seinem Heber zum 3:2 den Schlusspunkt unter eine völlig verrückte erste Halbzeit. © nordphoto
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Blitzstart nach der Pause: Anthony Modeste erhöhte mit seinem 25. Saisontor auf 4:2 für Köln. © dpa
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Serge Gnabry sollte nur noch der Anschluss zum 3:4 gelingen. Werders Serie von elf Spielen ohne Niederlage ist damit gerissen. © nordphoto
1. FC Köln gegen Werder Bremen
Die Kölner schnappen sich damit den sechsten Tabellenplatz von Werder. Die Bremer rutschen auf Rang sieben. © 

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