Der SV Werder Bremen bemüht sich, rund um das Weserstadion verschiedenste Energiesparmaßnahmen zu ergreifen. Auch das Flutlicht stand auf dem Prüfstand.
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Der SV Werder Bremen bemüht sich, rund um das Weserstadion verschiedenste Energiesparmaßnahmen zu ergreifen. Auch das Flutlicht steht auf dem Prüfstand.

Werder auf dem Prüfstand

DFL bittet die Bundesliga-Clubs darum, Energie einzusparen – Werder begrüßt den Schritt und hat bereits Maßnahmen getroffen

Bremen – Der SV Werder Bremen und die 35 weiteren deutschen Clubs der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sollen nach Auffassung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zwischen 15 und 20 Prozent Energie einsparen, um in der aktuell anhaltenden Krise ihren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Dabei seien laut DFL aber „die sehr unterschiedlichen Gegebenheiten an den einzelnen Standorten“ zu berücksichtigen. An der Weser begrüßen die Verantwortlichen die Empfehlung des Ligaverbands ausdrücklich. 

„Es macht Sinn, mit einer Zielvorgabe zu arbeiten und bei der vorhandenen Unterschiedlichkeit jeden Standort individuell zu betrachten. Wir versuchen mit den von uns gewählten Maßnahmen, das Ziel von 20 Prozent Einsparungen zu erfüllen“, erklärte Werder Bremens Mediendirektor Christoph Pieper auf Nachfrage der DeichStube und ergänzte: „Die DFL hat rund 20 Prozent als Ziel ins Auge gefasst. Das deckt sich auch mit unseren internen Überlegungen. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und wollen deshalb unseren Teil dazu leisten.“

Energie-Einsparung? Werder Bremen: „Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und wollen unseren Teil dazu leisten“

Die DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen hatte zuletzt jedoch auch vor einer „Symbolpolitik“ im Umgang mit den deutschen Profiklubs im Zuge der Energiedebatte gewarnt und betont, dass bereits bei vielen Clubs einiges in Bewegung gesetzt worden sei. „Wir werden als Fußball sicherlich alles beitragen, was wir beitragen können“, erklärte die 46-Jährige in diesem Zusammenhang.

Auch beim SV Werder Bremen seien bereits konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs ergriffen worden, erklärt Pieper: „Unter anderem haben wir die Vorlauftemperatur unserer Heizungsanlage gesenkt und versucht, durch interne Sensibilisierung der Mitarbeiter ein besseres Bewusstsein zu schaffen und individuelle Verbräuche zu reduzieren.“ Zudem seien beispielsweise im Bereich der Gastronomie Energieeinsparungen durch die Abschaltung von Kühlschränken an Spieltagen für die Getränke vorgenommen worden. Auch die Klimageräte im Wohninvest Weserstadion seien laut Pieper in diesem Sommer „nicht in Betrieb genommen worden“.

Werder Bremen: Investitionen beim Flutlicht würden sich „angesichts der niedrigen Verbräuche nicht rentieren“

Aber nicht nur in Bremen und in Deutschland findet derzeit ein Umdenken beim Thema Nachhaltigkeit statt. Auch in anderen europäischen Top-Ligen sind bereits erste Energiesparmaßnahmen umgesetzt worden. In Italiens Serie A wurde am vergangenen Wochenende beispielsweise der Stromverbrauch reduziert. So durfte das Flutlicht anstatt wie bisher 90 Minuten vor dem Anpfiff erst eine Stunde vorher eingeschaltet werden. Zudem dürfen die Arenen an Spieltagen nur noch insgesamt vier Stunden lang beleuchtet sein. Beim SV Werder Bremen ist die Flutlicht-Thematik ebenfalls besprochen worden. Einsparmöglichkeiten sieht der Club an dieser Stelle aber offenbar kaum.

„Obwohl das Flutlicht gerade sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, muss man ganz klar festhalten, dass es bei uns nicht zu den größten Verbrauchern gehört. Wir sprechen hier von 17 Heimspielen mit etwa vier Stunden Betriebszeit“, erklärt Pieper und betont: „Wir haben bereits mehrfach geprüft und festgestellt, dass sich Investitionen in energiesparendere Leuchtmittel angesichts der vergleichsweise niedrigen Verbräuche nicht rentieren würden.“ Darüber hinaus obliege die Entscheidung über die Reduzierung der Lichtstärke bei Bundesliga-Spielen der DFL, „da der Ligaverband die Vorgaben vertraglich mit den Medienanstalten geregelt hat“, so Pieper. (mwi)

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