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Jannik Vestergaard, Mesut Özil, Kevin de Bruyne und Mladen Krstajic - nur einige der WM-Fahrer mit Werder-Vergangenheit.

Grün-weiße Tupfer in Russland

So viel Werder steckt in der WM 2018

Bremen - Zugegeben: Es hat schon WM-Turniere gegeben, in denen deutlich mehr Werder Bremen steckte als in der Weltmeisterschaft 2018. In Thomas Delaney (Dänemark), Ludwig Augustinsson (Schweden) und Milos Veljkovic (Serbien) entsenden die Bremer nur drei Spieler aus ihrem aktuellen Bundesliga-Kader nach Russland.

Zum Vergleich: Bei der Heim-WM 2006, als Werder noch eine richtig große Nummer war in der Bundesliga, stellten die Grün-Weißen allein für die deutsche Auswahl drei Spieler. 2010 in Südafrika waren es in Tim Wiese, Per Mertesacker, Marko Marin und Mesut Özil sogar vier. Diesmal ist Werder – wie schon 2014 – im DFB-Team überhaupt nicht vertreten. Max Kruse wäre der einzige Kandidat gewesen, spielte bei der Vergabe der Plätze letztlich aber keine Rolle.

Aber immerhin sind Delaney, Augustinsson und Veljkovic dabei – plus der Japaner Yuya Osako, der ab dem 1. Juli offiziell als Spieler des SV Werder geführt wird. Ganz ohne grün-weißen Anstrich ist die WM also nicht. Und in den Kadern der 32 Teilnehmer-Länder tummeln sich auch noch einige, die in der Vergangenheit das Bremer Trikot getragen hatten. Von Mesut Özil über Kevin De Bruyne und Dusko Tosic sind es sechs Spieler und ein Trainer, die früher bei Werder waren und jetzt bei der WM am Start sind.

Koen Casteels: Der Keeper des VfL Wolfsburg steht im Kader Belgiens, ist dort aber nur der Ersatzmann von Thibaut Courtois (FC Chelsea). Casteels (25) spielte in der Rückserie der Saison 2014/15 in Bremen, absolvierte in der Zeit lediglich sieben Pflichtspieleinsätze für Werder.

Kevin De Bruyne: Als er Werder in der Saison 2012/13 mit seinen zehn Toren und zehn Vorlagen vor dem Abstieg bewahrte, war schon klar, dass er zu Höherem berufen ist. Längst ist De Bruyne als Spieler von Manchester City ein Star in der Premier League, auch bei der WM 2014, als Belgien erst im Viertelfinale am späteren Finalisten Argentinien scheiterte (0:1), war er schon dabei. Jetzt könnte der technisch perfekte Mittelfeldspieler im Alter von 26 Jahren zu einem der Stars der aktuellen WM-Auflage werden.

Ex-Bremer Dusko Tosic fährt mit Serbien zur WM nach Russland.

Dusko Tosic: Erinnert sich noch jemand an Dusko Tosic? Der Serbe stand zwischen 2007 und 2009 beim SV Werder unter Vertrag. Er sollte die Lösung für die Linksverteidiger-Position sein, doch irgendwie hatte man damals das Gefühl, dass Tosic die Sache nicht so richtig ernst nahm. Nach 32 Pflichtspielen zog er weiter zum FC Portsmouth nach England, wurde aber an die Queens Park Rangers in die zweite Liga verliehen. Aktuell steht er bei Besiktas Istanbul unter Vertrag. Nach der WM wechselt Tosic nach China zu Guangzhou RF. Karriere-Endstation.

Jannik Vestergaard: WM-Premiere für den Verteidiger. Vestergaard, 2016 nach 54 Spielen und vier Toren für Werder zu Borussia Mönchengladbach gewechselt, gehört zum Defensivpersonal im Team Dänemark. Einen Stammplatz in der Innenverteidigung hat der 25-Jährige aber nicht sicher.

Mesut Özil: Er ist der letzte Spieler mit Werder-Vergangenheit im aktuellen deutschen Team. Acht Jahre ist es bereits her, dass er das kleine Bremen verließ, um als Spieler von Real Madrid und Arsenal London sowie als Weltmeister von 2014 zu großem Ruhm zu gelangen. Dass einer wie er mal 108 Pflichtspiele für Werder absolviert hat, erscheint heute fast unglaublich.

Leon Balogun steht im Kader Nigerias für die WM 2018.

Leon Balogun: Schon bemerkenswert: Als Leon Balogun den SV Werder 2012 als 23-Jähriger verließ, galt er nicht gerade als Überflieger. Ja, er hatte in die Bundesliga reingeschnuppert, hatte als U23-Spieler dreimal für die Profis spielen dürfen. Doch eine echte Erstliga-Perspektive schien der Verteidiger nicht zu besitzen. Deshalb ließ Werder ihn ziehen. Bei Fortuna Düsseldorf kämpfte sich Balogun, ein gebürtiger Berliner mit deutscher Mutter und nigerianischem Vater, über die zweite in die erste Mannschaft hoch. Die nächste Station war Darmstadt 98 in Liga zwei, danach folgte Mainz 05, wo er endlich als Bundesligaspieler Fuß fasste. Der Lohn: Die Berufung in Nigerias Nationalelf und der Fahrschein zur WM. Nach dem Turnier wechselt der 29-Jährige zu Brighton & Hove Albion in die englische Premier League.

Mladen Krstajic: Nein, kein Spieler mehr, sondern Coach. Krstajic, mittlerweile 44 Jahre alt, war als Innenverteidiger fester Bestandteil des Bremer Double-Teams von 2004. Danach wechselte er zu Schalke 04. Bei der WM sitzt er auf der Trainerbank Serbiens.

Dicht dran, aber nicht dabei: Der Ex-Bremer Nils Petersen (jetzt SC Freiburg) scheiterte erst kurz vor Nominierungsschluss, schaffte es nicht in den deutschen WM-Kader. Auch Diego, brasilianischer Spielmacher in Diensten von Flamengo Rio de Janeiro, durfte sich lange Hoffnungen machen. Doch schon bei der Nominierung des vorläufigen Kaders war er nicht dabei. Alt-Star Claudio Pizarro wartete ebenfalls vergeblich auf seine Berufung in die peruanische Auswahl. Dass es nicht klappt, gehört zu den größten Enttäuschungen seiner Karriere. Für den Senegal waren Fallou Diagne (FC Metz) und Lamine Sane (Orlando City SC) in der Verlosung, wurden aber nicht nominiert.

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