Rouven Schröder kehrt mit Mainz für ein Spiel ins Weserstadion zurück.
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Rouven Schröder kehrt mit Mainz für ein Spiel ins Weserstadion zurück.

Ex-Bremer als Sportvorstand bei Mainz 05

Schröder schätzt das große Werder in seiner Vita

Mainz - Von Frank Hellmann. Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder sieht noch erhebliche Unterschiede zwischen seinem aktuellen Club Mainz 05 und seinem Ex-Verein Werder Bremen.

Erst kürzlich auf dem DFB-Bundestag kam es im Kongresszentrum der Frankfurter Messe zur zufälligen Begegnung: Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des SV Werder, und Rouven Schröder, Sportvorstand beim FSV Mainz 05, waren sich auf der Suche nach ihren Sitzplätzen zufällig über den Weg gelaufen. Sofort wurden Nettigkeiten ausgetauscht – und bereits über das Spiel gesprochen, das am Samstag im Weserstadion steigt. Ein Duell, das hier wie dort über die Befindlichkeiten nach der Hinrunde entscheidet. „Werder hatte einen richtig guten Lauf. Wir müssen alles reinwerfen“, sagt Schröder gegenüber der DeichStube.

Der gebürtige Sauerländer, der fast zwei Jahre (2014 bis 2016) als Direktor Profifußball für Werder arbeitete, um dann die Herausforderung in Mainz als Nachfolger von Christian Heidel anzunehmen, freut sich auf das Wiedersehen mit vielen alten Weggefährten. Er habe damals gespürt, wie sehr von den Mitarbeitern das Werder-Gefühl gelebt werde. Und es sei „beeindruckend, wie sehr das Umfeld in schweren Zeiten in den Heimspielen eine besondere Wucht erzeugt hat“. Schröder ist deshalb froh, „dass ich diesen großen Traditionsverein in meiner Vita stehen habe“.

In der Krise erinnerte sich Schröder an Werder

Als die Rheinhessen selbst in der Vorsaison in die Bredouille gerieten, erinnerte sich der 42-Jährige an das bremische Vorgehen: Der Manager stärkte Trainer Martin Schmidt den Rücken, der Verein schob eine Fanaktion an („Mainzbleibt1“). Mit Erfolg: Die Geschlossenheit führte zum Klassenerhalt. Nun könnte wieder ein langes Zittern angesagt sein. Aber ist das für einen Club wie Mainz nicht sogar normal? Schröder: „Die Antennen sind bei uns immer draußen. Wir sind kein Verein, der sich Nachlässigkeiten leisten kann.“

Ersatzkapitän Daniel Brosinski ärgert sich noch immer über die Niederlagen gegen Augsburg (1:3) und Freiburg (1:2): „Da war die Einstellung eine Frechheit.“ Sogar von Arbeitsverweigerung sprach der Linksverteidiger. Jüngst in Leipzig (2:2) und gegen Dortmund (0:2) war zwar Besserung erkennbar, aber die Lage bleibt bedrohlich. Schröder wird Verstärkungen vor allem für die lahme Offensive suchen müssen, die nur selten wirklich zielstrebig wirkt. Was aber geht in der kurzen Winterpause?

Von 2014 bis 2016 arbeitete Rouven Schröder (2.v.l.) als Direktor Profifußball für Werder.

Vor zwei Jahren – damals noch in Diensten des SV werder – verpflichtete Schröder gemeinsam mit dem damaligen Geschäftsführer Thomas Eichin für ein halbes Jahr einen Qualitätsspieler wie Papy Djilobodji, der die Bremer später in letzter Minute zum Klassenerhalt grätschen sollte. Solch ein Deal, sagt der Netzwerker, sei in Mainz „aus wirtschaftlichen Gründen nicht machbar“.

Werder hatte zuletzt bei einem Umsatz von knapp 124 Millionen Euro fast 55 Millionen Euro Personalaufwand vermeldet. Mit rund 40 Millionen wird der Lizenzspieleretat in der Branche veranschlagt. „Unser Lizenzspieleretat liegt bei 32 Millionen. Also sollten noch acht fehlen“, sagt Schröder und lacht. „Das ist schon ein Unterschied. Werder hat eine andere Herkunft, war mehrfach Deutscher Meister und besitzt eine Champions-League-Vergangenheit. Das ist mit uns nicht zu vergleichen“, so der Mainzer Vorstand: „Auch von der gesamten Infrastruktur steht Werder vor uns. Trotzdem werden auf dem Platz wieder nur Nuancen entscheiden.“

Mainz stellt sich in der Club-Führung neu auf

Beim selbst ernannten Karnevalsverein war zuletzt nicht ganz klar, inwieweit die ständigen Querelen um den inzwischen zurückgetretenen Präsidenten Johannes Kaluza aufs Spielfeld abstrahlen. Schröder empfahl nicht nur einmal intern wie extern klar und deutlich „den Fokus auf den Sport“ zu lenken. Nun scheint sich alles beruhigt zu haben. Und den ehemaligen DFL-Manager Jan Lehmann als neuen Finanzvorstand ab 1. Februar 2018 hat er selbst mit ausgesucht. Am 21. Januar küren die Mitglieder einen neuen Präsidenten.

Während der öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten wirkte Schröder bisweilen so genervt, dass einige schon seinen Abgang befürchteten. Es habe nie zur Debatte gestanden, davonzurennen, versichert er: „Ich besitze hier eine Verantwortung, die ich auch wahrnehme.“

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