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Werder-Verteidiger Luca Caldirola (vorne links) war mit der Leistung in der ersten Hälfte nicht zufrieden.

Stimmen zum Werder-Spiel gegen Wolfsburg

Caldirola: „Wir haben 45 Minuten verschenkt“

Wolfsburg - Nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg herrscht bei Werder Bremen ein Gedanke vor: Da war mehr drin! Die Stimmen zum Spiel.

Alexander Nouri (Werder-Trainer): „Wir wollten in der ersten Halbzeit kompakt verteidigen und schnell umschalten. Leider haben wir am Ball zu viele Fehler gemacht, dadurch hat die Entlastung gefehlt. Schade, dass wir uns dann für eine gute zweite Hälfte nicht mit drei Punkten belohnt haben. Aber das wird kommen.“

Frank Baumann (Werder-Sportchef): „In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv und hatten mit Ball keine Lösung. Wir haben nicht gut gespielt. Trotzdem hätten wir wegen der zweiten Halbzeit den Sieg verdient gehabt. Wir wissen, dass nur Siege helfen, um einen großen Sprung zu machen. Aber wenn vier Führungsspieler fehlen, muss Werder Bremen das erstmal verdauen.“

Luca Caldirola (Werder-Spieler): „Wir hätten von Anfang an so aggressiv spielen müssen wie nach der Pause. Wir haben in der ersten Halbzeit zu tief gestanden, ohne Gegenpressing. Wir haben 45 Minuten verschenkt. In der zweiten Halbzeit war es viel, viel besser. Ich habe mich gefreut, wieder zu spielen, aber es war nicht einfach für mich nach so langer Zeit.“

Theodor Gebre Selassie (Werder-Spieler): „Wir wollten den Gegner locken und auf Konter spielen. Diese Taktik hat nicht funktioniert. Wir haben das dann korrigiert und sind mehr Risiko gegangen. Das hat gut geklappt. Ich hatte bei meiner Großchance nicht das nötige Glück.“

Milos Veljkovic (Werder-Spieler): „Wir haben bislang jedes Spiel gut gespielt. Die Konsequenz, das Siegtor zu machen, hat aber gefehlt.“

Fin Bartels (Werder-Spieler): „Ich glaube, wir hatten noch genug Chancen, das Spiel zu drehen und hätten es auch verdient gehabt. Wir haben uns wieder nicht mit einem Dreier belohnt. Wir haben uns in der ersten Halbzeit vorgenommen, nicht so tief zu stehen, in der zweiten haben wir es dann besser gemacht. Wir wollten Wolfsburg das Spiel überlassen und unsere Chance im Konter nutzen. Das ist uns aber nicht gelungen, wie wir es vor hatten. Wir wussten in der Halbzeit, dass wir noch nicht geschlagen sind. Dafür sind die Wolfsburger momentan auch selbst verunsichert. Wir haben gezeigt, dass Leben in der Mannschaft steckt.“

Einzelkritik: Caldirola patzt, Belfodil dreht auf

Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (ab 46.): Brachte Schwung in die bis dato lahme Bremer Offensive. Gegen Wolfsburgs große Abwehrspieler die bessere Wahl an der Seite von Bartels. Was ihm allerdings fehlte: eine klare Torchance. Note 3 © Gumz
Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Das, was der Torhüter halten konnte, hielt er auch. Stark gegen Origi (38.), beim 0:1 dann aber machtlos, weil der Wolfsburger Stürmer aus kurzer Distanz abschloss (28.). Einziger Kritikpunkt: Bei hohen Bällen nicht immer sicher. Note 3 © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer: Der Innenverteidiger agierte im Grunde wie immer: Kompromisslos im Zweikampf, mit großem kämpferischen Einsatz, im Aufbauspiel jedoch mit Schwächen. Vor dem 0:1 sah er Ntep beim Flanken nur zu, anstatt gezielt zu stören. Note 4 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Für den verletzten Sane rückte er auf die zentrale Position der Dreierkette. Dort um Ordnung bemüht und ohne größere Fehler. Ein gewohnt unauffälliger Auftritt des Serben. Note 3 © nordphoto
Luca Caldirola
Luca Caldirola: Gab nach dem Sane-Ausfall sein Saisondebüt als linker Innenverteidiger – und erwischte dabei keinen guten Abend. Den Italiener traf die Hauptschuld am 0:1, weil er Origi in der Mitte entwischen ließ. Auch sonst mit einigen unglücklichen Aktionen. Note 4,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Kam nicht gut ins Spiel: In der sechsten Minute warf er einen Einwurf direkt wieder ins Aus. Leistete sich einige Fehlpässe, hatte kurz vor der Pause dann aber die bis dato beste Bremer Chance, als er den Ball im Fallen aufs Tor brachte (41.). Traf später das Lattenkreuz (71.) und scheiterte per Hacke an VfL-Keeper Casteels (80.). Anders als ein Jahr zuvor wurde er diesmal nicht zum Matchwinner gegen die „Wölfe“. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein (bis 45.): Werders Sechser hatte Probleme mit den schnellen Didavi und Malli, die ihn wiederholt stehen ließen. Schaffte es nicht, Ordnung ins Spiel zu bringen und musste vor der zweiten Hälfte für Bargfrede Platz machen. Note 4,5 © nordphoto
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Es war in Hälfte eins kein gutes Spiel des Schweden. Vorstöße auf der linken Außenbahn zeigte er (fast) gar nicht, in der Defensive leistete er sich zudem Stockfehler. Steigerte sich nach der Pause. Note 3,5 © nordphoto
Jerome Gondorf:
Jerome Gondorf (bis 45.): Da Kainz neben Bartels im Sturm auflief, kehrte er als Achter zurück in die Startelf. Traf viele falsche Entscheidungen – wie in der 16. Minute, als er in guter Schussposition einen Fehlpass spielte, anstatt selbst abzuschließen. Holte sich Gelb ab und musste in der Kabine bleiben. Note 4,5 © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Der Kapitän war im ersten Durchgang überhaupt nicht im Spiel, ließ sich ein ums andere Mal von Wolfsburgs Camacho überrumpeln, was die Bremer Hintermannschaft in Schwierigkeiten brachte. Danach verbessert. Bereitete das 1:1 per Flanke vor und suchte selbst Abschlüsse. Note 3 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz: Begann für den verletzten Kruse an der Seite von Bartels als Sturmspitze, ehe er in Hälfte zwei ins Mittelfeld zurückkehrte – und deutlich gefährlicher wurde. Hatte gleich nach Wiederbeginn zweimal den Ausgleich auf dem Fuß (46./49.). Sehr auffällig, war fast an jeder guten Offensivszene beteiligt. Note 2,5 © nordphoto
Fin Bartels:
Fin Bartels (bis 90.): Werders Nummer 22 ist endlich in der Saison angekommen. Zwar glückte ihm auch in Wolfsburg längst nicht alles, stark dann aber sein Kopfballtreffer zum 1:1 (56.). Wie immer lauf- und einsatzfreudig. Note 3 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 46.): Deutlich präsenter als sein Vorgänger Eggestein. Schnörkellos und mit klaren Aktionen. Trug maßgeblich dazu bei, dass Werder nach dem Wechsel deutlich besser wurde. Note 3 © Gumz
Izet Hajrovic
Izet Hajrovic (ab 90.): Hatte keine Szene mehr. Note - © Gumz

Philipp Bargfrede (Werder-Spieler): „Wir haben die zweite Halbzeit deutlich besser gespielt und uns vorher auf dem Platz versammelt und angesprochen, dass wir deutlich mutiger auftreten und angreifen müssen. Wir haben jetzt zwei Punkte gesammelt, das ist deutlich zu wenig. Und nach den Chancen hätten wir hier heute als Sieger vom Platz gehen müssen. Die Punkte würden uns extrem gut tun. Von den guten Spielen können wir uns wenig kaufen, wenn wir nicht punkten.“

Martin Schmidt (Wolfsburg-Trainer): „Bis zur Pause hat man gesehen, was wir machen wollten – da war Leidenschaft drin, die Männer sind gerannt. In der zweiten Hälfte haben wir dann in den ersten Minuten den Zugriff verloren. Insgesamt ist es ein guter Punkt für die Moral.“

Yunus Malli (Wolfsburg-Spieler): „Ich denke, dass wir die erste Halbzeit gut gespielt haben, wie wir es uns vorgenommen haben. Wir wollten nach der Führung nachlegen, aber das hat nicht geklappt und die Bremer haben den Ausgleichstreffer gemacht. Ich denke, dass wir in der ersten Halbzeit Powerfußball gespielt haben und in der zweiten Hälfte ging vielleicht die nötige Power verloren in manchen Situationen.“

Paul Verhaegh (Wolfsburg-Spieler): „Im Großen und Ganzen konnten dann beide Mannschaften gewinnen. Bis zur letzten Sekunde haben wir alles versucht, um das Spiel zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit hat sich das Spiel deutlich verändert. Wir haben Werder viel zu viele Räume gelassen, und es war ein hin und her - ein sehr intensives Spiel. Am Ende muss man mit dem einen Punkt leben.“

Werder holt Remis dank Bartels

Werder startete schwach ins Spiel, nach vorne ging so gut wie nichts in der ersten Hälfte.
Werder startete schwach ins Spiel, nach vorne ging so gut wie nichts in der ersten Hälfte. © dpa
Der VfL spielten etwas mutiger nach vorne, die Bremer verteidigten aber konzentriert.
Der VfL spielten etwas mutiger nach vorne, die Bremer verteidigten aber konzentriert - bis zur 28. Minute. © nordphoto
In der 28. Minute traf Divock Origi zur 1:0-Führung der Wolfsburger, weil Luca Caldirola, der den verletzten Lamine Sane ersetzte, nach einer Flanke von links gepennt hat.
Dann traf Divock Origi zur 1:0-Führung der Wolfsburger, weil Luca Caldirola, der den verletzten Lamine Sane ersetzte, nach einer Flanke von links gepennt hat. © nordphoto
Jerome Gondorf im Duell mit Daniel Didavi.
Hier im Duell: Jerome Gondorf und Daniel Didavi. © nordphoto
Werder kam mit viel Schwung aus der Kabine. Kainz hatte den Ausgleich auf dem Fuß, trat aber zu lasch gegen den Ball.
Werder kam mit viel Schwung aus der Kabine. Kainz hatte den Ausgleich auf dem Fuß, trat aber zu lasch gegen den Ball (46.). © nordphoto
Fin Bartels
Zehn Minuten später traf der unauffällige Fin Bartels per Kopf zum 1:1 (56.). © nordphoto
Werder spielte nach dem Ausgleichstreffer mutiger nach vorne und drückte auf die Führung.
Werder spielte nach dem Ausgleichstreffer mutiger nach vorne und drückte auf die Führung. © dpa
In der 72. Minute traf Theodor Gebre Sleasse erst das Lattenkreuz, seinen Nachschuss konnte Robin Knoche mit dem Kopf klären.
In der 72. Minute traf Theodor Gebre Sleasse erst das Lattenkreuz, seinen Nachschuss konnte Robin Knoche mit dem Kopf klären. © nordphoto
Für Werder wäre mehr drin gewesen, aber mal wieder fehlte das Quäntchen Glück, sodass es beim 1:1 blieb.
Für Werder wäre mehr drin gewesen, aber mal wieder fehlte das Quäntchen Glück, sodass es beim 1:1-Endstand blieb. © nordphoto

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