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Theodor Gebre Selassie will in Deutschland nur noch für Werder Bremen spielen.

Vertragsverlängerung

Für Gebre Selassie gibt es nur Werder

Zell am Ziller – Theodor Gebre Selassie – keiner verlängert schneller und unbemerkter als er! Während um den Vertrag seines guten Kumpels Zlatko Junuzovic ein großes Getöse entstanden ist, hat Gebre Selassie mal eben seinen ebenfalls 2018 auslaufenden Kontrakt bei Werder Bremen vorzeitig verlängert.

Club und Spieler machen keine Angaben zur Laufzeit, die „Bild“-Zeitung berichtet aber von einem bis 2019 datierten Vertrag – plus Option auf eine weitere Saison. Gebre Selassie: „Bei Werder passt alles gut für mich. Es gab keinen Grund, etwas zu ändern.“

Der Tscheche ist schon immer einer der Leiseren im Bremer Team gewesen. Er spricht fast schon im Flüsterton, hat noch nie mit Sprüchen auf sich aufmerksam gemacht. Und so wie er lebt, so lief auch die Vertragsverlängerung. Still und abseits der Öffentlichkeit. Gebre Selassie über den Verlauf: „Die erste Anfrage kam kurz nach Ende der Saison. Als dann das finale Angebot von Werder kam, habe ich noch eine Woche überlegt und dann unterschrieben.“

Vertragspoker? „So etwas ist nicht mein Fall“

Aber nicht nur, weil er sich wohlfühlt bei Werder, sondern auch weil seine Familie es wollte. „Das war der entscheidende Punkt.“ Einen großartigen Poker hat der 30-Jährige deshalb nicht mehr angestrengt, sagt er: „So etwas ist nicht mein Fall.“ Außerdem ist er seit Sommer 2012 in Bremen und damit nach Philipp Bargfrede (seit 2008) und Junuzovic (seit Januar 2012), der drittdienstälteste Spieler im Team. Das verbindet, gibt Gebre Selassie zu: „Ich kann mir nicht vorstellen, in Deutschland nochmal für einen anderen Club aufzulaufen als für Werder. Das hat bei meiner Entscheidung auch eine Rolle gespielt.“

Für Gebre Selassie geht es also weiter bei Werder. Wenn alles normal läuft, spielt er noch bis Sommer 2020 an der Weser, dann wird er 33 Jahre alt sein. Und danach? Der Sohn eines Äthiopiers und einer Tschechin hat klare Vorstellungen: „Ich möchte noch ein paar Jahre in Tschechien spielen.“ Gebre Selassie hat ein Haus in Liberec, möchte irgendwann dauerhaft dort leben. Eine Rückkehr zu Slovan Liberec, jenem Club, von dem er vor fünf Jahren für 1,8 Millionen Euro Ablöse zu Werder gewechselt war, liegt also nahe. „Es wäre tatsächlich Unsinn, sich etwas zu suchen, das weit von Liberec entfernt ist“, sagt der Rechtsverteidiger.

Aber erstmal ist ja noch Werder dran. Und Gebre Selassie stellt sich mit seiner Verlängerung einer Situation, von der sich nicht sagen lässt, ob sie gut sein wird für ihn oder nicht. Denn durch die Verpflichtung des Schweden Ludwig Augustinsson für die linke Außenbahn ist klar, dass Robert Bauer im System mit Dreierkette und vorgezogenen Außenverteidigern wieder verstärkt auf rechts auftauchen könnte. Als Konkurrent für Gebre Selassie. Doch der sieht das entspannt und sich leicht im Vorteil: „Wir sind als Spieler nicht gleich, haben unterschiedliche Stärken. Ich denke, dass ich im Spiel nach vorne deutlich stärker bin.“

In der Rückrunde der vergangenen Saison hatte sich Gebre Selassie im 3-5-2 tatsächlich etabliert. Nachdem er zwischen den Spieltagen zwölf bis 18 nur zweite Wahl gewesen war (Spielzeit lediglich 14 Minuten), profitierte er stark von der Festlegung auf das neue System, wurde wieder Stammspieler. Und will es nun natürlich bleiben. Etwas vorgezogen und damit auch offensiver zu spielen, „hat mir richtig Spaß gemacht“. Drei Tore hat er in dieser Zeit erzielt, aber keines vorbereitet.

Mehr Assists über den rechten Flügel – das ist etwas, das sicherlich noch fehlt zum persönlichen Glück. Und was noch? Eigentlich nur, dass auch Kumpel Junuzovic bei Werder verlängert, meint Gebre Selassie: „Ich wäre froh, wenn er noch länger bleibt. Aber das ist Zladdis Sache.“

Der Werder-Dienstag

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