Thomas Delaney träumt von der Europa League mit Werder.
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Thomas Delaney träumt von der Europa League mit Werder.

Entwicklung überrascht Delaney

„Europa ist in Reichweite“

Bremen - Europa League? Thomas Delaney sagt, es wäre „dumm“, es nicht zu versuchen. Dabei will er selbst angreifen. Über einen Platz auf der Ersatzbank wäre er „nicht glücklich“.

Es gibt ein Thema, dem Thomas Delaney erstmal mit einem langgezogenen „Hmmm“ begegnet. Er braucht dieses „Hmmm“ offenbar, um zu überlegen, was er am besten antwortet auf die Frage, wie ihm ein weiteres Spiel auf der Ersatzbank gefallen würde. Wie der Däne darüber sowie über die plötzliche Chance auf die Europa League denkt, erklärt er im „Thomas Delaney über...“

... den Aufschwung

Als Thomas Delaney im Januar seine Premiere im Werder-Trikot feierte, brach erstmal das Chaos aus. Die vier Niederlagen zu Jahresbeginn waren ein echtes Brett. Doch Delaney sagt, er habe immer geglaubt, dass das nicht das wahre Gesicht seines neuen Teams war. „Ich hatte erwartet, dass eine Siegesserie kommen würde. Ich hatte aber nicht erwartet, dass wir elf Spiele am Stück nicht verlieren würden. Meine Gedanken waren, dass wir gut genug sind, um den Tabellenkeller zu verlassen. Dass es so schnell ging, hat mich ein bisschen überrascht.“

... die Europa-Chance

Sechster ist Werder Bremen im Moment und will diesen Platz in den verbleibenden drei Spielen verteidigen. Delaney lässt keinen Zweifel daran, dass das Erreichen der Europa League nun das große Ziel ist. „Es ging für uns lange nur ums sportliche Überleben, da haben wir mittlerweile Klarheit geschaffen. Dann ist es normal, dass man einen neuen Punkt anpeilt. Wir sehen die Europa League als Ziel, das in Reichweite liegt. Wenn es nicht passiert, ist das aber auch nicht das Ende der Welt“, erklärt er. Der Ehrgeiz, es zu schaffen, ist freilich riesig: „Aber jetzt sind wir in einer solch guten Situation, dass es dumm wäre, nicht mit dem Gedanken an Europa in die Spiele zu gehen. Wir haben mit dem Klassenerhalt viel Last von unseren Schultern genommen, können nun hoffentlich freier aufspielen.“

...die Fortschritte

Eben noch Abstiegskandidat, jetzt schon im oberen Drittel angekommen – Thomas Delaney gibt zu, dass er es manchmal nicht glauben kann: „Ich hatte gehofft, dass wir vielleicht in der kommenden Saison stabil sein würden. Aber ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, dass wir in dieser Saison noch um Europa spielen würden.“ Das sei „nicht auf meinem Radar“ gewesen. Dennoch habe er in Werder „immer einen schlafenden Riesen“ gesehen, der in Europa vertreten sein sollte: „Ich war aber sicher, dass es Jahre dauern würde.“

...die Perspektive

Jetzt wird es ein bisschen heikel. Denn in Thomas Delaneys Vier-Jahres-Plan für den SV Werder war eigentlich eine stete Verbesserung vorgesehen. Jede Saison ein bisschen besser, bis man oben angekommen ist – so hatte er sich das vorgestellt. „Aus meiner Sicht sollte die neue Saison immer besser werden als die alte. Vielleicht legen wir da gerade zu sehr vor“, sagt der 25-Jährige und lacht beim Gedanken an einen echten Spitzenplatz: „Wenn wir diesmal Fünfter oder Sechster werden, müssen wir schon sehr gut sein, um das zu verbessern.“ Die Champions League sei 2018 aber definitiv nicht die Perspektive: „Das wäre zu früh.“

...seine Fitness

Gegen die Berliner Hertha gehörte Delaney am Samstag noch nicht wieder zur Startelf. Nach drei Spielen Pause wegen eines Muskelfaserisses wurde er erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Wenn er am Freitag im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln wieder nicht erste Wahl wäre, würde das den dänischen Nationalspieler schon wurmen. Oder? „Hmmm – natürlich wäre ich nicht glücklich damit. Aber es wäre okay, denn so ist der Fußball, ich respektiere das.“ Was bliebe ihm auch anderes übrig? Aber klar ist: Einer wie Delaney wird nicht dauerhaft auf der Bank sitzen. Jedenfalls nicht, wenn er richtig fit ist. Und das ist der Fall – „zu hundert Prozent“, sagt er: „Aber das Team hat so gut gespielt, da ist kein Platz für mich. Ich muss warten.“

...die Effektivität

Werder ist in Sachen Chancenverwertung Spitze in der Liga. Knapp sechs Schüsse benötigen die Bremer lediglich pro Treffer – und das Besondere daran ist die neue Stärke bei Kontern. Delaney driftet ins Tierreich ab, um das Phänomen zu beschreiben: „Es ist eine Spezialität von uns, wie eine Schlange zu lauern und zuzubeißen, wenn sich die Chance bietet. Es ist toll, dass wir nicht so viele Chancen brauchen, um Tore zu erzielen. Das macht es einfacher, schwierige Spiele zu gewinnen.“

...Max Kruse

Toller Typ, toller Fußballer, und immer selbstbewusst, meint Delaney: „Manchmal müssen wir ihn jedoch auf den Boden zurückholen.“ Zum Beispiel kürzlich, als Kruse die Statistik in die Finger bekommen hatte, dass er im Monat April der beste Stürmer in Europas Top-Ligen war – gleichauf mit Lionel Messi. „Da habe ich ihm erklärt: ,Max, der Messi macht das seit zehn Jahren, und für dich ist es ein Monat.’ Aber natürlich darf er sehr glücklich sein mit dem, was er im Moment macht.“ Speziell mit seinen Elfmeterkünsten, die Kruse – Delaney verrät’s – intern durchaus mit Freude zum Thema macht. „Max hat mir erzählt, dass er zehn von zehn verwandelt hat – und nie war der Torwart in der richtigen Ecke. Er hat wie verrückt darüber gelacht.“

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