Thomas Delaney
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Thomas Delaney lieferte gegen Deutschland eine gute Leistung ab und durfte in der Schlussphase sogar die dänische Kapitänsbinde tragen.

Testspiel gegen Deutschland

Delaney erstmals Dänen-Kapitän: „Eine große Ehre für mich“

Kopenhagen - Von Frank Hellmann. Große Ehre für Thomas Delaney: Der Däne von Werder Bremen durfte beim Länderspiel gegen Deutschland erstmals die Kapitänsbinde seiner Nationalmannschaft tragen.

Hinterher hat sich Thomas Delaney ziemlich viel Zeit gelassen, denn nach dem Länderspiel Dänemark gegen Deutschland (1:1) spazierte der Mittelfeldspieler als einer der letzten durch die Mixed Zone des Bröndby-Stadions. Draußen schluckte der für die deutsche Delegation vorgesehene Bus gerade seine letzten Gäste, als der Werder-Profi in bester Laune über eine für ihn besondere Begegnung sprach. „Es war eine große Ehre für mich“, sagte der 25-Jährige zu dem Moment, der möglicherweise noch Symbolwirkung besitzen könnte: Der dänische Torschütze Christian Eriksen hatte ihm bei seiner Auswechslung nach 65 Minuten demonstrativ die Kapitänsbinde übergestreift.

„Das erste Mal habe ich sie getragen“, erzählte Mittelfeldspieler Delaney, der in der internen Hierarchie ohnehin weit oben steht. Doch gemeinhin hätte Torwart Kasper Schmeichel, Sohn des berühmten Peter Schmeichel, die Auszeichnung gehört, doch der war ja wegen Oberschenkelproblemen nicht im Kader. Bei Delaney wirkte das Stück Stoff nicht deplatziert – im Gegenteil. Fast in der gesamten zweiten Halbzeit war Werders Winter-Entdeckung aufopferungsvoll darum bemüht, Dänemarks Defensive zusammenzuhalten, was fast bis zum Schluss gelang. Bis Joshua Kimmich per Fallrückzieher traf.

Dänemark kämpft um zweiten Platz in der WM-Qualifikation

„Es war für uns ein schwieriges Spiel und der Ausgleich ein bisschen unglücklich, aber die Deutschen waren auch stark“, sagte Delaney, der im Nationaltrikot die Acht statt wie im Verein die Sechs auf dem Rücken trägt. Was irgendwie auch passe, „in der Nationalmannschaft spiele ich eigentlich ein bisschen offensiver“. Vor allem in der starken Anfangsphase unterstützte er Allesmacher Eriksen nach Kräften – der Spielmacher der Tottenham Hotspur ist unumstrittener Star einer Auswahl, die in der WM-Qualifikation hinter den führenden Polen mit Montenegro, Rumänien und Armenien um den zweiten Platz kämpft.

Thomas Delaney war gegen Deutschland mit Julian Draxler (l.) aufopferungsvoll darum bemüht, die Defensive zusammenzuhalten.

Am Samstag steht für die Dänen nun das WM-Qualifikationsspiel bei Schlusslicht Kasachstan an. Ein Sieg ist Pflicht, „für uns ist die Partie dort wichtiger als das Deutschland-Spiel“, verdeutlichte Delaney. Dass der Weltmeister auf fast alle Stars verzichtet hatte und selbst mit einer B-Besetzung so bestimmend auftrat, hat Delaney nach einem halben Jahr Bundesliga nicht wirklich überrascht: „Und wenn sie ein D-Team bringen, sind sie immer noch stärker als viele andere Nationen. Damit habe ich fast gerechnet.“

Delaney hätte für Torwart Rönnow „immer ein Zimmer frei“

Wer gegen die DFB-Debütanten Sandro Wagner und Kerem Demirbay am vorletzten Spieltag im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim nach einer Stunde mit 0:5 zurücklag, der kennt den Fundus, aus dem der Fußballlehrer Joachim Löw schöpft. Dessen Ensemble wäre vermutlich viel eher zum Ausgleich gekommen, wenn nicht Torwart Frederik Rönnow so famos gehalten hätte. Der 24-jährige Bröndby-Keeper gab auf der Linie tolle Kostproben seines Könnens ab, und die Zuschauer auf der Stehtribüne seines Heimatvereins spendeten donnernden Applaus.

Wie es heißt, steht Rönnow auf der Liste einiger Bundesligavereine. Auch auf der des in der Torwartfrage noch nicht tätig gewordenen SV Werder? „Ich mische mich da nicht ein“, sagte Delaney und fügte grinsend an: „Ich hätte für ihn immer ein Zimmer frei.“ Doch Empfehlungen müsse er nicht abgeben, nur so viel stehe fest: „Frederik ist ein guter Torwart.“ Kopenhagener Elemente sind ja schwer in Mode an der Weser, nachdem im Winter erst Delaney kam und nun auch noch der schwedische Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, Delaneys Klubgefährte vom FC Kopenhagen, nach Bremen kommt.

Däne steigt nach Sommerpause etwas verspätet ein

Apropos Werder: Das etwas unglückliche Ende der Bundesliga-Saison hat Delaney nach eigenem Bekunden umfänglich aufgearbeitet. „Auch ich war erst etwas traurig, aber wir müssen auch realistisch sein, was möglich ist.“ Und da war die Europa League vielleicht eben doch noch zu weit weg. Für die neue Saison gilt aber für ihn: „Da greifen wir an.“ Der Musterprofi steigt allerdings – nach einem Italien-Urlaub in der Sommerpause – etwas verspätet ein. Bislang sei mit dem Trainerstab vereinbart, dass er am 5. Juli beginne, verriet Delaney. Vermutlich wieder bester Laune.

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