Thomas Delaney will mit Werder international spielen.
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Thomas Delaney will mit Werder international spielen.

"Gibt größere Leader im Team"

Delaney will (noch) kein Kapitän werden

Bremen - Von Minute eins an ist Thomas Delaney bei Werder Bremen als Anführer aufgetreten. Mit seinem leidenschaftlichen Stil spielte er sich schnell in die Herzen der Werder-Fans. Als Kapitän und Nachfolger von Clemens Fritz, der seine Karriere im Sommer vielleicht beendet, sieht sich der Däne aber noch lange nicht.

„Das wäre nicht die richtige Entscheidung“, sagt Delaney im Interview mit dem „kicker“ (Montagsausgabe) und erklärt: „Der Kapitän muss die Sprache sprechen, die Schiedsrichter und die Gegner kennen, davon bin ich weit entfernt momentan.“ Im Team sehe er „größere Leader“, neben Fritz besonders Zlatko Junuzovic und Max Kruse: „Die beiden geben sicher am meisten den Ton an.“

Auf dem Rasen wolle der 25-Jährige dennoch vorangehen. Der zweikampforientierte Stil der Bundesliga liege ihm, er sehe sich als „Krieger“, wie ihn der dänische Ex-Bremer Leon Andreasen mal bezeichnete. „Soweit ich mich kenne, werde ich während eines Spiels immer besser, je enger und härter es zugeht“, sagt Delaney.

Delaney will harte Arbeit und spielerische Klasse verbinden

Als Jugendlicher sei er Fan des AC Mailand gewesen, wollte wie Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo zugleich sein: „Sensationelle Tacklings und fantastische Pässe. Harte Arbeit und spielerische Klasse. Ein Mix aus diesen beiden unterschiedlichen Welten, das ist mein Ideal.“ In seinen bisher neun Bundesliga-Spielen ist ihm das fast immer auf beeindruckende Weise gelungen.

Trotz des Muskelfaserrisses, der ihn seit dem Schalke-Spiel außer Gefecht setzt, ist Delaney eine Symbolfigur für den aktuellen Aufschwung bei Werder, der den Verein mit zehn Spielen ohne Niederlage aktuell auf Rang sieben der Tabelle gespült hat. Mit Werder will er nach Europa. Anders als manche Mannschaftskollegen ruft er das nicht mehr als neues Saisonziel aus, würde es aber „sehr gerne annehmen“, wenn es mit der Qualifikation doch klappen sollte.

„Werder ist ein schlafender Riese“

„Generell muss es für Werder das Ziel sein, sich in den nächsten fünf Jahren auch wieder fest in Europa zu etablieren“, sagt Delaney selbstbewusst. „Werder ist ein schlafender Riese. Das ist schließlich auch ein Grund, warum ich hier bin.“

Dass Delaney schon mit seinen ersten Auftritten Begehrlichkeiten bei großen Vereinen weckt, versteht sich von selbst. „Das wird wohl immer so sein, wenn man erfolgreich spielt“, sagt Delaney. Der Däne schwärmt zwar von der Premier League („Es ist kein Geheimnis, dass ich irgendwann mal nach England will“), bleibe aber ganz gelassen und hege keinerlei Wechselabsichten. Im Sommer will Delaney ordentlich Deutsch pauken. Dann dürfte er noch mehr zum Anführer werden - ob mit Kapitänsbinde oder ohne.

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