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„Mannheim ist mein Geburtsort – Bremen ist meine Heimat“, sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Thomas Schaaf wird 50 Jahre alt und sagt: „Ich bin mir treu geblieben“

Ein Interview von Arne Flügge - Eine große Party-Sause wird’s nicht geben, wenn Thomas Schaaf am Samstag seinen 50. Geburtstag feiert. Werder Bremens Trainer mag’s viel lieber ruhig und familiär.

Im Interview erzählt der 49-Jährige, wie Bremen zu seiner Heimat geworden ist, was er verabscheut, was er bewundert, warum er einen Vereinswechsel nicht kategorisch ausschließt – und warum er noch heute gerne mal den Mannheimer Dialekt spricht.

Herr Schaaf, was wünschen Sie sich zum 50. Geburtstag?

Schaaf: Es sind weniger materielle Dinge, weil es uns insgesamt gut geht. Wichtig ist, dass man gesund bleibt, um die vielen Sachen, die man sich noch vorgenommen hat, die im Hinterkopf sitzen, auch umzusetzen.

Was haben Sie sich denn noch vorgenommen?

Schaaf: Mit der Familie in den Urlaub zu fahren, gemeinsame Dinge zu unternehmen. Dabei spielt Gesundheit sicher eine wichtige Rolle.

Thomas Schaaf in guten wie in schlechten Zeiten

12. Juli1988: Niedersachsenstadion, Celle, 1. Fußballbundesliga, Hannover 96 vs Werder Bremen: Thomas Schaaf. © nordphoto
Offizieller Fototermin Fussball-Bundesliga Saison 2002/2003 SV Werder Bremen. Cheftrainer Thomas Schaaf ging unter die Hobbyfilmer © nordphoto
1. März 2003: Fußball-Bundesliga Bayer 04 Leverkusen - Werder Bremen in der Leverkusener BayArena. Trainer Thomas Schaaf winkt einem Spieler im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Leverkusen gewann das Spiel 3:0 © dpa
8. März 2003: Fußball-Bundesliga SV Werder Bremen - VfL Bochum im Weserstadion.  Thomas Schaaf feuert seine Spieler von der Seitenlinie an. © dpa
Saison 2002/2003 - 6. Spieltag: SV Werder Bremen vs. Bayer 04 Leverkusen. Kollektiver Jubel beim SV Werder. Torschuetze Angelos Charisteas (rechts) mit Trainer Thomas Schaaf (Mitte) und Ludovic Magnin (links). Im Hintergrund Tim Borowski. © nordphoto
2003: Schaaf nachdenklich. © Mediengruppe Kreiszeitung/Sander
Neuzugange 2003: Trainer Thomas Schaaf (3.v.l.)  beim offiziellen Fototermin im Bremer Weserstadion mit den neuen Spielern: (vlnr) der Franzose Valerien Ismael, Abwehrspieler vom französischen Erstligisten Strasbourg, Torwart Andreas Reinke vom in die erste spanische Liga aufgestiegenen Real Murcia und ganz rechts Ümit Davala, türkischer Nationalspieler, ausgeliehen von Inter Mailand. © dpa
2003: Beim Trainingslager auf Norderney misst Thomas Schaaf den Puls bei Geburtstagskind Holger Wehlage. © nordphoto
13. Dezember 2003: Fußball-Bundesliga, Bayer 04 Leverkusen - SV Werder Bremen, in der BayArena in Leverkusen. Thomas Scha af bedankt sich nach dem Abpfiff bei den Fans und diese bei ihm. Bremen gewann mit 3:1 und ist neuer Tabellenführer. © dpa
7. März 2003: Fußball-Bundesliga TSV 1860 München-SV Werder Bremen im Münchner Olympiastadion. Der Trainer vom SV Werder Bremen, Thomas Schaaf, gestikuliert während des Spiels gegen den TSV 1860 München. Die Löwen verloren das Spiel mit 0:2. © dpa
18. April 2004: Fußball-Bundesliga SV Werder Bremen - Hannover 96 im Bremer Weserstadion. Trainer Thomas Schaaf feuert sein Team von der Seitenlinie an. © dpa
Fussball Bundesliga 03/04 - 25. Spieltag: VFL Wolfsburg vs Werder Bremen. Trainer thomas Schaaf und Johan Micoud beim Aufwärmen. Das Spiel endete 0:2. © nordphoto
Deutscher Meister 2004 - Werder Bremen. Die Man nschaft von Werder Bremen präsentiert die Meisterschale den Fans auf dem Balkon vom Bremer Rathaus. Paul Stalteri (links), Trainer Thomas Schaaf (Mitte) mit Tochter Valesca (rechts) feiern mit den Fans. © nordphoto
30. Mai 2004 Ailton und Thomas Schaaf  jubeln auf dem Balkon des Bremer Rathauses. Mit dem gewinn des DFB-Pokal und der Deutschen Fußballmeisterschaft 2003/04 schafften die Bremer erstmals in der Vereinsgeschichte das sogenannte „Double“ © dpa
Deutscher Meister 2004 ist Werder Bremen. Rudi Völler gratuliert Trainer Thomas Schaaf. © nordphoto
1.Juli 2004: Schaaf hört bei der Pressekonferenz zum Saisonauftakt den Journalisten zu. Im Anschluss fuhr die Mannschaft in das neuntägige Trainingslager auf die Nordseeinsel Norderney. © dpa
20. November 2004: Fußball Bundesliga Arminia Bielefeld - Werder Bremenin in der SchücoArena Bielefeld: Thomas Schaaf nimmt die Hände vor sein Gesicht und schließt die Augen. Sein Team unterlag mit 1:2. © dpa
30. Juli 2004: Schaaf posiert im Kik-Trikot. © nordphoto
Saison 2003/2004: Gegen den Hamburger SV zeigt Schaaf ein seltenes Bild. Er lacht. © nordphoto
2005: Thomas Schaaf zeigt die Marschrichtung an: nach oben. © dpa
2. November 2005: Fußball Champions League Gruppe C: Werder Bremen - Udinese Calcio im Weserstadion in Bremen. Werder Trainer Thomas Schaaf an der Seitenlinie. Werder Bremen gewinnt mit 4:3. Trotz einer 3:0 Führung musste Werder bis zum Schluß zittern, da Udinese zunächst zum 3:3 ausgleichen konnte. © dpa
26. November 2005: Manager  Klaus Allofs (r), spricht in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen mit Trainer Thomas Schaaf. Fußball-Bundesligist Werder Bremen baut auch in Zukunft auf das Fußball-Tandem Thomas Schaaf/ Klaus Allofs. Geschäftsführer Allofs verlängerte seinen Vertrag beim Bundesliga-Club vorzeitig bis 2009. © dpa
1. April 2005: Fußball-Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Werder Bremen in der Frankfurter Commerzbank-Arena: Trainer Thomas Schaaf blickt nachdenklich. © dpa
Oktober 2005: Schaaf gibt Laut. © dpa
Einweihung Werder Wuseum: Unter anderem ließen es sich Pico Schütz, Günter Bernhard, Horst-Dieter Höttges und Uwe Reinders es sich nicht nehmen an der Einweihung teilzunehmen. Auch Trainer Thomas Schaa f und Ex-Manager Willi Lemke sind mit auf dem Foto. © nordphoto
 © nordphoto
Saison 2005/2006 - 3. Spieltag: Hinrunde Werder Bremen vs VFB Stuttgart. © nordphoto
Champions League 2005/2006 Gruppe C: 1. Spiel ( Hinspiel ) Werder Bremen  vs FC Barcelona  Trainer Thomas Schaaf läßt nach der 0:2 Niederlage den Kopf haengen und geht alleine über den Rasen. © nordphoto
Grün-Weiße-Nacht im Congresszentrum Bremen : Thomas Schaaf mit Ehefrau © nordphoto
Fußball UEFA-Cup:  Thomas Schaaf  in Bremen am Flughafen beim Einchecken. Werder Bremen spielt am 8. März 2007 im Achtelfinale Hinspiel gegen Celta Vigo aus Spanien. © dpa
18. August 2007: Fußball Bundesliga, Werder Bremen - Bayern München) im Weser Stadion in Bremen. Trainer Schaaf gestikuliert an der Seitenlinie . © dpa
18. September 2007: Thomas Schaaf (R) gestikuliert neben Diego während des Champions League Spiels in der Gruppe C gegen Real Madrid im Santiago Bernabeu Stadion in Madrid. Real Madrid gewann 2:1. © dpa
16. Oktober 2007: Fußball-Bundesliga, MSV Duisburg - Werder Bremen in der MSV-Arena in Duisburg. Thomas Schaaf (l) spricht mit seinem ehemaligen Schützling Ailton, der nach dem Abpfiff auch von den Bremer Fans gefeiert wurde. Die Partie endete 1:3. © dpa
23. Oktober 2007: Trainer Thomas Schaaf während einer Pressekonferenz zum Champions League Spiel einen Tag später gegen Lazio Rom im Weserstadion in Bremen. © dpa
6. November 2007: Champions League, Lazio Rom gegen Werder Bremen im Stadio Olimpico in Rom. Schaaf an der Seitenlinie. Werder verliert mit 2:1 © dpa
27. November 2007: Thomas Schaaf (l) und Spieler Diego  beim Training am Weserstadion in Bremen. Werder Bremen bereitet sich auf das Champions League Spiel am Folgetag gegen Real Madrid im Weserstadion vor. © dpa
28. November 2007: Champions League, Werder Bremen gegen Real Madrid  im Weser Stadion in Bremen. Werder Trainer Thomas Schaaf feiert mit den Fans. Werder besiegt Real Madrid mit 3:2. © dpa
10. Januar 2008: Thomas Schaaf, geht  in Belek (Türkei) über das Trainingsgelände. Der Fußball-Bundesligist befindet sich im Trainingslager in Belek bei Antalya. © dpa
31. Januar 2008: Thomas Schaaf hält symbolisch ein Steuerrad der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ( DGz RS) in der Hand. Schaaf ist neuer Botschafter für das Jahr 2008. © dpa
1. Februar 2008: Thomas Schaaf (l-r), Mesut Özil und Klaus Allofs stellen sich  im Weserstadion den Fotografen. Werder hat den 19 Jahre alten Junioren-Nationalspieler Mesut Özil vom Liga-Konkurrenten Schalke 04 verpflichtet. Özil hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 unterschrieben. © dpa
12. Februar 2008: Die Augen von  Thomas Schaaf bei der Pressekonferenz im Weserstadion. Werder Bremen bereitet sich auf das UEFA-Cup Spiel am Folgetag gegen Sporting Braga aus Portugal im Weserstadion vor. © dpa
23. Februar 2008: Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Werder Bremen  in der Commerzbank-Arena in Frankfurt: Bremens Trainer Thomas Schaaf gestikuliert während des Spiels. Werder Bremen unterlag 0:1. © dpa
15. Juli 2008: Thomas Schaaf (l) und Co-Trainer Matthias Hönerbach mit dem Fahrad auf der Nordseeinsel Norderney mit dem Team unterwegs. Bis zum 20. Juli 2008 bereitet sich der Fußball Bundesligist auf der Insel bei ihrem ersten Trainingslager auf die nächste Saison vor. © dpa
15. Juli 2007:  Thomas Schaaf (l) zeigt Naldo im Trainingslager auf der Nordseeinsel Norderney wie die Viererkette stehen soll. © dpa
16. Juli 2008: Werder-Spieler Mesut Özil springt über eine Hürde, unter den Augen von Trainer Thomas Schaaf bei einer Trainingseinheit des Fußball-Bundesligisten auf der Nordseeinsel Norderney. © dpa
16. Juli 2008: Thomas Schaaf (r-l) mit Neuzugang Sebastian Prödl und Torwart Nico Pellatz während eines Strandlaufs auf der Nordseeinsel Norderney. © dpa
22. Juli 2008: Thomas Schaaf (2.v.l.)  posiert mit den neuen Spielern Said Husejinovic (l, Bosnien-Herzigowina), Sebastian Prödl (Österreich) und Niklas Andersen (r)  während des offiziellen Fototermins im Weser Stadion . © dpa
15. September 2008: Per Mertesacker (m) und Naldo (r) im Gespräch mit Trainer Thomas Schaaf während des Trainings am Weserstadion in Bremen. Werder bereitet sich auf das Champions-League-Spiel am Folgetag gegen Anorthosis Famagusta aus Zypern vor © dpa
8. November 2008: Fußball-Bundesliga VfL Bochum - Werder Bremen im rewirpowerStadion in Bochum: Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs haben vor dem Spiel auf der Teambank Platz genommen © dpa
17. Februar 2009: Thomas Schaaf verfolgt das Training am Weserstadion. Werder Bremen bereitet sich auf das UEFA-Cup Spiel am Folgetag gegen den AC Mailand vor. © dpa
23. März 2009:  Thomas Schaaf (l-r), Bundestrainer Joachim Löw und Leverkusen-Trainer Bruno Labbadia sitzen in Düsseldorf nach Ende der Trainertagung bei der Pressekonferenz auf dem Podium. Der Streit zwischen Joachim Löw und den Bundesliga-Trainern scheint beigelegt, die Diskussion über die Qualität des deutschen Fußballs geht allerdings weiter. © dpa
30. Mai 2009: DFB-Pokalfinale Bayer Leverkusen - Werder Bremen im Berliner Olympiastadion: Die Bremer Spieler feiern ihren Trainer Thomas Schaaf mit einer Bierdusche. Wer der Bremen gewinnt den DFB-Pokal mit einem 1:0-Sieg © dpa
31. Nai 2009: Thomas Schaaf (l) und Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs bringen den DFB-Pokal zur Feier mit einem Autokorso in das Bremer Rathaus . © dpa
31. Mai 2009: Werder Spieler Naldo (l), daneben Claudio Pizarro schüttet seinem Trainer Thomas Schaaf (r) bei der Pokalfeier Bier über den Kopf. © dpa
3. Juli 2009: Cheftrainer Schaaf zieht seinen Spieler Torsten Frings  am Trikot, um im Trainingslager von SV Werder Bremen auf der Nordseeinsel Norderney eine Übung zu erklären. Der Fußball-Bundesligist bereitet sich bis zum 9.Juli 2009 auf der Insel auf die kommende Saison vor © dpa
9. Juli 2009: Schaaf nimmt vor Torwart Trainer Uwe Kraft im Trainingslager von S V Werder Bremen auf der Nordseeinsel Norderney einen Ball an. © dpa
4. Februar 2010: Trainer Schaaf trifft Ex-Werder Trainer Otto Rehagel in der oberen Rathaushalle in Bremen. Beide wurden zum 111 Geburtstag des Vereins als Ehrenmitglieder geehrt. © dpa
3. April 2010: Bundesliga 29. Spieltag: Borussia Dortmund - Werder Bremen im Signal-Iduna-Park in Dortmund. Trainer Thomas Schaaf gibt von der Seitenlinie seinen Spielern Anweisungen. Seine Mannschaft unterlag mit 1:2. © dpa
14. Mai 2010: Thomas Schaaf, geht in Berlin vor Beginn einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes am DFB-Pokal vorbei. Im Pokalendspiel stehen sich am 15. Mai 2010 die Teams des SV Werder Bremen und des FC Bayern München gegenüber © dpa
20. November 2010:  1. Bundesliga, 13. Spieltag, FC Schalke 04 - Werder Bremen in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen: Schaaf beobachtet auf der Trainerbank das Spiel. Das Spiel endete 4:0. © dpa
April 2011: Gespräche in angenehmer Atmosphäre: Werder-Trainier Thomas Schaaf mit dem Kreiszeitungsredakteur Arne Flügge. © nordphoto
27.10.2012: Schaaf und Allofs in der Trolli-Arena beim Spiel gegen die SpVgg Greuther Fuerth. © nph
27.10.2012: Schaaf und Allofs in der Trolli-Arena beim Spiel gegen die SpVgg Greuther Fuerth. © nph
27.10.2012: Schaaf und Allofs in der Trolli-Arena beim Spiel gegen die SpVgg Greuther Fuerth. © nph
11.05.2013: Thomas Schaaf bei seinem letzten Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. © nph
11.05.2013: Thomas Schaaf bei seinem letzten Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. © nph
11.05.2013: Thomas Schaaf bei seinem letzten Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. © nph

Wer Sie kennt, der weiß, dass es am Samstag keine große Geburtstagsparty gibt, sondern ein ruhiges kleines Fest mit Familie und Freunden.

Schaaf: Das ist richtig. Ich brauche den großen Rummel nicht, und ich will ihn auch nicht.

Fühlen Sie sich mit 50 Jahren plötzlich alt?

Schaaf: Nein, warum auch? Man ist so alt, wie man sich fühlt. Da ist die 50 für mich nichts Problematisches. Natürlich wird hier und da gewitzelt: Willkommen im Club! Aber das ist normal. Wichtig ist doch, dass man sich auslebt, sich gut fühlt. Dass man älter wird, merkt man natürlich, weil die Kinder erwachsen werden, es dort Veränderungen gibt. Und wenn man dann ein so gutes Verhältnis hat, wie meine Frau und ich es zu unserer Tochter Valeska haben, dann fällt es schon schwer, auch mal loszulassen. Aber das bekommen wir ganz gut hin.

Sie wurden 1961 in Mannheim geboren, sind als Kind aber schon nach Bremen gekommen. Haben Sie überhaupt noch eine Beziehung zu Mannheim?

Schaaf: Mannheim ist mein Geburtsort, Bremen ist meine Heimat. Wenn du hier so lange lebst, hier aufgewachsen bist – dann ist dir eine Stadt wie Bremen ans Herz gewachsen. Aber es gibt natürlich noch immer Verbindungen nach Mannheim.

Welche sind das?

Schaaf: In den ersten Jahren als Schüler bin ich noch häufiger in den Ferien hingefahren und habe Verwandte besucht. Jetzt war gerade mein Onkel mit seiner Familie bei uns.

Und wie es sich gehört, haben Sie dann gemeinsam den berühmten Mannheimer Dialekt gesprochen.

Schaaf: Ja, natürlich.

Im Ernst, Sie sprechen den Dialekt?

Schaaf: Ja. Mit meiner Mutter spreche ich ihn manchmal noch. Auch als Ümit Davala, der ja in Mannheim aufgewachsen ist, damals zu Werder kam, haben wir das eine oder andere Wort gewechselt. Er wollte das auch erst nicht glauben. Dann habe ich ihn aber mal wie in seiner Heimat begrüßt . . .

Was war das einschneidenste Erlebnis in Ihrem bisherigen Leben?

Schaaf: Da denkt man gleich immer an die ganz besonderen Dinge. Es gab viele Geschehnisse, die mich sicher auch geprägt und vielleicht auch ein wenig beeinflusst haben. Das Außergewöhnlichste in meinem Leben aber war die Geburt unserer Tochter. Das war einzigartig.

Haben Sie ein Lebensmotto als ständigen Begleiter?

Schaaf: Nein, ich versuche immer das, was ich mache, bestmöglich, mit viel Einsatz und so optimal wie es geht zu leisten – und am Ende sollte schon etwas Gescheites dabei herauskommen (lacht). Und ich kämpfe darum, eine Gelassenheit zu erreichen, mich nicht an Dingen aufzureiben, die man ohnehin nicht ändern kann.

Was bewundern Sie, was verabscheuen Sie?

Schaaf: Ich verabscheue alles, was das gesunde Miteinander der Menschen kaputtmacht, Leute zu schädigen, zu verletzen. Wir müssen in unserer Gesellschaft aufpassen, gewisse Formen und Verhaltensregeln nicht zu verlieren.

Und was bewundern Sie?

Schaaf: Ich bewundere Menschen, die sich für andere einsetzen und dafür sogar ihr Leben riskieren. Ich bewundere Menschen, die sich uneigennützig um andere kümmern, ihnen Hilfestellung geben, ihr Leben zu verbessern, beispielsweise besser mit einer bestimmten, schlimmen Situation klarzukommen.

Engagieren Sie sich deshalb so stark für das Zentrum trauernder Kinder in Bremen und in der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger?

Schaaf: Als ich gefragt wurde, ob ich als Botschafter bereitstehen würde, habe ich mich erstmal schlau gemacht. Und dann war es einfach, schnell ,ja‘ zu sagen und sich mit der Sache zu identifizieren. Und es wurde in den letzten Jahren viel erreicht.

Sie sind für viele Menschen ein Vorbild, haben Sie selbst eines, zu dem Sie aufblicken?

Schaaf: Es ist schwierig, weil man die Person ja nicht zu 100 Prozent wirklich kennt. Klar, gewisse Züge versucht man schon mal zu übernehmen, wie zum Beispiel die Ruhe und die Souveränität, die ich anstrebe. Man versucht, kleinere Stücke für sich herauszupicken. Entscheidend ist aber, dass man niemanden kopiert. Man muss sich selbst treu bleiben.

Wenn Sie zurückschauen – würden Sie heute alles noch einmal so machen, wie Sie es getan haben?

Schaaf: Ich bin kein Mensch, der großartig zurückblickt. Vielleicht würde ich das eine oder andere heute anders einschätzen, kleinere Fehler revidieren. Aber du stehst mit 20 Jahren nicht vor Entscheidungen, die du mit 40 treffen musst. Das ist manchmal auch ganz gut so. Ich würde aber wieder versuchen, das Bestmögliche zu erreichen.

Sie sind im kommenden Jahr 40 Jahre im Verein. Ist auch Werder Bremen Ihre Heimat geworden?

Schaaf: Wenn ich manchmal unten auf dem Platz stehe oder durch das Stadion gehe, dann kommen tatsächlich viele Erinnerungen hoch an das, was ich hier als Spieler und auch als Trainer erlebt habe. Dann denkt man schon daran, wie viele Stunden, Tage, Wochen, Monate und schließlich Jahre man in diesem Verein verbracht hat. Und man denkt an die vielen Veränderungen, die es in der Zeit gab. Vieles war damals unvorstellbar.

Können Sie sich bei einer so langen Vereinstreue überhaupt vorstellen, den Club einmal zu verlassen?

Schaaf: Diese Frage hat für mich etwas Negatives. Man muss in diesem Beruf mit Veränderungen leben können. Wichtig ist doch, seiner Arbeit nachgehen zu können, seine Aufgaben anzupacken, eine Mannschaft zu trainieren und zu versuchen, Erfolg zu haben. Und dieser Arbeit, diesem Beruf kann man bei einem anderen Verein genauso nachgehen.

Wünschen Sie sich eine Veränderung?

Schaaf: Hier bei Werder hat es in den vergangenen Jahren doch so viele Veränderungen gegeben. Es sind so viele Spieler gekommen und gegangen. Die Geschäftsführung hat teilweise gewechselt – dazu der Stadionumbau. Das einzige, was sich in den vielen Jahren nicht verändert hat, war doch mein Anfahrtsweg zum Stadion. Nein, ich mache meine Arbeit bei Werder gerne, und der widme ich auch meine ganze Kraft. Das schließt aber doch nicht aus, vielleicht mal etwas anderes zu machen, vielleicht sogar mal eine Pause einzulegen, abzuschalten und dann wieder neu einzugreifen.

Wie wär’s wenn Sie an Ihrem Geburtstag den Club beschenken und ihren 2012 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängern?

Schaaf: Ich habe keine Eile, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Irgendwann werden wir uns mal treffen und darüber reden. Anderes ist im Moment wichtiger. Beispielsweise sind die vielen offenen personellen Fragen vor der neuen Saison noch zu klären. Die haben Vorrang. Ebenso wie der Klassenerhalt jetzt. Schaffen wir den gegen Wolfsburg, wäre die Laune an meinem Geburtstag natürlich besser.

Quelle: kreiszeitung.de

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