Tim Borowski sitzt am Freitagabend als Co-Trainer auf der Bank bei den Profis.
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Tim Borowski sitzt am Freitagabend als Co-Trainer auf der Bank bei den Profis.

Eine ungewöhnliche Karriere

Borowski als neuer Frings

Bremen - Werder und Tim Borowski - das ist schon eine ziemlich kuriose Geschichte. Wer hätte gedacht, dass der Ex-Profi am Freitagabend als Co-Trainer auf der Werder-Bank sitzen wird?

Wahrscheinlich niemand. Doch für Frank Baumann ist die Lage ganz klar: „Wir haben da doch schon mit Torsten Frings gute Erfahrungen gemacht.“ Torsten Frings war damals an der Seite von Viktor Skripnik von der U23 zu den Profis aufgerückt. Borowski kommt nun von der U17 zu den Profis.

Kapitel Borowski bei Werder schien beendet

„Tim war schon etwas überrascht“, berichtete Baumann. Der 37-Jährige habe aber sofort zugesagt. Zwischen ihm und dem Club ist es eben ein ständiges Geben und Nehmen. Bei Werder wurde Borowski vom Jugendspieler zum Nationalspieler. Nach einem Jahr bei den Bayern kehrte er zu Werder zurück. Nach dem Karriere-Ende absolvierte der gebürtige Neubrandenburger ein Trainee-Programm im Marketing, arbeitete anschließend als Teammanager der U23, schmiss dort aber nach wenigen Monaten die Brocken hin - angeblich wegen Schwierigkeiten mit dem damaligen Sportdirektor Rouven Schröder. 

2016 schien damit das Kapitel Borowski bei Werder endgültig beendet. Doch vor wenigen Wochen kehrte der einstige Mittelfeldspieler zu seinem Club zurück – als Co-Trainer der U17. Gemeinsam mit Freunden wie Christoph Metzelder oder Patrick Owomoyela hatte er beim DFB die Youth-Elite-Lizenz erworben. Das war der Einstieg ins Trainergeschäft, jetzt ist Borowski schon in der Bundesliga angekommen, weil ihn sein ehemaliger Teamkollege Baumann sehr schätzt.

Tim Borowski: Seine Karriere in Bildern

Tim Borowski
Tim Borowski (l.) kam als 16-Jähriger zum SV Werder Bremen. 1999 gewann er die einzige Deutsche A-Jugend-Meisterschaft der Vereinsgeschichte. © imago
Tim Borowski
Bei den Profis wurde der Blondschopf zur Saison 2000/2001 als Neuzugang von Trainer Thomas Schaaf vorgestellt. Wie jeder junge Spieler musste sich Borowski Stück für Stück in die erste Mannschaft vorkämpfen. © imago
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Seinen Durchbruch schaffte der gebürtige Neubrandenburger in der legendären Double-Saison 2003/2004. © imago
Tim Borowski
Bei der Meisterfeier war der 24-Jährige mittendrin statt nur dabei. © imago
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Am Ende der Saison stand nicht nur die Meisterschaft, sondern auch der Sieg im DFB-Pokal. Im Finale lieferte Borowski sein bis dahin bestes Spiel im Werder-Trikot. © imago
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Der Mittelfeldspieler traf beim 3:2 gegen Alemannia Aachen im Berliner Olympiastadion doppelt. © imago
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Borowskis gute Leistungen bei Werder entgingen auch nicht den Bundestrainern. 2002 gab er sein Länderspiel-Debüt, 2006 war bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land dabei. © imago
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Borowski spielte in sechs der sieben deutschen WM-Spiele, traf im Elfmeter-Krimi gegen Argentinien im Viertelfinale. Am Ende stand für Deutschland der dritte Platz. © imago
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Auch 2008 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw für die Europameisterschaft nominiert. Er kam in zwei Spielen zum Einsatz und wurde am Ende Vize-Europameister. © imago
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Bei Werder erlebte der Nationalspieler die Glanz-Jahre Mitte/Ende der 2000er, spielte regelmäßig Champions League (hier gegen Ronaldinho vom FC Barcelona). © imago
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Das rief Interessenten auf den Plan, Werder konnte Borowski nicht mehr halten. Er ging ausgerechnet zum großen Rivalen der damaligen Zeit... © imago
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... dem FC Bayern München. Die Saison 2008/2009 verlief bei Borowski aber nicht gerade nach Wunsch. Er konnte nicht überzeugen... © imago
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... und kehrte nach nur einem Jahr zum SV Werder zurück. Nach drei weiteren Saisons in Grün-Weiß und insgesamt 236 Bundesliga-Spielen (32 Tore) beendete Borowski 2012 seine aktive Karriere. © imago
Danach blieb er Werder treu, absolvierte erst eine Management-Ausbildung im Verein und wurde im Sommer 2015 Sportlicher Leiter der U23. In der Position blieb er aber nur wenige Monate.
Danach blieb er Werder treu, absolvierte erst eine Management-Ausbildung im Verein und wurde im Sommer 2015 Sportlicher Leiter der U23. In der Position blieb er aber nur wenige Monate. © gumzmedia
Tim Borowski
Etwa zwei Jahre nach seinem Abschied war Tim Borowski wieder bei seinem Club: Der 37-Jährige wurde Co-Trainer von Sven Hübscher in der Werder-U17. © Gumz
Tim Borowski
Nach der Entlassung von Werder-Cheftrainer Alexander Nouri Ende Oktober 2017 rückte U23-Coach Florian Kohfeldt als Cheftrainer auf. Borowski wurde sein Co-Trainer. © Gumz

Neben Borowski nimmt Kohfeldt auch seinen U23-Co-Trainer Thomas Horsch mit zu den Profis. Dort durften Towarttrainer Christian Vander und Fitnesscoach Günther Stoxreiter bleiben. Sie hatten damals schon unter Skripnik – und damit auch mit Kohfeldt – zusammengearbeitet.

Borowski soll dabei vor allem seine Komponente als Ex-Profi einbringen. „Tim hat auf dem Platz schon alles erlebt“, betonte Baumann. Borowski sei damit die ideale Ergänzung zu Kohfeldt. Der ehemalige Keeper hat es selbst nur bis in die Bremen-Liga geschafft.

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