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Torsten Frings steckt sich hohe Ziele, lässt aber alles auf sich zukommen.

Nach dem bitteren Aus in Bremen

Frings will Cheftrainer werden

Bremen – Bei Werder Bremen musste Torsten Frings seinen Hut nehmen. Trotzdem hat der ehemalige Co-Trainer Blut geleckt und will zukünftig als Cheftrainer arbeiten.

Nach zwei aufregenden Jahren als Assistenzcoach bei den Werder-Profis will Frings bald mehr Verantwortung übernehmen. „Es ist mein Ziel, langfristig als Cheftrainer zu arbeiten. Ich habe derzeit keinen Masterplan mit genauen Zeitangaben in der Hinterhand. Ich bin für vieles offen. Mal sehen, welche Möglichkeiten sich ergeben. Erst dann werde ich mir konkrete Gedanken machen“, sagte der Ex-Nationalspieler im Interview mit „Spox“.

Nach der 1:4-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach war der 39-Jahärige am 19. September entlassen worden – genau wie Chefcoach Viktor Skripnik und der andere Assistent Florian Kohfeldt. Frings wolle nun „erst einmal durchschnaufen und versuchen, schnell wieder einen klaren Kopf zu bekommen“. Der Rauswurf in Bremen ging nicht spurlos an Frings vorbei, schließlich hatte er dem Verein über viele Jahre die Treue gehalten: „Es war nicht schön, wenn man nach rund 20 Jahren im Club gesagt bekommt, dass es nicht mehr weitergeht. Das Aus hat an mir genagt.“

Ablenkung suchte der ehemalige Werder-Kapitän in der Ferne. „Ich bin mit meinen Brüdern ein paar Tage zum Angeln nach Norwegen gefahren. Man versucht dann natürlich zu reflektieren, welche Fehler man begangen haben könnte. Ich habe aber nicht vor, mir deshalb jetzt monatelang den Kopf zu zerbrechen“, so Frings.

"Viel Pech mit Verletzungen"

Trotz der schweren, intensiven Zeit als Co-Trainer an der Seite von Viktor Skripnik blickte der „Lutscher“ positiv zurück und sagte: „Im ersten Jahr haben wir mit dem Klassenerhalt etwas Außergewöhnliches geschafft, als wir noch beinahe in die Europa League eingezogen sind. Dann die Rettung am letzten Spieltag, da habe ich vorher tagelang nicht geschlafen und war sehr aufgerüttelt.“

Dass es letztlich zur Trennung zwischen Werder und dem ehemaligen Trainerteam kam, hatte mit der Bremer Talfahrt zu tun. Bei den Grün-Weißen blieb am Anfang der neuen Saison der Erfolg aus. Unter dem Trio Skripnik/Kohfeld/Frings verlor das Team in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Drittligist SF Lotte - und nach den ersten drei Bundesligaspielen war Bremen noch ohne Punkt. Einer der Gründe für den Fehlstart waren laut Frings die Ausfälle der Leistungsträger Claudio Pizarro, Max Kruse und Philipp Bargfrede: „In der aktuellen Spielzeit gelang der Saisonstart nicht, da wir viel Pech mit Verletzungen hatten und nicht die Mannschaft stellen konnten, die wir eigentlich zur Verfügung hatten."

Außerdem kritisierte Frings die Berichterstattung über Ex-Cheftrainer Skripnik, die ihm in der Krisenzeit zu negativ war. „Es ist natürlich gerade gegen Ende jedes Wort von ihm auf die Waagschale gelegt und vier Mal umgedeutet worden. Anfangs wurden noch T-Shirts mit seinen Sprüchen gedruckt, ein halbes Jahr später verstand ihn offenbar keiner mehr“, beklagte Frings: „Da haben es sich die Medien für meine Begriffe zu leicht gemacht. Von ihnen kam dann viel Druck. Das hat die Arbeit im Trainerteam nicht leichter gemacht.“
kso

Quelle: kreiszeitung.de

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