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Das sieht auch mit 39 Jahren noch richtig gut aus: Miroslav Klose in Aktion.

Klose mit Debüt für Traditionsteam

Der Weltmeister im Werder-Trikot

Oldenburg – Rein optisch hat er sich kaum verändert. Im Grunde gar nicht. Immer noch dieser aufrechte Gang, diese leisen Bewegungen, dieser scheue Blick. Und vor allem: Immer noch die Figur eines Profifußballers. Miroslav Klose hätte am Freitagabend auch gut und gerne in einem Bundesligaspiel auflaufen können.

Oder in der Serie A. Ganz wie man möchte. Tat er aber nicht. Klose ist bereits seit einem guten Jahr Fußballrentner, und so kam es, dass der Weltmeister von 2014 auch im Alter von 39 Jahren am Freitagabend in Oldenburg noch ein Debüt feierte: das in Werders Traditionsmannschaft. Die beherrschte das Turnier in der EWE-Arena und bot allerbeste Fußball-Unterhaltung: 6:1-Finalsieg über den 1. FC Köln und insgesamt 23:5-Tore. Vier davon von Miro Klose.

Groll der Werder-Fans vergessen

„Es ist fantastisch hier. Wir haben uns schon am Abend vor dem Turnier getroffen und hatten ein schönes, gemeinsames Essen“, berichtete Klose, dessen Abschied aus Bremen im Sommer 2007 alles andere als geräuschlos abgelaufen war. Zugegeben, das ist lange her. Deswegen nur soviel: Viele Werder-Fans nahmen dem Stürmer seinen Wechsel zum FC Bayern München mehr als übel. „Das war schwierig damals“, blickte Klose zurück. „Es weiß aber nur ein sehr kleiner Kreis, wie es damals wirklich abgelaufen ist.“ Mehr wollte er dazu nicht sagen. Musste er auch nicht. Der Groll der meisten Werder-Fans ist gut zehn Jahre nach seinem Abgang aus Bremen ohnehin längst vergessen. Das hat der Abend in Oldenburg bewiesen. Klose bekam mit Abstand den lautesten Applaus bei der Vorstellung der Spieler. Ein echter Weltmeister, hier in der Halle! Da klatschten die Leute. „Das war sehr schön. Auf jeden Fall besser als beschimpft zu werden“, scherzte Klose.

Auf dem Platz war es zwar vor allem Torschützenkönig Ailton, der mit zwölf Treffern für die Bremer Höhepunkte sorgte, Klose wurde aber ebenfalls für jede gelungene Aktion gefeiert. Seine Antritte noch immer explosiv, seine Haken noch immer denen eines Skifahrers ähnlich. Alles in allem ein sehr fitter Auftritt. „Fit ist relativ“, wehrte Klose ab. „Ich könnte jetzt kein Spiel mehr über 90 Minuten machen. Ich bin aber viel unterwegs, das hält mich auf Trab.“

Seit Herbst 2016 absolviert der Ex-Profi beim DFB ein Ausbildungsprogramm, seine Trainer-A-Lizenz hat er bald in der Tasche. Aktuell unterstützt er einige U-Mannschaften des Verbandes. „Das ist super schön. Wir haben so viele tolle Talente“, betonte er. Eines Tages wird es also den Trainer Klose geben. Kurios: Den Trainer Klasnic gab es in Oldenburg schon.

Weil Kloses ehemaliger Bremer Sturmpartner Ivan Klasnic, die zweite Hälfte des legendären „K-und-K-Sturms“, aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst mitspielen konnte, betreute er das Team. „Er coacht uns sehr gut, hat die richtige Ansprache und gibt gute Tipps“, sagte Klose. Mit einem Lächeln.

Etwas ernster wurde er, als es um die aktuelle sportliche Situation seiner Ex-Clubs Werder und Kaiserslautern ging. Beide tief im Tabellenkeller, die einen in Liga eins, die anderen in Liga zwei. „Ich verfolge alle Mannschaften, bei denen ich gespielt habe. Das ist doch normal. Ein Stück bleibt immer hängen“, erklärte Klose. „Ich hoffe natürlich, dass Werder nicht absteigt. Das Gleiche gilt für Kaiserslautern. Da sieht es ja noch schlechter aus.“

So oder so: Die Raute auf der Brust stand Miroslav Klose auch nach zehn Jahren noch ziemlich gut. 63 Tore hat er in seiner Laufbahn für Werder geschossen. Seine Kinder sind in Bremen zur Welt gekommen. Kein Wunder also, dass sich Klose gerne an die Stadt erinnert. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht so einer bin, der sich nur die Schnittchen raussucht und sich als Bayern- oder Nationalmannschaftsspieler sieht. Ich hatte auch in Bremen einer super Zeit“, sagte Klose. Der ein oder andere Werder-Fan dürfte das gerne hören.

Fotostrecke: Traditionsturnier in Oldenburg

Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © nordphoto
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © nordphoto

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