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Florian Kohfeldt will sein Team im neuen Spieljahr noch mehr fordern - und zwar nicht nur körperlich.

Kohfeldt erweitert Übungs-Spektrum

Training fürs Gehirn: Werder setzt künftig auf visuelle Wahrnehmung

Bremen - Für die Werder-Profis steht der wohlverdiente Urlaub vor der Tür: Strand statt Strafraum, Liege statt Leistungstest - der eine oder andere dürfte es sich in den kommenden Wochen ziemlich gut gehen lassen.

Nötig haben die Bremer die Sommerpause auch allemal - zum einen, weil die gerade beendete Saison enorm kräftezehrend war, und zum anderen, weil Trainer Florian Kohfeldt seine Mannschaft im neuen Spieljahr noch mehr fordern will - und zwar nicht nur körperlich.

Arbeitsgruppe für kognitives Training

„Kognitives Training“ - diesem Themengebiet haben sie bei Werder zuletzt sehr viel Zeit gewidmet. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Kohfeldt, Sportchef Frank Baumann, Athletik-Trainer Axel Dörrfuß, Björn Dreyer, Sven Hübscher, Thomas Wolter und Physiotherapeut Jens Beulke, hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich die Wahrnehmung der Spieler auf dem Platz verbessern lässt.

„Ganz neu ist der Ansatz nicht“, erklärte Kohfeldt am Montag auf einer Tagung des „Bund Deutscher Fußballlehrer“ (BDFL) im Weserstadion, „wir bringen kognitives Training in die Einheiten immer wieder mit ein“. Offenbar mit dem Ergebnis, dass Werder in diesem Punkt noch deutlich mehr tun kann. Ab der neuen Saison werden die Pläne der Arbeitsgruppe umgesetzt.

Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern

Viktor Skripnik und Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23. © nordphoto
Viktor Skripnik, Florian Kohfeldt und Torsten Frings
Im Oktober 2014 wurde Skripnik nach der Entlassung Robin Dutts Cheftrainer bei den Profis. Seine Co-Trainer bei der U23, Kohfeldt und Torsten Frings, folgten ihm in die Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt und Viktor Skripnik
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank. © nordphoto
Florian Kohfeldt
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück.  © nordphoto
Florian Kohfeldt
Seit Oktober 2016 ist er dort als Trainer tätig und schaffte in der Saison 2016/17 den Klassenerhalt. © Gumz
Alexander Nouri und Florian Kohfeldt
Nach der Entlassung von Alexander Nouri (l.) am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer. © nordphoto
Florian Kohfeldt
Kohfeldt genießt bei Werder eine sehr hohe Wertschätzung. „Er kann Spieler weiterentwickeln. Er hat eine klare Ansprache. Er ist ein intelligenter, junger, innovativer Trainer“, lobte Sportchef Frank Baumann nach Kohfeldts Beförderung. © Gumz
Florian Kohfeldt
Zwar setzte Kohfeldt in seinem ersten Erstliga-Spiel als Cheftrainer mit Werder neue Impulse, das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ging durch ein spätes Gegentor trotzdem mit 1:2 verloren. © Gumz
Florian Kohfeldt
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause. © nordphoto
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hatte Erfolg, wurde fest als Cheftrainer installiert und führte Werder aus der Abstiegszone in der Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt
Anfang April 2018 unterschrieb Kohfeldt einen Vertrag bei Werder bis 2021. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt blieb in der Saison 2017/2018 in allen zwölf Heimspielen als Cheftrainer ungeschlagen. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hat Werder eine neue Handschrift und Mentalität verpasst. Mit ihm soll es nun wieder dauerhaft aufwärts gehen. © Gumz

An einem sogenannten „Neurotracker“ trainieren die Profis dann zwei Mal pro Woche jeweils 15 Minuten ihre visuelle Wahrnehmung. Auf einem Computerbildschirm werden den Spielern dabei 3D-Animationen gezeigt und dazu Aufgaben gestellt. „Es findet nicht auf dem Platz statt, sondern in einer Laborsituation“, erklärte Kohfeldt, der sich von der Neuerung unter anderem verspricht, dass seine Akteure künftig noch schneller Räume erkennen und Pässe antizipieren können.

Werder ist freilich nicht die erste Sportmannschaft, die neben dem Körper auch das Gehirn trainiert. So schickt Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund seine Spieler regelmäßig in den „Footbonaut“, ein Hightech-Gerät, für das auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel extra eine eigene Halle gebaut wurde.

Gehirnübungen zusätzlich zum bisherigen Training

Aus vier Richtungen fliegen in einem 14x14 Meter großen Raum Bälle auf den Profi zu, die in aufleuchtende Quadrate geschossen werden müssen. Das trainiert neben der fußballerischen Technik auch Reaktionsgeschwindigkeit und Wahrnehmung. In den amerikanischen Profiligen NFL und NBA gehören kognitive Trainingsinhalte ohnehin schon lange dazu, der „Neurotracker“ kommt hier ebenfalls zum Einsatz.

Das neue Training fürs Gehirn kommt bei Werder übrigens „on top“ (Kohfeldt) zum bestehenden Übungsplan, heißt: Die Zeit auf dem Platz leidet nicht darunter. Neben den Profis werden auch die Teilnehmer des Bremer Top-Talente-Programms in den Genuss des „Neurotrackers“ kommen.

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