+
Werder im Trainingslager in Südafrika: Was war gut, was weniger gut - das Zeugnis der DeichStube.

Werder in Südafrika

Trainingslager-Zeugnis: Nur Note 4 für den sportlichen Fortschritt

Johannesburg - Eine letzte Übungseinheit am Samstagvormittag, dann war es vorbei: Das Trainingslager in Südafrika ist Geschichte, zehn Tage Vorbereitung auf der südlichen Erdhalbkugel sind für Werder Bremen vorüber. Was es an Erkenntnissen gebracht hat, welche Bewegungen im Kader angestoßen wurden, was Werder umsetzen konnte und was nicht, steht im Trainingslagerzeugnis.

Geprüft wurden folgende Fächer:

Sportlicher Fortschritt

Vorne effektiver werden und hinten sicherer – das war im Groben das, was Trainer Florian Kohfeldt als Lernziel ausgegeben hatte. Nun spricht das Testspielergebnis gegen das Reserveteam des Bidvest Wits FC ziemlich deutlich dafür, dass Werder in beiden Bereichen keinen Riesensprung nach vorne gemacht hat. 2:2 ging's aus – zwei Tore geschossen gegen ein Team, das in Deutschland maximal in Liga drei unterwegs wäre. Und zwei bekommen. Das kann nicht rundum glücklich machen. 

Kohfeldt war nach der zweiten Leistungsüberprüfung dennoch „einigermaßen zufrieden: „Wir hätten mehr Tore schießen müssen, aber es macht mich nicht nervös, dass wir nicht gewonnen haben. Ich habe nicht alles gesehen, was ich sehen wollte, aber ich kalkuliere auch die äußeren Bedingungen mit ein, und es war einfach brutal heiß auf dem Platz.“

Mehr als 30 Grad herrschten in Johannesburg, wenige Grad über dem Gefrierpunkt liegen die Temperaturen in Bremen, wenn die Mannschaft am Sonntag wieder in der Heimat landet. Nach dem freien Montag bleiben noch vier Tage, um sich auf den Rückrundenstart bei Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr) vorzubereiten.

„Jetzt beginnt langsam die Zeit, in der es richtig um ‘was geht. Du musst jetzt punkten. Wir haben uns einiges vorgenommen“, sagt Kohfeldt. Das galt auch für die Tage in Johannesburg. Weil die Testspiele jedoch noch zu viele Wünsche offen ließen, gibt's im Fach „Sportliche Entwicklung“ nur ein „Ausreichend“ für Werder. Note 4

Trainingsarbeit

In Jiri Pavlenka am Anfang ein verschnupfter Torwart, in Florian Kainz am Ende ein angeschlagener Reservist – damit ließ sich gut leben in Johannesburg. Es gehört zu den eindeutig positiven Faktoren des Südafrika-Trips, dass der Trainingsbetrieb nicht durch Verletzungen gestört wurde. 

Coach Kohfeldt konnte mit dem vollen Personal arbeiten. Dass Werder wegen der Wettereinflüsse kurzfristig und kurzzeitig den Trainingsplatz wechseln musste, erwies sich zwar als Ärgernis, aber nur als ein kleines und deshalb unterm Strich verkraftbares. „Insgesamt konnten wir uns gut vorbereiten auf die Rückrunde“, urteilte Kapitän Max Kruse. Leichte Abzüge gab es aber wegen der nicht optimalen Platzverhältnisse. Note 2-

Dynamik im Kader

Alles und jeder auf dem Prüfstand? Das gilt für Winter-Trainingslager meistens nicht. Auch bei Werder war nicht damit zu rechnen, dass die in der Hinrunde erarbeiteten personellen Strukturen durcheinandergewirbelt werden. Und doch hat das Trainingslager interessante Tendenzen aufgezeigt. Der Zweikampf zwischen den Innenverteidigern Milos Veljkovic (13 Hinrundeneinsätze) und Sebastian Langkamp (8) steht da weit vorne. Langkamp bekam in beiden Testspielen den Vorzug, und Kohfeldt erklärte: „Das war ein Hinweis, aber noch keine Entscheidung. Aber wenn wir heute gegen Hannover gespielt hätten, hätte Basti gespielt.“

Andere Personalie: Josh Sargent. Zum Ende der Hinrunde brachte er sich in den Fokus, und auch in Johannesburg zeigte sich, dass der erst 18 Jahre alte US-Amerikaner immer näher an die Bundesliga-Elf heranrückt. Offiziell gilt aber noch, was Kohfeldt zum Thema sagt: „Josh geht jetzt nicht als Startelf-Spieler in die Rückrunde, das kann ich ausschließen. Weder er noch ich müssen den Anspruch haben, dass er 17 Spiele von Anfang an macht. Das ist nicht der Plan.“ Aber es klingt auch durch, dass Sargent vereinzelt durchaus in der ersten Elf auftauchen könnte. „Er wird bei entsprechender Entwicklung auch mal Startelf-Einsätze haben“, bestätigt Kohfeldt.

Johannesburg hat auch Fin Bartels nach dessen Achillessehnenriss und 13 Monaten Pause vorangebracht. Jedoch nicht soweit, dass er zeitnah um die Plätze kämpfen könnte. Kohfeldts Einordnung: „Fin ist näher herangerückt an die Mannschaft. Er hat keinerlei Rückschläge gehabt. Ich hoffe, dass wir in vier bis sechs Wochen mit einer vollständigen Rückkehr ins Mannschaftstraining rechnen können.“

Wieder da – das gilt dagegen jetzt schon für Philipp Bargfrede. „Sein Aufbau hier war sehr gut“, sagt der Trainer, der den Mittelfeldspieler im zweiten Testspiel wieder auf den Platz schickte. Bargfrede hatte seit dem elften Spieltag wegen gravierender Achillessehnenbeschwerden kein Spiel mehr absolviert. Nun ist er zurück und könnte gegen Hannover spielen. Kohfeldt ist allerdings unschlüssig, hat auch Konkurrent Nuri Sahin auf dem Zettel: „Er hat einen großen Schritt gemacht.“

Langkamp, Sargent, Bargfrede – drei Personalien, die zeigen: Johannesburg hat Bewegung in den Kader gebracht – nichts Revolutionäres zwar und schon gar nicht irgendwelche Neuzugänge, aber immerhin. Es reicht zur... Note 3

Fotostrecke: Werder im „Amandla Safe Hub“

Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“.
Werder im Johannesburger „AMANDLA Safe Hub“. © Gumz

Kultur und Soziales

Township besucht, im Apartheidmuseum mehr über die Geschichte des Landes gelernt und zudem erfahren, dass das Streicheln von Löwenbabys nicht zu den bei Tierfreunden beliebten Verhaltensweisen gehört: Die Werder-Profis sind – so viel ist sicher – in Südafrika um einiges schlauer geworden. Das Team hat Eindrücke sammeln können, die erstmal nichts mit Fußball zu tun haben, die aber die Persönlichkeit prägen. Die Bremer haben einfach mal das gemacht, was Fußballern häufig nicht zugetraut wird: Sie schauten über den Tellerrand. Note 2

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare