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Könnte im Sommer dauerhaft zu den Werder-Profis befördert werden: Jesper Verlaat.

Hat Werder gesuchten Innenverteidiger schon im Club?

Die Variante Verlaat

Bremen - Werder ist bei der Suche nach einem neuen Innenverteidiger noch nicht fündig geworden. Oder haben die Bremer ihn die ganze Zeit schon im Verein? Die Rede ist von Jesper Verlaat.

Das Profil ist klar umrissen, die Suche nach einem neuen Innenverteidiger läuft bei Werder schon seit Wochen. Jung sollte er sein, über möglichst großes Entwicklungspotenzial verfügen, während Erfahrung keine Grundvoraussetzung ist. „Wir sondieren nach wie vor den Markt“, sagte Frank Baumann am Donnerstag – und erklärte, dass der neue Mann am Ende sogar einer aus dem eigenen Stall werden könnte: Jesper Verlaat. Der 21-Jährige gehört dem Kader von Werders U23 an. Seine dauerhafte Beförderung in diesem Sommer ist laut Baumann „eine denkbare Variante“.

Die beim Laufen wippenden Haare, seine Anweisungen an die Teamkollegen, das Kopfballspiel – wer Jesper Verlaat auf dem Fußballplatz etwas genauer beobachtet, fühlt sich dabei schnell an einen anderen Verteidiger aus der Werder-Geschichte erinnert: an Frank Verlaat, Jespers Vater. Der heute 49-Jährige war von 2000 bis 2003 Bremer Abwehrchef – und seinem Sohn trauen sie bei Werder auf Sicht eine ähnliche Rolle zu.

Warum Verlaat nicht die Chance bei den Profis geben?

„Wir haben immer betont, dass Jesper ein Kandidat ist, und das ist mit ihm auch so besprochen“, sagt Frank Baumann – und meint: ein Kandidat, der die letzte Innenverteidiger-Planstelle im Profi-Kader schließen könnte. In Niklas Moisander, Lamine Sane, Milos Veljkovic und Luca Caldirola hat Werder derzeit vier Akteure, die in der von Trainer Alexander Nouri bevorzugten Dreierkette spielen können. Einen fünften hätte der Coach gerne noch dazu, Baumanns externe Suche förderte bisher allerdings noch kein Ergebnis zutage, was die Frage aufwirft: Warum Verlaat nicht schon jetzt die Chance bei den Profis geben?

In der Dritten Liga hat der 1,92 Meter große Abwehrspieler in der abgelaufenen Saison 35 von 38 möglichen Spielen bestritten, war die große Stütze in der Defensive der Mannschaft. U23-Trainer Florian Kohfeldt weiß natürlich um die Qualitäten des Niederländers – und er weiß, dass es passieren kann, dass er Verlaat vor der neuen Serie an die Profis verliert.

Am Donnerstag nahm Jesper Verlaat noch das Training bei der U23 auf.

„Er wird die ersten zwei Wochen der Vorbereitung bei uns bleiben und dann bei den Profis miteinsteigen“, sagte Kohfeldt, der davon ausgeht, dass Verlaat Anfang Juli mit dem Bundesliga-Team zum Trainingslager ins Zillertal reist. Schon im vergangenen Winter war das Talent während der Vorbereitung im spanischen Alhaurin el Grande mit dabei gewesen. Da Veljkovic wegen der U21-EM während der ersten Tage der Vorbereitung fehlen wird, „ist es gut, wenn wir mit Jesper eine Option im Training mehr haben“, sagte Baumann.

Schon jetzt alles auf die Karte Verlaat setzen, die externe Suche gar einstellen, will der Sportchef allerdings nicht. „Nein, wir werden uns auch weiterhin auf dem Markt umschauen“, betonte er. In den nächsten Tagen werde es aber sicher keine Entscheidung geben. „Klar ist doch, dass wir von einer möglichen Lösung restlos überzeugt sein müssen“, sagte Baumann. Großen Druck habe Werder in dieser Sache außerdem nicht.

Das dürfte zum einen daran liegen, dass bis zum Saisonstart Mitte August noch reichlich Zeit ist, zum anderen aber auch damit zu tun haben, dass es eben die Variante Verlaat gibt, mit der sie bei Werder am Ende auch gut leben könnten.

Trainingsstart der U23

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