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Aufsichtsratschef Marco Bode (li.) bestätigte die Vertragsverlängerung von Geschäftsführer Klaus Filbry (re.).

Aufsichtsratschef Marco Bode bestätigt

Filbry-Vertrag verlängert: Werder-Boss bis 2020

Zell am Ziller - Es hat ein bisschen gedauert, aber nun ist es perfekt: Klaus Filbry bleibt weitere drei Jahre Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung.

Aufsichtsratschef Marco Bode bestätigte am Rande des Trainingslagers in Zell am Ziller die Vertragsverlängerung mit dem 50-Jährigen bis Ende 2020. „Wir freuen uns, dass wir zu einer Einigung gefunden haben“, sagte Bode, der gemeinsam mit seinem Aufsichtsratskollegen Kurt Zech die Verhandlungen mit Filbry geführt hatte.

Zuvor hatte sich allerdings der im Spätherbst 2016 neu zusammengestellte Aufsichtsrat erst eine Meinung über Filbrys Arbeit machen müssen. Es sei „kontrovers diskutiert“ worden, so Bode, am Ende herrschte aber – wie immer bei Werder – Einstimmigkeit.Und zwar darüber, Filbry weiter das Vertrauen zu schenken.

Seit 2010 ist der Manager Mitglied der Werder-Geschäftsführung, seit 2012 steht er an deren Spitze. Filbrys aktueller Vertrag wäre in einem halben Jahr ausgelaufen. Für den neuen Arbeitsauftrag musste er nun vor dem Aufsichtsrat Werbung in eigener Sache machen. Er tat es mit einem Strategiepapier, das er gemeinsam mit seinen Geschäftsführerkollegen Frank Baumann und Hubertus Hess-Grunewald erstellt hat, das er aber auch mit Marco Bode „sehr intensiv diskutiert“ habe.

Darin ist die Ausrichtung des SV Werder für die nächsten dreieinhalb Jahre festgeschrieben. Mit Kernpunkten – oder wie Filbry es nennt: „Hebelthemen“ - wie einer weiteren Internationalisierung des Clubs, einer noch stärkeren Digitalisierung (meint den Auftritt des Clubs im Internet und in Sozialen Medien) sowie einer proaktiven Politik in den Bereichen Transfers und Finanzen. Soll heißen: schneller, cleverer, erfindungsreicher zu sein als andere.

China-Abschlüsse „schöne Vertriebserfolge“

Die größte Energie steckt aber wohl im „Hebelthema“ Internationalisierung – „mit dem Fokus auf China“, so Filbry. Der erste Spieler aus dem Riesenreich wurde in Yuning Zhang bereits verpflichtet, der erste Werbepartner aus dem Riesenreich ebenfalls schon präsentiert. Der Wett-Anbieter „heji18.com“ zahlt für zwei Jahre 1,6 Millionen Euro an die Bremer. Der zweite China-Partner wird in Kürze folgen, erklärte Filbry. Ein Vertrag sei bereits abgeschlossen, die Laufzeit geht über „mehrere Jahre“ und der Erlös liegt „im siebenstelligen Bereich“ – jährlich natürlich. Inhaltlich soll es um den Transfer von Knowhow und Erfahrungen bei der Ausbildung von Trainern und Spielern gehen.

Filbry nennt die bisherigen China-Abschlüsse „schöne Vertriebserfolge“, und möglicherweise hat er diese Erfolge auch gebraucht, um den Aufsichtsrat von seiner Linie und seiner Strategie zu überzeugen. Wenn das Kontrollgremium „über den Plan, den wir erarbeitet haben, gesagt hätte, dass er in die falsche Richtung führt, dann wäre ich auch nicht der richtige Mann auf meinem Platz gewesen“, sagte Filbry, der sich nun aber höflich für das „mir entgegengebrachte Vertrauen beim Aufsichtsrat bedanken“ konnte. Den nächsten China-Akt hat der Werder-Boss schon im Kopf. Angedacht ist, nach Saisonende zum zweiten Mal nach 2014 das Land zu bereisen und Testspiele zu absolvieren.

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