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Maxime Lestienne (li.) am Ball.

Warum Werder nach neuen Außenstürmern Ausschau hält

Links und rechts läuft die Suche

Bremen - Neulich war es Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach, der durch die Gerüchteküche huschte. Davor schon Kingsley Schindler von Zweitligist Holstein Kiel. Beides Rechtsaußen. Nun ist es der Belgier Maxime Lestienne von Rubin Kasan, der mit Werder Bremen in Verbindung gebracht wird. Er seines Zeichens ein Linksaußen.

Drei vage Meldungen, mit denen man es sich leicht machen könnte, in dem man sie einfach vom Tisch wischt. Spekulationen? Weg damit! Oder man zieht in Erwägung, dass es kein Zufall ist, dass es immer wieder Außenstürmer sind, die angeblich auf der Beobachtungsliste des SV Werder stehen. Ratsam wäre die zweite Variante. Denn die Bremer haben gewisse Gründe, nach Außenspielern zu suchen. Und diese Gründen heißen Zlatko Junuzovic sowie Izet Hajrovic.

Junuzovic besetzt im Offensiv-System von Coach Florian Kohfeldt aktuell die linke Seite. Der Österreicher mag die Position nicht besonders, doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb es sinnvoll ist, die Augen nach einer weiteren Alternative neben Florian Kainz offen zu halten. Vielmehr geht es um Junuzovics unklare Zukunft. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, und es ist alles andere als sicher, dass der Kapitän nochmal bei Werder unterschreiben wird. Selbst ein Abgang im Winter scheint möglich.

Werder kann sich kein Oberknaller leisten

Jeder erinnert sich wohl noch an das Sommer-Theater um Junuzovic mit dem wenig attraktiven Werder-Angebot und der sehr lukrativen Offerte des türkischen Clubs Trabzonspor. Obwohl Junuzovic blieb, zeigte sich doch, dass er mit Werder nicht verschweißt ist. Zumal nicht sicher ist, wie gut oder schlecht es langfristig um die Fitness des 30-Jährigen bestellt sein wird. Werder muss vorbeugen für den Fall, dass es mit Junuzovic im Winter oder Sommer nicht mehr weitergeht.

Dass Lestienne, 25 Jahre alt und noch bis 2019 an den russischen Ex-Meister Rubin Kasan gebunden, nicht der Ober-Knaller auf dem Transfermarkt ist, fällt beim Blick auf seine Vita und seine Einsatzzeiten sofort auf. Viele Wechsel, wenig Konstanz – das ist das, was der Belgier in den vergangenen Jahren erlebte. Talent muss aber vorhanden sein, sonst hätte er es als blutjunger Spieler nicht auf 74 Scorerpunkte in 157 Einsätzen für den FC Brügge gebracht. Oberknaller wird sich Werder allerdings auch nicht leisten können. Transfersummen wie die für Lestienne gehandelten drei bis vier Millionen Euro sind eine realistische Größenordnung für den Club. Mehr werden die Bremer für einen Außenstürmer kaum ausgeben können.

Hajrovic wird Werder verlassen

Allein schon, wenn es am Ende zwei sein sollen – plus ein zentraler Angreifer, der auf der Prioritätenliste von Sportchef Frank Baumann noch weiter oben steht. Auf rechts muss aber auch gehandelt werden. Nach derzeitigem Stand sieht es nämlich so aus, dass Werder im Sommer noch weniger Alternativen für Platzhirsch Fin Bartels haben wird als ohnehin schon. Izet Hajrovic, der aktuell die Planstelle des Stellvertreters bekleidet, wird Werder nach Saisonende verlassen – das ist sehr, sehr sicher. Augenblicklich genießt der Bosnier noch seinen sehr gut dotierten Vertrag. Werder wird nicht unglücklich sein, wenn das Hajrovic-Gehalt ab dem 1. Juli 2018 nicht mehr gezahlt werden muss. Denn viel Gegenleistung hat der schnelle, aber wenig durchschlagskräftige Angreifer in bislang dreieinhalb Vertragsjahren (eins davon verbrachte er auf Leihbasis bei SD Eibar) nicht geliefert.

Neue Impulse müssen her. Der Gladbacher Patrick Herrmann passt als schneller, trickreicher und taktisch geschulter Außenstürmer ins Bremer Profil, Coach Kohfeldt wünscht sich Spieler, die Tempo mit Effektivität verbinden. Die Borussia will Eigengewächs Herrmann nach Lage der Dinge aber nicht abgeben. Kingsley Schindler hat sich bei Zweitliga-Überraschungsteam Holstein Kiel in den Vordergrund gespielt. Der in Hamburg geborene Ghanaer wäre einer wie Bartels, der damals auch aus Liga zwei zu Werder kam. Allerdings mit Vorerfahrungen in der obersten Spielklasse. Die kann Schindler (24) nicht vorweisen.

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