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Große Klasse: Claudio Pizarro (links, hier mit Aaron Hunt) feierte in Mainz sein 150. Bundesliga-Tor.

Nicht nur Werder feiert das 150. Bundesliga-Tor des Peruaners / Allofs vertraut Delgado

Weltklasse-Lob für Pizarro plus Messi-Vergleich

Werder-Bremen - von Björn Knips · ,,Weltklasse?“ fragte Claudio Pizarro: „Hat er wirklich Weltklasse gesagt?“ Der Stürmer des SV Werder Bremen war zunächst noch ein wenig skeptisch ob des Lobes von seinem Boss Klaus Allofs für die Leistung beim 3:1-Sieg in Mainz. Doch dann strahlte der Peruaner: „Wenn der Klaus das sagt, dann wird‘s stimmen. Ich freue mich darüber.“

Und natürlich über den Sieg, über sein neuntes Tor im neunten Bundesliga-Spiel gegen Mainz und seinen insgesamt 150. Ligatreffer – dieser Pizarro wird immer unheimlicher.

Mit 33 Jahren lässt der Bremer die Konkurrenz ziemlich alt aussehen. Hat da etwa jemand einen Jungbrunnen entdeckt? „Ich fühle mich wie 21“, bestätigt Pizarro diesen Eindruck, doch das Erfolgsgeheimnis klingt ziemlich unspektakulär: „Für mich ist es wichtig, im Sommer eine gute Vorbereitung zu machen.“ Nach der „Muskelmania mit Faserriss-Abo“ im Vorjahr ist Pizarro nun topfit.

Werder siegt in Mainz

Dank der Tore von Claudio Pizarro, Aaron Hunt und Sebastian Prödl hat Werder Bremen nach drei Spielen ohne Dreier wieder einen Sieg eingefahren. Beim FSV Mainz 05 siegten die Bremer mit 3:1. © nordphoto, dpa
Dank der Tore von Claudio Pizarro, Aaron Hunt und Sebastian Prödl hat Werder Bremen nach drei Spielen ohne Dreier wieder einen Sieg eingefahren. Beim FSV Mainz 05 siegten die Bremer mit 3:1. © nordphoto, dpa
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„Claudio hat ein Weltklassespiel gemacht. Sensationell. Er war überall. Vorne war er anspielbar, im Mittelfeld hatte er die Qualitäten eines Spielmachers und hinten hat er wichtige Bälle erkämpft“, schwärmte Allofs und war nicht zu bremsen: „Claudio reißt die ganze Mannschaft mit. Wenn man so einen Weltklassespieler hat, gibt es eben Aktionen wie beim 1:1.“ Pizarro hatte zum Solo angesetzt, den Ball schon verloren, aber weitergemacht, auf einen Elfer verzichtet und den Ball genial über Keeper Christian Wetklo ins Tor gelupft. Da konnte selbst Mainz-Manager Christian Heidel nicht an sich halten: „Wenn man ihn so nah von der Bank aus sieht, erkennt man noch besser seine Weltklasse.“ Am liebsten würde er Pizarro im Winter „anrufen und fragen, ob er nicht zu uns kommt. Aber den können wir uns nicht leisten . . .“

Werder eigentlich auch nicht, sollte das internationale Geschäft erneut verpasst werden. Der Vertrag mit dem Topverdiener läuft zwar noch bis Sommer 2013, aber beide Partien besitzen ein Kündigungsrecht. Von dem würde Pizarro durchaus Gebrauch machen, wenn er wie in dieser Saison unter der Woche spielfrei hätte. „Ich will international spielen“, hat er stets betont. Allofs bleibt dennoch gelassen, vertraut Pizarro-Berater Carlos Delgado: „Uns wird da nichts überraschen, das wird alles korrekt ablaufen.“ Zumal es mehr und mehr danach aussieht, als wolle der Peruaner Werder notfalls im Alleingang in die Champions League schießen, um seinen Arbeitsplatz hier zu sichern.

Die Einzelkritik: Naldo überragend

Tim Wiese: Der Mainzer Druck verpuffte meist schon vor dem Werder-Keeper, der hochkonzentriert wirkte, das Spiel schnell machte und beim Gegentor machtlos war. Note 3 © Nordphoto
Sokratis: Es geht wieder aufwärts, wenn auch zu selten vorwärts beim Außenverteidiger. Note 3,5 © Nordphoto
Sebastian Prödl: Zurück – und gleich ins Glück: Ordentlich in der Abwehr, stark als Torschütze zum 3:1 (78.). Note 2 © Nordphoto
Naldo: Zwischenzeitlich sah es sogar so aus wie „Super-Naldo allein gegen Mainz“, der Brasilianer räumte alles ab und bügelte reihenweise Fehler seiner Kollegen aus. Note 1,5 © Nordphoto
Lukas Schmitz: Gelegentlich mit Problemen beim Stellungsspiel, dafür etwas mutiger nach vorne als Sokratis. Note 3,5 © Nordphoto
Aleksandar Ignjovski (bis 88.): Durfte als „Sechser“ bleiben und sich wieder in vielen Zweikämpfen aufreiben. Nicht immer ganz glücklich in seinen Aktionen, aber extrem bissig. Note 3,5 © Nordphoto
Clemens Fritz: Das neue Mainzer Stadion hat sich der Kapitän genau angeschaut, so viel war er unterwegs. Seine Aufräumarbeiten hemmten allerdings ein wenig den erforderlichen Offensivgeist. Immerhin Vorbereiter des so wichtigen 1:1. Note 3 © Nordphoto
Mehmet Ekici (bis 68.): Nächste Chance als Spielmacher – und wieder war‘s nichts, ohne den Zuckerpass auf Markus Rosenberg (61.) sogar gar nichts. Verlor viele Bälle und scheute die Zweikämpfe. Note 5 © Nordphoto
Aaron Hunt: Begann fast so lethargisch wie einst, doch dann weckte er sich mit seinem Hammer(-Tor) zum 2:1 quasi selbst. Als Zugabe lieferte der gut kämpfende Hunt noch den Freistoß zum 3:1. Note 2 © Nordphoto
Markus Rosenberg (bis 63.): Ließ hinten Niko Bungert das 0:1 köpfen (23.) und vorne die Riesenchance zum 3:1 (61.) kläglich sausen. Der Stürmer fand nie ins Spiel, so wackelt der Stammplatz gewaltig. Note 5 © Nordphoto
Claudio Pizarro: Es ging gar nicht so gut los, auch nicht bei seinem Dusel-Solo zum 1:1. Doch dieser Stürmer gibt nie auf, und er zerreißt sich förmlich für sein Team. Note 1,5 © Nordphoto
Philipp Bargfrede (ab 68.): Dieses ordentliche Mitwirken am Dreier wird ihm gut tun. Note - © Nordphoto
Sandro Wagner (ab 63.): Kämpfte sofort mit und ärgerte die Mainzer mit frühen Attacken. Note - © Nordphoto
Andreas Wolf (ab 88.): Nach Stammplatzverlust durfte er wenigstens noch einige Minuten verteidigen. Note - © Nordphoto

Diese Abhängigkeit von Pizarro, der gerne auch als Werders Lebensversicherung bezeichnet wird, ist allerdings auch beängstigend. An elf der letzten zwölf Tore war er beteiligt. Mit acht Saisontreffern gehört er wieder zu den Top-Torjägern der Liga. Allofs bemühte sich zwar, den Fokus auch aufs Team zu lenken, gab sich aber letztlich geschlagen: „Ein FC Barcelona ist in gewisser Weise auch von einem Messi abhängig.“

Ein besonderes Präsent für sein 150.-Bundesliga-Tor bekam Pizarro aber nicht. „Wir haben ihm alle die Hand geschüttelt, Werder muss doch sparen“, scherzte Allofs. Pizarro fand‘s okay, er ist ohnehin noch nicht fertig: „Ich freue mich über diese Zahl, es ist nicht einfach, 150 Tore in der Bundesliga zu schießen – aber ich höre damit jetzt noch nicht auf.“ · kni

Quelle: kreiszeitung.de

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