Andre Silva (mi.) ist in der laufenden Saison mit aktuell 18 von ihm erzielten Toren erfolgreicher als alle Offensivkräfte von Werder Bremen zusammen (links: Selke, Schmid, Dinkci, Bittencourt, rechts: Füllkrug, Rashica, Osako, Sargent)
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Andre Silva (mi.) ist in der laufenden Saison mit aktuell 18 von ihm erzielten Toren erfolgreicher als alle Offensivkräfte von Werder Bremen zusammen (links: Selke, Schmid, Dinkci, Bittencourt, rechts: Füllkrug, Rashica, Osako, Sargent)

Bremer Gegner am 23. Spieltag

Einer gegen alle - und „Einer“ gewinnt: Frankfurts Silva besser als die komplette Werder-Offensive

Bremen – Das Duell als „Einer gegen alle“ zu bezeichnen, trifft es sicher nicht ganz. Schließlich wird Andre Silva am Freitagabend nicht alleine gegen Werder Bremen auflaufen, sondern wie immer zehn Kollegen von Eintracht Frankfurt um sich haben. Aber wer einen Vergleich zwischen den Offensivreihen der beiden Teams ziehen möchte, dem reicht dieses „Einer gegen alle“, um ein klares Bild zu zeichnen.

Denn Silva (25) ist in der laufenden Saison mit aktuell 18 von ihm erzielten Toren erfolgreicher als alle Bremer Offensivkräfte zusammen. Die Herren Füllkrug, Rashica, Sargent, Osako, Selke, Schmid, Bittencourt und Dinkci bringen es in Summe nur auf 14 Treffer, drei aus der Namensliste sind sogar noch ganz ohne Saisontreffer. Dass diese Zahlen dem SV Werder Bremen nicht schmeicheln, ist auch Trainer Florian Kohfeldt völlig klar. Aber dennoch wehrt er sich dagegen, dass der Vergleich mit dem Eintracht-Torjäger dazu genutzt wird, seine zuletzt arg lahmende Abteilung Attacke völlig schlecht zu reden. Besonders weil es unfair gegenüber einem Mann wäre, auf dem im Duell mit den Frankfurtern wieder große Bremer Hoffnungen ruhen: Niclas Füllkrug.

Werder Bremen: Niclas Füllkrug gegen Eintracht Frankfurt Kandidat für die Startelf

„Er ist wieder ein Kandidat für die Startelf“, sagt Kohfeldt über den 28-Jährigen, der Werder im Grunde eine komplette Halbserie gefehlt hat. Im Hinspiel gegen Hoffenheim hatte er sich verletzt, war kurz einmal zurückgekommen, um dann erneut auszufallen. Gegen Hoffenheim spielte er dann 34 Minuten und könnte gegen Frankfurt erstmals wieder von Beginn an ran. Werder Bremen hofft darauf, dass Füllkrug die Beweise für die These seines Trainers liefert, wonach die Silva/Werder-Bilanz lange nicht so eindeutig wäre, wenn der beste Bremer Stürmer unverletzt durch die ersten 22 Spiele gekommen wäre: „Die Fakten sind ja unstrittig. Aber ich würde mal in den Raum stellen, dass Fülle, wenn er durchgespielt hätte, auch schon ein paar Tore mehr geschossen hätte.“ Vier waren es in den ersten vier Spielen – dann kam die Verletzung.

Dass Kohfeldts Team ihn braucht, ist in den vergangenen Spielen wieder sehr deutlich geworden. Zweimal in Folge blieben die Bremer ohne Torerfolg, das letzte Stürmertor (Josh Sargent beim 4:1 bei Hertha BSC) liegt schon vier Spiele zurück. „Ohne Zweifel und da will ich nicht drumherum reden: Wir haben zu wenig Tore geschossen in den letzten Wochen. Das müssen wir verbessern“, meint Kohfeldt. Und nur zum Vergleich: Andre Silva hat in seinen vergangenen vier Einsätzen (beim 2:1 gegen Bayern München fehlte er zuletzt verletzungsbedingt) allein sechs Tore markiert.

Werder Bremen: Gegner Eintracht Frankfurt stellt neben BVB die zweitbeste Offensive der Liga - auch dank Andre Silva

Einen wie ihn, den die Eintracht zunächst vom AC Mailand (im Tausch gegen Ante Rebic) ausgeliehen hatte, um ihn dann im vergangenen Sommer fest zu verpflichten, im Team zu haben, das wäre was. Selbst Kohfeldt sagt, er sei ein Fan des Portugiesen, den Superstar und Landsmann Cristiano Ronaldo mal seinen legitimen Nachfolger genannt haben soll. „Das sagt schon sehr viel über Silvas Qualitäten“, meint der Coach des SV Werder Bremen, „ich sehe ihn gerne spielen. Er ist ein intelligenter, kopfballstarker Stürmer, der immer die Tiefe sucht.“ Und das Tor findet.

Die Erfolgsquote des Frankfurter Torjägers ist aktuell die zweitbeste in der Liga – und auch dank Silvas Toren stellt die Eintracht mit 45 Treffern gemeinsam mit Borussia Dortmund die zweitbeste Offensive. Werder Bremen hat dagegen beim Versuch, sich defensiv zu stabilisieren, die Balance nicht gefunden, auch nach vorne gefährlich zu sein. Beim 0:4 gegen 1899 Hoffenheim funktionierte dann sogar vorne und hinten nichts. Doch in Niclas Füllkrug könnte der Fixpunkt im Angriff zurückkehren und Werder wieder neue Optionen liefern für das zuletzt arg einfallslose Spiel nach vorne. Eines hat Füllkrug, der bei einer Startelf-Rückkehr wohl Josh Sargent verdrängen würde, dem Überflieger Silva übrigens noch voraus: Für ein Tor brauchte der Bremer in dieser Saison bislang durchschnittlich 85 Minuten, Silva dagegen 96... (csa) Auch interessant: Verfolgt das Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt im Live-Ticker der DeichStube!

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