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Tim Wiese nach der 1:2 Niederlage.

Heimpleite gegen Kaiserslautern verschärft Krise

1:2 – Werder im Abstiegskampf

Werder-Bremen - Liebesentzug: Als sich die Profis von Werder Bremen gestern nach dem Abpfiff die grün-weiße Weihnachtsmannmütze aufsetzen mussten und zu den Fans gingen, um Präsente ins Publikum zu werfen, wurden sie gnadenlos ausgepfiffen.

Daran und an der peinlichen 1:2 (1:1)-Heimpleite gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern hatten die Spieler sichtlich schwerer zu tragen als an den braunen Kartoffelsäcken, die sie sich über die Schulter geworfen hatten. Statt eines versöhnlichen Hinrunden-Abschlusses, verbunden mit der Hoffnung, noch auf Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen zu gehen, gab’s den nächsten Heimflop, mit dem Werder auf den 14. Tabellenplatz abrutschte. Weiter nur vier Punkte trennen die Bremer von Relegationsplatz 16. Erstmals nahm nun Sportchef Klaus Allofs das bislang aus dem Vokabular verbannte „A-Wort“ in den Mund: „Wenn man sich die Tabelle anschaut, so stehen wir im Abstiegskampf!“

Noten der Werder-Spieler gegen Kaiserslautern

Tim Wiese: Der Torwart wollte den Elfmeter schießen, wurde aber zurückgepfiffen. Bei den Gegentoren gab’s nichts zu halten. Was er parieren konnte, parierte er. Note 3 © nordphoto
Dominik Schmidt: In den ersten 20 Minuten hatte der Rechtsverteidiger Probleme mit Ivo Ilicevic. Als er dann nach links rückte, stabilisierte er sich. Note 4 © nordphoto
Per Mertesacker: Sein Ausrutscher führte nach 23 Sekunden zum 0:1, hatte auch sonst erhebliche Probleme mit dem Doppeltorschützen Srdjan Lakic. Note 5 © nordphoto
Sebastian Prödl: Hatte im Gegensatz zu Mertesacker in den Zweikämpfen mit Lakic etwas weniger Probleme. Note 4 © nordphoto
Petri Pasanen (bis 26.): Der Linksverteidiger ließ Christian Tiffert vor dem 0:1 unbedrängt flanken, musste dann aus taktischen Gründen früh raus. Note - © nordphoto
Clemens Fritz: Der 30-Jährige begann im defensiven Mittelfeld, rückte nach der frühen Umstellung dann auf die Position des Rechtsverteidigers. Hatte mit Ilicevic ebenfalls seine Probleme. So konnte er Lauterns Offensivmann vor dem 1:2 nicht stoppen. Note 4 © nordphoto
Torsten Frings (bis 82.): Kein guter Tag des Kapitäns. Viele Fehlpässe und ein haarsträubender Fehler, als er vor dem 1:2 den Ball gegen Ilicevic vertendelte. Note 5 © nordphoto
Philipp Bargfrede (bis 62.): Ein schwaches Spiel des Mittelfeldmannes, der unheimlich viele Abspielfehler produzierte. Note 5 © nordphoto
Aaron Hunt: Übernahm beim Elfer Verantwortung – und traf zum 1:1. Nach einer schwächeren ersten Halbzeit in Durchgang zwei Antreiber im Mittelfeld. Allerdings fehlten Unterstützung und Anspielstationen. Note 3,5 © nordphoto
Marko Marin: Versuchte es zumeist mit seinen Dribblings – auf dem tiefen Boden nicht immer das richtige Mittel. Immerhin holte der 21-Jährige so den Elfmeter raus. Note 4 © nordphoto
Marko Arnautovic: Als einzige Spitze auf verlorenem Posten. Später im offensiven Mittelfeld zwar mit den meisten Torschussvorlagen (5), aber völlig ungefährlich. Note 5 © nordphoto
Sandro Wagner (ab 26.): Der Stürmer vergab vier Riesenmöglichkeiten und avancierte damit zum Chancentod. Als er dann auch noch nach einem Frustfoul mit Gelb-Rot vom Platz flog, hoben die Fans den Welpenschutz für den 22-Jährigen auf und begleiteten ihn mit Pfiffen in die Kabine. Note 5,5 © nordphoto
Lennart Thy (ab 62.): Zweiter Bundesliga-Einsatz. - © nordphoto
Said Husejinovic (ab 82.). - © nordphoto

Werder ist aber nicht nur tabellarisch ein Kandidat für die zweite Liga. So, wie die Mannschaft gegen Kaiserslautern aufgetreten ist – leidenschaftslos, kampflos und ohne spielerische Finesse – wird es schwer werden, da unten wieder rauszukommen. Und Allofs weiß: „Jetzt werden auch die Nerven eine Rolle spielen.“

Werder Bremen verliert gegen 1. FC Kaiserslautern

Die Geschenke der Profis nach der Partie wollten nur wenige Bremer Fans haben - lieber hätten sie drei Punkte bekommen: Die Anhänger von Werder Bremen waren am Samstag schwer enttäuscht und sahen ihre Elf wie einen Abstiegskandidaten spielen. Das erneut erschreckend schwache Team von Fußball-Trainer Thomas Schaaf  verlor gegen den 1. FC Kaiserslautern. © nordphoto
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Vor allem aber muss Werder endlich mal wieder lernen, Fußball zu spielen und über 90 Minuten konzentriert zu sein. Die Schlafmützigkeit in der Mannschaft wurde in dieser Saison schon häufiger bestraft – gestern dauerte es gerade einmal 23,6 Sekunden, ehe FCK-Topstürmer Srdjan Lakic per Kopf zur frühen Führung traf. Petri Pasanen hatte Christian Tiffert flanken lassen, Per Mertesacker war in der Mitte weggerutscht – 0:1. Die meisten der 35 135 bei minus sieben Grad zitternden Zuschauern trauten ihren Augen nicht.

Und die Bremer Antwort gefiel ihnen auch nicht besser. Viel Stückwerk, nicht eine gelungene Kombination. Gefahr deutete sich allenfalls mal bei Standards an oder nach Einzelaktionen. So geschehen in der 33. Minute, als Marko Marin in die ausgestreckten Fäuste von Mathias Abel lief.

Schiedsrichter Michael Weiner zögerte keine Sekunde – Elfmeter für Werder. Doch wer sollte schießen? Kapitän Torsten Frings hatte zuletzt zweimal verballert, der von den Fans geforderte Tim Wiese war schon fast bis zum Mittelkreis gelaufen, wurde dann aber von Trainer Thomas Schaaf zurückgepfiffen. Also schnappte sich Aaron Hunt die Kugel – und versenkte sie zum 1:1-Ausgleich. „Ich hatte vor ein paar Tagen ein Gespräch mit Torsten, und wir haben uns darauf geeinigt, dass ich den nächsten Elfer schieße“, sagte Hunt später.

Werder nun gedacht hatte, dieser Ausgleich würde den Bremern in der zweiten Halbzeit Flügel verleihen, der wurde bitter enttäuscht. Nur sieben Minuten waren wieder gespielt – da hieß es 2:1 für Lautern. Wiederum war der Torschütze Lakic. Diesmal hatte sich zunächst Torsten Frings gegen Ivo Ilicevic einen haarsträubenden Fehler im Mittelfeld geleistet, den auch der herbeigeeilte Clemens Fritz nicht mehr reparieren konnte. Ilicevic passte quer zu Lakic, der von Mertesacker nur eskortiert wurde, und schon war’s passiert. „Wenn du so blöde Gegentore kassierst und selbst deine Chancen nicht nutzt, dann darfst du dich nicht wundern, wenn du verlierst“, klagte Aaron Hunt.

Werder hatte in der Folgezeit durchaus noch Möglichkeiten, zum Ausgleich zu kommen, doch der bereits nach 26 Minuten für Petri Pasanen eingewechselte Sandro Wagner avancierte zum Chancentod. Viermal hätte der 22-Jährige das 2:2 köpfen können, viermal versagte er. Am schlimmsten in der 81. Minute, als der Stürmer mutterseelenallein aus vier Metern Keeper Tobias Sippel anköpfte. „Normalerweise macht er den rein“, knurrte Allofs.

Werder spielte zu diesem Zeitpunkt auch noch in Überzahl, nachdem Alexander Bugera in der 73. Minute wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen hatte. Doch die numerische Überlegenheit dauerte nur zehn Minuten. Wagner, kurz nach dem Wechsel schon verwarnt, rempelte vermutlich aus Frust über seine vergebene Großchance Tiffert um und flog ebenfalls vom Platz. Das passte zu seiner Leistung. Und zum Auftritt der Bremer insgesamt.

Während die Gäste aus der Pfalz nach dem Abpfiff fröhlich mit ihren Fans feierten, war die Stimmung in der Bremer Kurve so wie die Temperatur: Deutlich unter null.

Quelle: kreiszeitung.de

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