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Werder-Keeper Jiri Pavlenka macht sich lang, kann das 0:1 aber nicht verhindern.

Bremer schlagen sich selbst

Werder auf dem „guten Weg“ übel gestolpert

Bremen - Michael Zetterer zeterte. Der Rückpass von Vordermann Lamine Sane war aus seiner Sicht Müll gewesen. Das gab der junge Torwart des SV Werder dem erfahrenen Abwehrspieler auch zu verstehen – mit Worten und Gesten.

Sane hatte Zetterer in der 85. Minute in Not gebracht, als er ihm den Ball aus vier Metern vor die Füße spielte. Zetterer geriet in Panik, drosch den Ball blindlings weg, traf einen Gegenspieler und legte so für Toni Lato auf. Zack, drin, 1:2 gegen den FC Valencia verloren, Generalprobe für das DFB-Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers verpatzt.

Hinterher ließ sich eifrig darüber diskutieren, ob nun Sane mit dem riskanten Rückpass oder Zetterer mit dem kopflosen Befreiungsschlag die Hauptschuld an der Niederlage trug. Fakt war, dass sich Werder Bremen im letzten Testspiel der Saisonvorbereitung nach allen Regeln der Kunst selbst ein Bein gestellt hatte. Oder eigentlich sogar zwei. Denn auch dem 0:1 heftete der Verdacht an, dass es hätte vermieden werden können. Der Freistoß von Dani Parejo (21.) sah haltbar aus. Torhüter Jiri Pavlenka, nach 61 Minuten durch Zetterer ersetzt, kam aber nur mit den Fingerspitzen an den Ball.

„Den Ball schießen wir uns ja selbst rein“

Doch diese Szene allein hätte wohl niemanden wirklich erzürnt, die Entstehung des 1:2 dagegen schon. „Dass wir das Tor selbst vorbereiten, ärgert und wurmt einen. Es darf nicht passieren, dass wir vor dem eigenen Tor so ein Risiko eingehen. Den Ball schießen wir uns ja fast selbst rein“, sagte Trainer Alexander Nouri, der damit eher Sane als Zetterer kritisierte. Die Fehler in der eigenen Defensive hat Nouri – bei allen erkennbaren Fortschritten – also noch nicht vollends ausmerzen können.

Werder verliert letzten Test gegen Valencia

Dies als einziges Fazit unter den abschließenden Test zu stellen, wäre jedoch unvollständig. Denn zu der Partie gegen den FC Valencia aus der spanischen Primera Division gehörte auch, dass Werder sie über weite Strecken kontrollierte, dabei aber zu harmlos blieb. Boten sich Chancen, wurden sie recht deutlich vergeben. „Wir müssen unsere Möglichkeiten konsequenter nutzen und vor dem gegnerischen Tor hochkonzentriert sein“, forderte Nouri. Nur Max Kruse traf nach Vorarbeit von Fin Bartels (74.). Ein weiterer Treffer von Johannes Eggestein zählte nicht – angeblich lag eine Abseitsstellung vor.

So ging Werder mit einer Niederlage aus der Vorbereitung heraus. Schlechte Stimmung vor dem Pflichtspielauftakt am Samstag in Offenbach gegen Würzburg will Alexander Nouri deshalb aber nicht aufkommen lassen. „Wir hatten gegen eine spielstarke Truppe wie Valencia viele Spielanteile, da haben auch viele Dinge gut funktioniert“, sagte er und machte in Optimismus: „Wir haben uns gut vorbereitet, sind auf einem guten Weg. Jetzt lenken wir den Fokus auf das Spiel gegen Würzburg.“

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