Der 1. FC Heidenheim um Trainer Frank Schmidt gehört zu den Top-Teams der 2. Liga. Nach acht Spieltagen ist der nächste Gegner des SV Werder Bremen Tabellendritter.
+
Der 1. FC Heidenheim um Trainer Frank Schmidt gehört zu den Top-Teams der 2. Liga. Nach acht Spieltagen ist der nächste Gegner des SV Werder Bremen Tabellendritter.

Vor Werder gegen Heidenheim

Werder-Gegner-Check: Historie, Trainer, Form - so tickt der 1. FC Heidenheim

Ein Wiedersehen mit dem Widersacher aus der Relegation von 2020: Der 1. FC Heidenheim kehrt an die Weser zurück, spielt am Freitag gegen den SV Werder Bremen. Der Tabellendritte knüpft in dieser Saison an die starken Vorstellungen aus der jüngsten Vergangenheit an. Die Mannschaft des Allzeit-Trainers Frank Schmidt, der Dienstälteste im Profifußball mit über 14-jähriger Tätigkeit auf der Ostalb, befindet sich in ausgezeichneter Form und gewann zuletzt dreimal in Folge.

Die Historie

Erst seit 2007 existiert der 1. FC Heidenheim, der Fußballverein, der durch die Abspaltung aus dem Heidenheim Sportbund entstanden ist. Es ist die Geburtsstunde einer Erfolgsgeschichte. Aufstieg aus der Amateurklasse in den Profifußball, wo sich der Club von der Brenz längst einen Namen gemacht hat. Der FCH ist wer in Fußball-Deutschland. Er geht jetzt bereits in die achte Saison in der 2. Liga. Die Schwaben sind etabliert, hatten eigentlich nie etwas mit dem Abstieg zu tun.

Ganz im Gegenteil: Vor einem Jahr, die Werder-Fans erinnern sich ungern an diesen Krimi, erreichten sie die Relegation gegen Bremen, scheiterten nur knapp. Es soll weiter aufwärts gehen mit dem Verein, der seit einiger Zeit das Maskottchen „Paule“ besitzt, einen lebensgroßen Teddybär, den das im benachbarten Giengen ansässige Weltunternehmen Steiff gestiftet hat. „Wir investieren in Steine und Beine“, verkündet der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald. Die 15.000 Zuschauern Platz bietende Voith-Arena soll ausgebaut werden – angepeiltes Fassungsvermögen 23.000 Fans.

Verfolgt das Zweitliga-Spiel Werder Bremen gegen 1. FC Heidenheim im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen-Gegner im Check: Trainer Frank Schmidt und Stürmer Tim Kleindienst im Fokus

Der Trainer

Es heißt, er sei unkündbar. Es ist wie einst bei Werder Bremen, wo zunächst Otto Rehhagel, später Thomas Schaaf über Jahre hinweg fest auf dem Trainerstuhl saßen. So auch auf der Ostalb, der Heimat des Frank Schmidt. Hier geboren, hier Fußball gespielt, hier seit nunmehr über 14 Jahren als Trainer tätig. Am 9. September beging der 47-Jährige diesen Jahrestag. Wenn es mal nicht so gut lief, stand der dienstälteste Coach im Profifußball im Schwabenländle nie zur Disposition.

„Zweite Liga, erste Liebe“, heißt es über das Lebensmotto des Trainers, der akribisch arbeitet und immer auf den maximalen Erfolg aus ist. Schmidt hat Heidenheim zu einem guten Pflaster gemacht, zu einer Anlaufstelle und Sprungbrett, um in eine erfolgreiche Karriere zu starten. Junge Spieler wissen, dass sie unter Schmidt und in dieser Umgebung gut aufgehoben sind. Die Liste der Beispiele: Florian Niederlechner, Robert Glatzel und Niklas Dorsch, der Junioren-Europameister. Aktueller Beleg: Kevin Sessa aus dem eigenen Talentschuppen.

Der Star

Für ihn legten die ansonsten nicht nur gezwungenermaßen sparsamen Schwaben eine stolze Summe hin: 3,5 Millionen Euro, Rekord bei den Transfers, kostete Tim Kleindienst, der Stürmer, der nun schon das vierte Mal bei Heidenheimern anheuerte. Zuletzt stürmte der Offensivmann für den belgischen Erstligisten KAA Gent, der ein Jahr zuvor diese 3,5 Millionen Euro an Heidenheim gezahlt hatte. Der 26-Jährige, mit der Erfahrung von 26 Erstligaspielen (zwei Tore) sowie 78 Einsätzen in der 2. Liga (beachtliche 32 Treffer), agierte schon zweimal für den SC Freiburg und einmal zu Beginn seiner Laufbahn für Energie Cottbus. Er steht für die erstaunlich gute Entwicklung beim 1. FC Heidenheim, der normalerweise immer Leistungsträger abgeben muss – gerade aus wirtschaftlichen Gründen.

Die spektakulärsten Transfers vor zwei Jahren: Torjäger Robert Glatzel, inzwischen beim HSV, kam aus der Reserve von Kaiserslautern und brachte bei seinem Wechsel zu Cardiff City sechs Millionen Euro ein. Nikolai Dovedan ging für 2,5 Millionen nach Nürnberg. Dazu kamen weitere Abgänge, sodass Heidenheim in jenem Sommer gut zehn Millionen Euro erlöste und somit den finanziellen Grundstein für die nächsten Jahre legen konnte. So konnte der Club auch die Corona-Pandemie trotz eines Verlustes von fünf Millionen Euro gut überstehen.

Werder Bremen gegen 1. FC Heidenheim: Der Gegner im Form-Check

Die Form

Der 1. FC Heidenheim mischt wieder mit, wie so häufig in den letzten Spieljahren. Platz drei nach dem achten Spieltag, nur zwei Zähler hinter dem sensationellen Spitzenreiter Regensburg und einen hinter St. Pauli. Nach durchwachsenem Start sind die Schwaben nun ins Rollen gekommen, landeten drei Dreier in Folge. Zuletzt besiegte Heidenheim mit 2:1 den SV Darmstadt 98. Dabei bewies Trainer Schmidt sein glückliches Händchen und wechselte den Erfolg ein: In der Schlussphase erzielte der spät gebrachte Stefan Schimmer mit einem Kopfball den Siegtreffer. Zuvor hatte Tobias Mohr per Elfmeter getroffen, nachdem Torjäger Tim Kleindienst einen Strafstoß ausgelassen hatte. Also: Vor dem Gang nach Bremen (vier Punkte im Hintertreffen gegenüber den Süddeutschen) stimmt die Form bei den Schmidt-Schützlingen.

Die Besonderheit

Wer Heidenheim sagt, der sagt in gleichem Atemzug auch Schnatterer. Ein Name als Programm, als Erkennungszeichen: Marc Schnatterer heißt das Idol, das sich in diesem Sommer verabschiedet hat. Der nun für Waldhof Mannheim aktive Mittelfeldspieler, inzwischen 35 Jahre alt, zählte zum lebenden Inventar der Heidenheimer, spielte von 2008 bis 2021 für die Schwaben, bei denen mit Oliver Hüsing, Patrick Mainka, Norman Theuerkauf und Marnon Busch gleich vier ehemalige Akteure des SV Werder Bremen unter Vertrag stehen. Der Name Schnatterer hat einen guten Klang auf der Alb. Der Musterprofi, der auch mitwirkte bei den größten Erfolgen, dem zweimaligen Einzug ins Pokal-Viertelfinale (2016 gegen den VfB Stuttgart und 2019 gegen Bayern München), hält alle Rekorde: 224 Spiele von 238 möglichen, 48 Tore sowie 16 Treffer per Elfmeter – jeweils Platz eins in der vereinsinternen Rangliste. (hgk) Schon gelesen? So könnte die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen 1. FC Heidenheim aussehen!

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare