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Florian Kainz kam, sah und leitete die Wende ein: Der Ex-Profi des SV Werder Bremen bereitete für den „Effzeh“ im Spiel gegen Eintracht Frankfurt zwei Treffer vor.

Sticht Joker Florian Kainz auch gegen Werder?

Köln und das Plus des Konkurrenzkampfs - Sticht Florian Kainz auch gegen Werder? 

Bremen - Von Frank Hellmann. Der 1. FC Köln hat den Trainer getauscht und die junge Garde auf den Platz geschickt: Vor dem Kellerduell gegen den SV Werder Bremen haben die Rheinländer nun einige Vorteile aufzuweisen und stehen auch tabellarisch besser da.

Laute Jubelschreie ertönten am Mittwochabend zwischen den pechschwarzen Stellwänden im Kabinentrakt der Frankfurter Arena. Die siegreichen Protagonisten des 1. FC Köln ließen in grasverschmierten Trikots ihrer Freude freien Lauf. Mit dem 4:2 (1:2) bei Eintracht Frankfurt sendete der „Effzeh“ sein bislang stärkstes Lebenszeichen. „Wenn man sich vorher aussuchen dürfte, wie man ein Auswärtsspiel gewinnen möchte, dann würde man das so nehmen“, sagte Trainer Markus Gisdol, der sich nun auf das Duell am Samstag gegen SV Werder Bremen (15.30, DeichStube-Live-Ticker) freut.

Erst seit 18. November arbeitet der gebürtige Schwabe beim notorisch unruhigen Traditionsverein, mit ihm heuerte auch Sportdirektor Horst Heldt an. Die Kölner haben mal flugs die komplette Kommandobrücke getauscht. Und auch auf dem Platz ist nichts mehr wie es einmal war: Spötter behaupteten am 16. Spieltag, die Ersatzbank sei prominenter als die Startelf. Dort hockten nämlich Anthony Modeste, Simon Terodde oder Marco Höger. Aber im Abstiegskampf sind die Großverdiener offenbar nicht oder nur bedingt zu gebrauchen.

1. FC Köln mit Kontrastprogramm zum SV Werder Bremen

Der 1. FC Köln fährt gerade das Kontrastprogramm zum SV Werder. Und hat mit den radikalen Veränderungen die Bremer vor dem direkten Duell am Samstag mal schnell überflügelt. Dass die auf den Relegationsrang abgeschmierten Grün-Weißen als „dankbarer Gegner“ im Kölner Grüngürtel aufschlagen könnten, diese Vermutung konterte Gisdol auf Nachfrage der Deichstube umgehend.

„Solche Spiele gibt es in der Bundesliga nicht“, entgegnete der in der Domstadt mit fast keinen Vorschusslorbeeren empfangene Schwabe. „Jetzt gilt es aber, schlau zu sein, den Kopf einzuschalten und gut zu regenerieren.“ Und dann alles gegen Werder in die Waagschale zu werfen. Dass sich auch der Anhang wieder hinter dem Team vereint, weil das aktuelle Ensemble wieder mehr Identifikation stiftet, könnte in eine vorgezogene Bescherung münden: Mit 17 Punkten zu überwintern, hätten selbst kühnste Optimisten kürzlich als Hirngespinst abgetan. Jetzt würde sich das so anfühlen, als käme der Weihnachtsmann persönlich auf dem Schlitten am Geißbockheim vorbei, um Geschenke abzuladen.

Köln-Jungprofi Ismail Jakobs strahlt über Torpremiere: „Das werde ich nie vergessen!“

Anders als in Bremen hat Köln sehr sorgsam Talente entwickelt, die in der Bundesliga weiterhelfen: Jan Thielmann (17 Jahre), Noah Katterbach (18) und Ismail Jakobs (20) standen das zweite Mal gemeinsam in der Startelf. Jakobs strahlte in Frankfurt wie ein Kind, das unter dem Baum vorzeitig Geschenke auspacken darf. Seine Tor-Premiere in der Nachspielzeit (90.+4) bescherte ihm „Gänsehaut – das werde ich nie vergessen“. 

Bereits als C-Jugendlicher wurde Jakobs im Nachwuchsleistungszentrum der Geißböcke ausgebildet. Der Zusammenhang zwischen Erfolgen und Verjüngung ist eklatant, aber Gisdol auch ein bisschen zu simpel. „Die Jungen bringen frisches Blut, und bei dem einen oder anderen hat das die Sinne mehr geschärft. Aber ein Junger kann nicht funktionieren, wenn er von den Älteren nicht gut aufgenommen wird. Die Mischung macht es.“

Werder Bremen: Joker Florian Kainz Wegbereiter des Kölner Siegs gegen Frankfurt

Wozu der vom 50-Jährigen entfachte Konkurrenzkampf gut ist, zeigte das Beispiel Florian Kainz: Der bei Werder nie wirklich zum Stammspieler aufgestiegene Österreicher und vor einem Jahr nach Köln transferierte Österreicher ersetzte nach gut einer Stunde den erschöpften Thielmann, nachdem dem noch gar nicht volljährigen Rechtsaußen nicht viel gelungen war. Prompt avancierte Kainz von dort zweimal als Wegbereiter des 2:2 von Bornauw (72.) und 3:2 von Dominick Drexler (81.) zum spielentscheidenden Joker. „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meinen Assists helfen konnte. Es war eine super Leistung von uns, wir haben nie aufgegeben. In der zweiten Halbzeit war es dann ein richtig gutes Spiel von uns“, sagte der 27-Jährige.

Genauso hatte sich das sein Trainer mit dem feinen Techniker gedacht. „Schön, dass es so funktioniert hat“, sagte Gisdol, der aber keine Heldenverehrung betreiben wollte, was in dieser zu Extremen aller Art neigenden Fußballstadt selten gut gegangen ist. „Wir müssen als Team gut sein.“ Vor allem im letzten Spiel des Jahres, wobei der Coach jedweden tabellarischen Druck gegen die Bremer negierte: „Ich schau nicht auf die Tabelle. Mir ist wichtig, dass wir vernünftig Fußball spielen.“ Auch das klingt übrigens gerade ganz anders als beim Kollegen Florian Kohfeldt.

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Aufsichtsratchef Marco Bode mischt sich ein und unterstützt Werders Sportchef Frank Baumann in dessen Kampf um die Zukunft von Trainer Florian Kohfeldt. Vor dem Keller-Krimi in Köln: Wem vertraut Werder-Coach Florian Kohfeldt noch? Die Mannschaft von Werder-Trainer Trainer Florian Kohfeldt muss im Spiel beim 1. FC Köln einiges wiedergutmachen – der Vorbericht der DeichStube.

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