Ismail Jakobs glaubt, dass sowohl der 1. FC Köln als auch Werder Bremen den Klassenerhalt schaffen.
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Ismail Jakobs glaubt, dass sowohl der 1. FC Köln als auch Werder Bremen den Klassenerhalt schaffen.

Über den Abstiegskampf, Felix Agu und Florian Kainz

Köln-Profi Jakobs vor Werder-Spiel im Interview: „Natürlich ist jetzt Druck da“

Auf Links fühlt er sich wohl. Ismail Jakobs ist ein Außenbahnspieler, der auf der linken Seite sowohl defensiv als auch offensiv eingesetzt werden kann. Der 21-Jährige, der seit 2019 zum Aufgebot des 1. FC Köln zählt, gilt als großes Talent. Er ist ein direkter Rivale für Werder Bremens Nachwuchsmann Felix Agu in der U21-Nationalmannschaft.

Im Gespräch mit der DeichStube geht Ismail Jakobs vor dem Duell gegen Werder Bremen (Sonntag, 15.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) auf den Konkurrenzkampf mit Agu ein und unterstreicht die Bedeutung seines Kölner Mitspielers und Ex-Bremers Florian Kainz, der nach langer Verletzungspause vor dem Comeback steht. „Er kann in der Endphase der Saison noch wichtig für uns werden“, betont Jakobs.

Neuerdings sprechen viele vom sogenannten Momentum. Werder hat einen viel beachteten Heimsieg gegen Frankfurt gelandet, Köln indes ziemlich hoch gegen die Bayern verloren. Ist das Momentum also vor dem Duell am Wochenende auf Bremer Seite, Ismail Jakobs?

So kann man das natürlich sehen. Werder ist momentan ganz gut drauf. Doch aus meiner Sicht ist es so: Mit dem Anpfiff des nächsten Spiels ist das Momentum dann doch relativ egal.

Wie sehen Sie die Lage im Abstiegskampf nach zuletzt zwei Niederlagen für Ihren 1. FC Köln?

Wir stecken seit dem Saisonstart im Abstiegskampf. Diese Situation ist jedem bewusst – darauf haben wir uns eingestellt und können damit umgehen.

Bei einem Erfolg hätte Ihre Mannschaft in der Tabelle den Anschluss an Bremen geschafft. Wie bewerten Sie die Bedeutung der Partie?

Es ist generell ein ganz wichtiger und spannender Spieltag – nicht nur für uns und für Bremen. Natürlich ist jetzt Druck da, doch Tatsache ist auch, dass jedes kommende Spiel genauso wichtig ist. Wir wollen in jedem Spiel punkten, egal wo. Und letztlich ist es so: Ein Erfolg gegen Werder bringt uns genauso viele Punkte wie ein Erfolg woanders.

In einem Interview in dieser Woche hat der Bremer und ehemalige Kölner Leonardo Bittencourt die Meinung vertreten, dass die letzten acht Mannschaften in der Tabelle, also inklusive 1899 Hoffenheim, bis zum Schluss im Abstiegskampf stecken. Teilen Sie diese These?

Auf jeden Fall, obwohl es in den nächsten Spielen auch passieren könnte, dass sich ein Club ein wenig absetzt. Doch es wird bis zum Schluss am Tabellenende eng bleiben.

Ismail Jakobs meint im Interview: Werder Bremen und 1. FC Köln schaffen den Klassenerhalt

Wie beurteilen Sie die Lage beim Schlusslicht Schalke, das von vielen Beobachtern schon als sicherer Absteiger eingestuft wird?

Schwere Frage. Die Schalker haben eine enorme Qualität im Kader, daher würde ich sie momentan noch nicht abschreiben. Aber klar, die Ausgangslage ist eine schwierige.

Trauen Sie Ihrem Club und auch dem Kontrahenten Bremen zu, den Klassenerhalt zu schaffen?

Ich rechne damit, dass beide Mannschaften drin bleiben.

Während des Überlebenskampfes in Köln gab es auch Phasen, in denen die Mannschaft nicht erfolgreich war und der Trainer in die Kritik geriet. Wie haben Sie diese Zeit erlebt, als Markus Gisdol infrage gestellt wurde?

Medial ist in der Bundesliga meist der Trainer das Thema. Er ist immer der Erste, der in der Presse kritisiert und angegriffen wird. Das sind wir alle gewohnt, daher habe ich es nicht überbewertet. Intern war dies bei uns nie Thema. Unsere Mannschaft stand immer voll hinter dem Trainer.

Einige Rivalen wie Mainz, Bielefeld, Schalke und Hertha haben zum oft praktizierten Mittel des Trainerwechsels gegriffen – oftmals ohne durchschlagenden Erfolg. Köln und auch Bremen haben an den Übungsleitern festgehalten. Ist das die bessere Methode?

Ich finde schon. Man muss bedenken, dass es für einen neuen Coach auch nicht einfach ist, mitten in der Saison zu kommen.

Werder Bremen-Gegner Ismail Jakobs vom 1. FC Köln ist Konkurrent von Felix Agu

Im rheinischen Derby gegen Mönchengladbach haben Sie sich eine Verletzung zugezogen. Was für eine Blessur war es genau? Und sind Sie nun wieder fit?

Ich hatte eine Sprunggelenkverletzung, die zum Glück schnell auskuriert werden konnte. Jetzt habe ich keinerlei Beschwerden mehr.

Ihr Start in die Saison verlief nicht so problemlos. Nun sieht es besser aus. Fühlen Sie inzwischen als Stammspieler?

Ja, und das ist auch mein persönlicher Anspruch.

Wie wichtig war für Sie ein Kollege wie Nationalspieler Jonas Hector, der lange eine ähnliche Position auf der linken Seite gespielt hat, beim Einstieg ins Bundesliga-Geschäft?

Jonas ist ein Mitspieler, von dem wir alle in der Mannschaft extrem profitieren. Eine Persönlichkeit, die eine große Karriere gemacht hat. Für mich ist er ein Vorbild auf und neben dem Platz. Seitdem ich bei den Profis dabei bin, hat Jonas eigentlich immer auf der Sechs gespielt. Positionsbezogen war das deshalb weniger der Fall.

Bei Werder kommt Felix Agu, ein Spieler, der eine ähnliche Position verkörpert wie Sie, immer besser in Schwung. Sehen Sie ihn als direkten Konkurrenten in der U21-Nationalelf?

Damit beschäftige ich mich aktuell nicht. Ich habe gegenwärtig hier in Köln andere Schwerpunkte, konzentriere mich auf den Klassenerhalt. Auf der Position gibt es einige gute Spieler, wie beispielsweise David Raum. Am Ende entscheidet DFB-Trainer Stefan Kuntz.

Werder Bremen-Ex-Profi Florian Kainz vor Comeback für 1. FC Köln - Ismail Jakobs: „Richtig guter Eindruck“

Wie stehen Ihre Chancen, für die U21-Europameisterschaft nominiert zu werden?

Bisher habe ich noch keine Signale erhalten, doch ich rechne fest damit, dass ich dabei sein werde.

Ihr Mitspieler Florian Kainz, der frühere Bremer, fiel lange Zeit verletzt aus. Nun startet er sein Comeback. Wie wichtig ist er für die restlichen Partien in dieser Spielzeit?

Kainzi hat in dieser Woche wieder mit dem Training begonnen. Er ist sehr, sehr gut rein gekommen und hat einen richtig guten Eindruck gemacht. Man hat nicht gesehen, dass er so lange gefehlt hat. Ich gehe davon aus, dass er relativ schnell wieder in die Elf rücken wird. Durch seine Mentalität, die er auf dem Platz verkörpert, kann er in der Endphase der Saison noch sehr wichtig werden.

Mit einem Blitzcomeback gegen Werder ist nicht zu rechnen?

Nein, das scheint nach seiner halbjährigen Pause nicht realistisch.

Es häufen sich im deutschen Profifußball wieder die Meldungen über positiv auf Covid-19 getestete Spieler. Zunächst die prominenten Fälle bei Meister Bayern, dann die Quarantäne bei der gesamten Mannschaft des Bremer Pokalgegners Regensburg und aktuell der Fall in der Kölner Nachbarschaft, wo der Leverkusener Florian Wirtz ausfällt. Haben Sie Angst vor dem Virus und der neuen britischen Mutante?

Ich habe keine Angst, ich hatte den Virus schon einmal. Daher weiß ich, wie ich mich verhalten muss. Ich bin nicht leichtsinnig und gehe diszipliniert mit dem Thema um – wie unsere gesamte Mannschaft.

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